GP von Deutschland 2006

Großer Preis von Deutschland 2006 Großer Preis von Deutschland 2006

GP von Deutschland 2006

— 31.07.2006

Rot-roter Doppelsieg

Nach seinem dritten Triumph in Folge trennen Schumi nur noch elf Punkte von Weltmeister Fernando Alonso. Es bleibt spannend.

Eine flüchtige Handbewegung, eine große Geste. Ferrari-Teamchef Jean Todt nahm eine Demutspose ein, die Hände gefaltet. Er betete Michael Schumacher an. Der Pilot ganz oben auf dem Siegerpodest, der Rennleiter bei seinen Mechanikern, dem deutschen Rekordweltmeister zu Füßen. Die Roten hatten den Deutschland-Grand-Prix auf dem Hockenheimring mit einem souveränen Doppelsieg beendet: Michael Schumacher auf Platz eins, Felipe Massa Zweiter, und Dritter beim Deutschland-Grand-Prix: Kimi Räikkönen. Fernando Alonso? Abgeschlagen Fünfter.

In der Formel-1-Weltmeisterschaft 2006 bahnt sich eine dramatische Wende an. Schumacher verkürzte

Schumacher vor Massa: Mit dem Doppelsieg am Hockenheimring zeigt Ferrari deutlich: Wir sind wieder da!

in der Gesamtwertung den Rückstand auf Alonso von 17 auf jetzt elf Punkte. Bei sechs noch ausstehenden Rennen kann Schumacher, zum dritten Mal hintereinander als Sieger abgewinkt, wieder aus eigener Kraft das Titelcomeback schaffen. "Es war ein supertolles Wochenende. Nach den drei Rennen haben wir wieder großes Selbstvertrauen für die WM", jubelte er. "Es war etwas überraschend, dass wir so überlegen geführt haben. Aber wir haben hart mit Bridgestone gearbeitet."

Der so unbekümmert und konstant fahrende spanische Champion - wird er zum Nervenbündel? Offenbar ist er von Schumachers Aufholjagd beeindruckt. Sechs Runden vor Schluss schoss Alonso über die Piste hinaus und rumpelte ins Kiesbett. Mit letzter Kraft fing er seinen Renault ab.

Bereits am Samstag war die Hatz zwischen Schumacher und Alonso in den Status eines Psychoduells gelangt. In der Qualifikation hatte sich Alonso bei der Ausfahrt aus der Boxengasse von Schumacher behindert gefühlt. "Habt ihr gesehen, was Michael gemacht hat", schnaubte Alonso in das Funkgerät im Cockpit. Schumacher habe ihn fies geschnitten. Die Rennkommissare hatten nichts auszusetzen, aber Alonso witterte noch bis vor Rennstart ein unfaires Manöver: "Ich weiß nicht, warum er so etwas getan hat." Bevor Schumacher in Monte Carlo der Unsportlichkeit überführt wurde, hatte sich Alonso noch äußerst zurückhaltend gezeigt. "Ich habe meine Meinung, werde sie aber nicht äußern."

Renault-Chef Flavio Briatore zum bescheidenen fünften Platz: "Das Problem hieß Bridgestone."

Von grassierender Nervosität bei seinem Piloten wollte der französische Teamchef Flavio Briatore nichts hören. "Wir sind immer noch vorn. Wir hatten Probleme mit den Reifen. Sie haben Blasen geworfen", sagte der Italiener. Alonso musste aus Sicherheitsgründen vom Gas, um einen Reifenplatzer und damit null WM-Punkte zu verhindern. Er umrundete deshalb den Hockenheimring zeitweise über zwei Sekunden langsamer als Schumacher.

Alonso kam knapp 24 Sekunden später als sein deutscher Widersacher ins Ziel und hatte noch Glück, dass sich nicht noch mehr Autos zwischen seinen Renault und Schumachers Ferrari schoben. Die Bilanz des Gedemütigten: "Das war wieder nicht unser Wochenende. Ich habe heute alles versucht, mehr war wirklich nicht drin." Der Mann aus Asturien, der am Samstag 25 Jahre alt wurde, gab zu: "Wir waren hier einfach zu langsam. Derzeit ist uns Ferrari einen Schritt voraus." Sein Chef blickte voraus. "Wir müssen jetzt hat mit Michelin zusammenarbeiten", forderte Briatore. "Das Problem, das wir heute hatten, hieß Bridgestone."

Wie erwartet verhalfen die japanischen Reifen den Roten zur deutlichen Lücke zum Rest, während die französischen

Probleme über Probleme: Wer am Hockenheimring auf Bridgestone-Reifen unterwegs war, hatte das Nachsehen.

Pneus das Desaster der Blau-Gelben verantworteten, obschon Ferrari-Technikchef Ross Brawn betonte. "Wir haben auch große Fortschritte im aerodynamischen Bereich und beim Chassis gemacht. Es hätte nicht besser sein können. Renault war am Limit."

Tatsächlich musste sich Renault gestern auch den Michelin-Kunden McLaren und Honda beugen. McLaren-Chef Ron Dennis feixte: "Die Reifen haben bei uns sehr gut funktioniert. Das Auto ist hervorragend ausbalanciert." Das Dilemma für Renault: Die Reifen für die nächsten beiden Rennen in Ungarn am kommenden Sonntag und in der Türkei in vier Wochen sind schon entwickelt. Zudem darf bis dahin nicht mehr getestet werden. Schumacher sagte mit dem Anflug eines Grinsen: "Da sollten wir keine Probleme haben."

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