Formel 1 2008, GP von Belgien in Spa, Felipe Massa, Ferrari

GP von Belgien 2008

— 08.09.2008

Massa siegt am Grünen Tisch

Die Freude von Lewis Hamilton über seinen vermeintlichen Sieg beim GP von Belgien währte nur kurz. Wegen einer 25-Sekunden-Zeitstrafe rutsche der Brite hinter Felipe Massa und Nick Heidfeld auf Rang drei.

Auf den Triumph folgte der Schock: Zweieinhalb Stunden nach seinem vermeintlichen Sieg im Chaos-Rennen auf der Ardennen-Achterbahn Spa-Francorchamps hat Lewis Hamilton seinen ersten Platz am Grünen Tisch verloren. Die Rennkommissare verhängten gegen den Briten beim Großen Preis von Belgien eine Zeitstrafe von 25 Sekunden, weil er im packenden Finalduell mit Kimi Räikkönen in einer Schikane abgekürzt hatte. Dadurch fiel der McLaren-Mercedes-Pilot vom ersten auf den dritten Rang zurück. Lachender Dritter war Felipe Massa im zweiten Ferrari. Der ursprünglich zweitplatzierte Brasilianer bekam nachträglich den Sieg beim 13. Saisonlauf zur Formel-1-Weltmeisterschaft am Sonntag, 7. August, geschenkt. BMW-Sauber-Pilot Nick Heidfeld profitierte ebenfalls und rückte auf Rang zwei vor.

Mercedes hat Protest eingelegt

Erst verliert Hamilton die Führung durch einen Dreher, dann den Sieg am Grünen Tisch.

"Ich verstehe die Argumente nicht", kritisierte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug das für Hamilton und das britisch-deutsche Team folgenschwere Urteil. "Ich hätte nie damit gerechnet."
Die drei Rennstewarts bewerteten Hamiltons Aktion als regelwidrige Vorteilsverschaffung. Normalerweise werde ein solches Vergehen mit einer Durchfahrtstrafe bestraft. Da dies wegen des späten Zeitpunkts des Rennens – es lief bereits die vorletzte Runde – nicht mehr möglich war, entschieden sie sich für die 25-Sekunden-Strafe. McLaren-Mercedes legte gegen den Schiedsspruch Protest ein. "Wir haben keine andere Wahl", hieß es in einem Team-Statement. Das Urteil hat auch auf die WM-Wertung gravierende Auswirkungen. Massa rückte durch seinen Sieg in der Gesamtwertung bis auf zwei Punkte an Spitzenreiter Hamilton heran. Vor dem Ferrari-Heimspiel am kommenden Wochenende in Monza ist damit für zusätzliche Spannung und Sprengstoff gesorgt.

Die tragische Figur ist Räikkönen

Spa-Spezialist Kimi Räikkönen, der in Belgien zuletzt dreimal in Serie gesiegt hatte, rutschte auf der nassen Piste am Schluss sogar in einen Reifenstapel und blieb damit ohne Punkte. "Ich bin Lewis ausgewichen", schilderte der große Verlierer den knallharten Zweikampf relativ gelassen. "Ich habe gedacht, ich würde mehr Punkte als meine Konkurrenten holen, hab' aber verloren. So ist das eben." Hamilton unterstrich trotz des aberkannten Siegs eindrucksvoll seine Ansprüche auf den WM-Titel. "Das war das schärfste Rennen überhaupt – sensationell", schwärmte Haug nach der Regen-Gala seines Top-Piloten, ehe auch ihn der Schock traf. "Ich habe schon viel erlebt, aber so ist es auf den letzten Runden selten zugegangen. Lewis hat's allen gezeigt. Er war der Beste."

Nick Heidfeld hatte den Mut auf Regenreifen zu wechseln und wurde mit Rang zwei belohnt.

Für ein Highlight sorgte auch Nick Heidfeld: Nach einem schlechten Start – er fiel durch eine Kollision mit Kovalainen von der fünften auf die elfte Position dzurück – schien der 31-Jährige alle Chancen auf einen Podestplatz eingebüßt zu haben. Der Wechsel auf Regenreifen – als Einziger im Feld – kurz vor Rennende brachte Heidfeld nach zuvor zwei Nullrunden aber noch auf Rang drei. Sebastian Vettel belegte beim 13. Saisonlauf den fünften Platz und holte zum fünften Mal in dieser Saison Punkte für die Scuderia Toro Rosso. Timo Glock verlor seinen achten Platz und damit einen WM-Zähler ebenfalls am Grünen Tisch. Die Rennkommissare verhängten nachträglich eine Zeitstrafe von 25 Sekunden gegen den Toyota-Piloten wegen "Überholens unter Gelber Flagge". Dadurch rutschte Glock auf Rang neun. Williams-Toyota-Pilot Nico Rosberg wurde Zwölfter vor Adrian Sutil im Force India.

Hamilton bleibt knapp in Führung

Hamilton führt nach 13 von 18 Rennen mit 76 Punkten nur noch knapp vor Massa (74). "Ich glaube, die WM ist noch offen", kündigte der Brasilianer schon bevor er von seinem späten Glück erfuhr einen harten Kampf an. "Wir werden Rennen für Rennen gegeneinander fighten." Räikkönen (57) fiel hinter dem in Spa sechstplatzierten Polen Robert Kubica (58) im zweiten BMW-Sauber auf Rang vier zurück und ist angesichts des großen Rückstands von 19 Zählern zumindest vorerst aus dem Titelrennen. Heidfeld (49) schob sich in der Gesamtwertung als bester Deutscher auf Rang fünf vor.

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