Goodwood 2011: Highlights

Goodwood Festival of Speed 2011: Highlights Goodwood Festival of Speed 2011: Highlights

Goodwood Festival of Speed 2011: Highlights

— 05.07.2011

Design und schnelle Zeiten

Beim Goodwood Festival of Speed werden starke, teure Autos von Porsche, Ferrari und Bugatti gefeiert. Und ein kleiner Seat 600. Der hat es 2011 ebenfalls auf den edlen englischen Rasen geschafft.

Der Jagdbomber Avro Vulcan XH558 aus den 50er-Jahren donnert mit ohrenbetäubendem Lärm übers Gelände. Formelrennwagen aller Jahrzehnte, Tourenwagen und brutale Motorräder brettern mit Getöse die Rennstrecke von Goodwood entlang. Keine hundert Meter daneben sonnen sich in aller Ruhe Kostbarkeiten der Automobilgeschichte auf dem Rasen, umgeben von "Cartier Style et Luxe"-Schildern. Einer von zwölf Jaguar E-Type Lightweight, ein Abarth-Einzelstück von 1952, ein seltener Rolls-Royce von 1934. Und mittendrin ein Seat 600, Spaniens billiges Massenauto der 60er-Jahre. Ein Anschlag? Ein Kunstprojekt? Ein Versehen? Nein, volle Absicht.

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Der Kleinste ganz groß: Eines der bescheidensten Autos der Geschichte, der Seat 600.

Die Wagen in diesem Teil des Geländes sind sorgfältig nach Themen ausgesucht: "boat-tail beauties" heißt die Gruppe der Autos mit elegant spitz zulaufenden Hecks, "extreme lines" ist die Show der Vorkriegs-Stromlinienwagen, auf der "fifties finesse"-Fläche stehen radikale Entwürfe der 50er-Jahre und so weiter. Und eine dieser Gruppen heißt "people power". Klar, dass da Käfer und Ente, Mini und Fiat 500 stehen. Aber eben auch der Seat 600. Dabei wird er bisher von Experten und Käufern verschmäht – weil er nur ein spanischer Lizenzbau des Fiat 600 ist, weil er nicht so niedlich guckt wie der legendäre Fiat 500. Aber nun, 2011 beim Goodwood Festival of Speed, hat er seinen Ritterschlag erhalten als wichtiges Modell der Autogeschichte.

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Die Erde bebt, wenn die Gentleman Driver ihre Rennboliden von der Leine lassen.

Die Jury besteht nicht, wie sonst üblich, aus Automobilhistorikern, sondern aus zehn Leuten, denen man Geschmack nachsagt, darunter iPhone-Designer Jonathan Ive, Architektin Julia Peyton-Jones, GQ-Stilredakteur Nick Foulkes, Fiat-Designchef Lorenzo Ramaciotti und Ex-Queen-Drummer Roger Taylor. Die meisten der 150.000 Besucher halten sich nicht lange mit stilistischen Feinheiten auf, sondern starren gebannt auf den "hill climb" – das ist kein Offroad-Trial, sondern die Rennstrecke.

Übersicht: E-Autos

1,86 Kilometer, neun Kurven, teils sehr schmale Fahrbahn, Start unten, Ziel oben. Jedes Auto, jedes Motorrad fährt allein, wer in seiner Klasse am schnellsten fährt, hat gewonnen. Michael Bartels zum Beispiel, Sohn des Bergkönigs Willi Bartels, im Maserati MC12. Auch erfolgreich: Bernd Schneider belegt im Mercedes SLS GT3 den fünften Platz in seiner Klasse. Sonst dominieren die Briten. Dan Collins besiegt alle in einem Lotus-Cosworth 88B - einem Formel-1-Auto von 1981! Seine Zeit: 48,52 Sekunden für 1,86 Kilometer. Ein Schnitt von fast 140 km/h. Manch ein Zuschauer ist am Ende der Veranstaltung taub. Andere glauben das nur, weil sie die vorbeifahrenden Rolls-Royce Phantom, Infiniti M35h oder Nissan Leaf nicht hören - was aber daran liegt, dass sie gerade (oder immer) elektrisch angetrieben werden. E-Mobile dürfen halt auf keiner Autoschau mehr fehlen. Übrigens: Den Preis in der Kategorie "people power" hat der Renault 3 gewonnen, die Billigversion des R4. Noch so ein stiller Volksheld.

Autor: Frank B. Meyer

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