Google: Kartendienst für iPad und iPhone
— 13.12.2012Google Maps ist zurück
Nach der heftigen Kritik an Apples eigenem Kartendienst für iPhone und iPad gibt es eine neue App von Google. Google Maps avancierte binnen weniger Stunden zum Top-Download.
Scharf wie noch nie: Die AUTO BILD iPad-App!
Google bietet seine neue Karten-App ab sofort im iTunesStore kostenlos in 29 unterschiedlichen Sprachen an, darunter auch in Deutsch. Die Anwendung erklomm binnen weniger Stunden die Spitzenposition unter den am häufigsten heruntergeladenen Apps. Im Gegensatz zu den alten Google Maps für iOS werden die neuen Karten nun nicht mehr als schwergewichtige Bitmap-Grafiken ausgeliefert, sondern als schlanke Vektor-Grafiken, die unterwegs viel schneller geladen werden können. Deutlich verbessert wurde die Integration des Straßen-Panoramadienstes Google Streetview und der riesigen Google-Datenbank mit Ortsinformationen (PoI, Point of Interest), in denen beispielsweise Restaurants oderSehenswürdigkeiten beschrieben und bewertet werden.
Auch eine Navigationsfunktion mit Sprachausgabe steht nun für Apple-Geräte mit dem Betriebssystem iOS 6 zur Verfügung – damit entspricht die Google-App für das iPhone nun in weiten Teilen den Maps für das Google-System Android. So kann man Navigationsvorschläge für die Fahrt mit dem Auto, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder für den Gang zu Fuß bekommen. Zwei Funktionen, die auf Android umgesetzt wurden, fehlen allerdings in der iOS-Version: So funktioniert die Spracheingabe bei der Suche oder Navigation mit Google Maps auf den Apple-Geräten nicht. Außerdem kann man keine Karten für eine Offline-Nutzung speichern. Die in der iOS-App eingesetzten Kartenentsprechen allerdings denen in der Android-Version.
Ähnlich wie bei der Karten-Anwendung auf einem Android-Gerät können die Apple-Kunden freiwillig und anonymisiert Geodaten ihres Smartphones an Google senden, um die Datenbasis für Staumeldungen zuerweitern. Wenn etliche Geräte in einem bestimmten Streckenabschnitt sich nicht oder nur langsam von der Stelle bewegen, interpretiert Google dies im Zusammenspiel mit anderen Datenquellen als Stau oder Verkehrsstörung.
Kartendienste sind ein Schlüsselelement der mobilen Plattformen für Smartphones und Tablets. Apple hatte zwar jahrelang an seinem Kartendienst gearbeitet, die Nutzer beschwerten sich jedoch massenhaft über Fehler, fehlende Informationen und verzerrte Luftaufnahmen. Konzernchef Tim Cook entschuldigte sich öffentlich beiden Kunden und empfahl, Dienste der Konkurrenz zu nutzen, bis Apple sein Angebot verbessert habe. Da auch zahlreiche Besitzer älterer Geräte auf iOS 6 aktualisiert hatten, waren Dutzende Millionen Nutzer von den Karten-Problemen betroffen.
In den vergangenen Wochen wurden zwar viele Fehler schrittweise behoben. Erst vor wenigen Tagen sorgte aber die Polizei in Australien für Aufsehen mit der Warnung, Nutzer von Apple-Karten könnten auf der Suche nach der Stadt Mildura in Lebensgefahr geraten, weil sie stattdessen in einen Nationalpark mit hohen Temperaturen geleitet würden. Apple korrigierte den Fehler rasch. Wenig später warnte die Polizei auch vor Google-Karten, weil sie auf dem Weg zu einer anderen Stadt auf eine schwer befahrbare schmale Straße lenkten.
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