GP Bahrain 2004

GP Bahrain 2004 GP Bahrain 2004

GP Bahrain 2004

— 02.04.2004

Formel 1001 Nacht

Am 4.4.04 feiern Michael Schumacher und Co Premiere im Morgenland. Dabei fiel die große Sause im Wüstensand von Bahrain beinah ins Wasser.

Schumi II gerät ins Schwärmen

Sand, Staub und Steine, so weit das Auge reicht. Fast jedenfalls. Mitten in der Wüste erhebt sich, einer Fata Morgana gleich, der Bahrain International Circuit. Und er ist doch keine Illusion: Die neue Rennstrecke von Bahrain ist Realität, eine kostspielige. Für 150 Millionen Dollar haben die rennverliebten Öl-Scheichs dieses Tempodrom buchstäblich in den Sand setzen lassen. Die Infrastruktur drumherum kostete noch mehr als der Kurs. In nur 16 Monaten Bauzeit ist so die teuerste Rennstrecke der Welt entstanden.

Doch die F1-Fahrer übertreffen sich bereits gegenseitig mit Lobeshymnen: "Eine richtig geile Anlage", schwärmte Ralf Schumacher bei seinem Bahrain-Abstecher im Dezember 2003. "Die Strecke und das Drumherum sind unglaublich, die Ausmaße gigantisch. Ich habe auch schon Überholmöglichkeiten ausgemacht. Vor allem am Ende der Start-Ziel-Geraden wird es spektakuläre Szenen geben." Und Teamchef Eddie Jordan jubelt: "Ich bin begeistert, sogar atemlos. Für diese Strecke fehlen mir die Worte."

Keine übertriebene Schmeichelei gegenüber den Gastgebern: Bahrain bietet tatsächlich ein Formel-1-Paradies, einen Rennkurs der Superlative. Auf dem 170 Hektar großen Areal zwischen einem Wildpark mit Gazellen und anderen afrikanischen Tieren sowie einer Universität erstreckt sich die eckig wirkende Berg-und-Tal-Bahn. 5411 Meter auf zementiertem Wüstensand, ein Mix aus schnellen und langsamen Kurven, drei Überholmöglichkeiten. Viermal in jeder Runde durchbrechen die F1-Flitzer die magische Grenze von 300 km/h.

Rutschpartien sind programmiert

Einen Extra-Kick verheißt der heiße Wüstensand. Er wirbelt – bevorzugt um diese Jahreszeit – auf die kaum geschützte Piste und verwandelt den Asphalt in eine tückische Rutschbahn. Die ein oder andere Schlitterpartie ist programmiert. "Klar, diese Probleme wird es geben, aber die sind ja für alle gleich, genau wie Regen in England. Wenn der Wind Sand auf die Strecke weht, wird es rutschig. Dann müssen die Fahrer eben langsamer fahren", verteidigt Hermann Tilke, der deutsche Architekt des "Vollgas-Sandkastens", sein Projekt.

Es hätte nicht viel gefehlt, und der Formel 1 wäre die Wüsten-Sause abhanden gekommen. Noch vor wenigen Wochen wollte der Veranstalter das Handtuch werfen. Grund: Die Asphaltschicht wurde nicht fertig. Man hing hinter dem Bauplan um glatte sechs Monate zurück. Doch F1-Boss Bernie Ecclestone verweigerte den Arabern das Aufgeben. Er schickte den österreichischen Streckenmanager Hans Geist in die Wüste und übergab alle Macht an den Franzosen Philippe Gurdjian, seit den 90ern erfolgreicher Renn-Organisator. Der schlief fortan nachts nur ein paar Stunden. Und hatte Erfolg: Zur offiziellen Eröffnung am 17. März 2004 drehte mit Marc Gené im BMW-Williams der erste F1-Renner seine Runden.

Ein anderes Problem sind die Zuschauerzahlen: Der Inselstaat Bahrain bietet nur 3500 Gästen ein Bett. Deshalb waren Anfang März von 50.000 erst 7000 Tickets verkauft. Shuttleflüge im Stundentakt sollen die Fans nun auch aus Dubai und Katar einfliegen. Die Saudis kommen per Pkw über eine Brücke herüber. Die Karawane rollt. Und der drohende Terror? Für Weltmeister Schumacher "keine größere Gefahr als anderswo auf der Welt".

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.