GP von Großbritannien

Großer Preis von Großbritannien Großer Preis von Großbritannien

GP von Großbritannien

— 11.07.2005

Der falsche Sieger

Montoya siegt in Silverstone erstmals für Mercedes. Dumm nur: Teamkollege Räikkönen geht erneut der Motor hoch. Schumis Ferrari wieder zu langsam.

Alonso der wahre Gewinner

Juan Pablo Montoya hat seinem neuen Arbeitgeber McLaren-Mercedes endlich die lang ersehnte Freude bereitet. Der Kolumbianer kletterte nach dem Großen Preis von Großbritannien erstmals in schwarz-weißer Rennmontur aufs Treppchen. Dennoch war die Freude im Lager der Silberpfeile nach dem elften Formel-1-Lauf der Saison nicht ungetrübt: Zum einen fiel die obligatorische Sektdusche wegen der Bombenattentate von London aus. Viel wichtiger aber: Im Siegerauto saß der falsche eigene Mann. Denn der eigentliche Titelanwärter von McLaren-Mercedes, Kimi Räikkönen, erreichte nur den dritten Platz.

Wie schon in Magny-Cours sieben Tage zuvor kostete den 25jährigen ein Motorschaden im Training zehn Startplätze. Diesmal wurde dem Finnen eine defekte Ölpumpe zum Verhängnis. Von Rang zwölf gestartet, endete seine Aufholjagd immerhin noch auf dem Podest, doch glücklich war keiner darüber. "Wir können uns nur bei Kimi entschuldigen", erklärte Mercedes-Sportchef Norbert Haug. Auch der "Iceman" selbst war sauer: "Wenn dir an jedem Rennwochenende der Motor hochgeht, dann kannst du nicht Weltmeister werden." Und so stand der eigentliche Gewinner von Silverstone rechts neben Montoya: Renault-Fahrer Fernando Alonso (77 Punkte) vergrößerte als Zweiter seinen Vorsprung in der WM-Fahrerwertung auf den drittplazierten Räikkönen (51) um weitere zwei Punkte.

Mitgefühl für Pechvogel Kimi

Selbst bei den Rivalen löste Räikkönens Pleitenserie Mitgefühl aus: "Ich kann mir vorstellen, wie sich Kimi fühlt. Dieses Pech ist bitter. Dabei sind die McLaren eigentlich schneller", sagte Alonso, der in dieser Saison bislang ohne technischen Defekt über die Runden kam. "Kimi kann einem wirklich leid tun. Dieses Pech ist unglaublich. So etwas zehrt an einem", gab sich auch Noch-Weltmeister Michael Schumacher verständnisvoll.

Der Ferrari-Pilot hatte indes genügend Anlaß, mit seinem eigenen Schicksal zu hadern. Schumi (34 Pkt.) erreichte im erneut nicht siegfähigen F2005 nur Platz sechs hinter Giancarlo Fisichella (Renault) und Jenson Button (BAR-Honda). Zwei Wochen vor Hockenheim (24. Juli) kann er die Titelverteidigung nun endgültig abschreiben. Mit einer Enttäuschung endete das Rennen auch für die anderen deutschen Piloten: Ralf Schumacher wurde in seinem Toyota Achter und sicherte sich immerhin noch einen WM-Punkt. Der Mönchengladbacher Nick Heidfeld ging als Zwölfter im BMW-Williams gänzlich leer aus.

Die Vorentscheidung im Kampf um den Sieg fiel direkt nach Alonsos erstem Boxenstopp in der 22. Runde. Der 23jährige Spanier mußte nach der Boxenausfahrt in einem kurzen Rad-an-Rad-Duell mit Montoya nachgeben und den etwas schnelleren Silberpfeil-Piloten ziehen lassen. "Ich wußte, daß ich mehr als Fernando riskieren konnte. Denn für ihn geht es schließlich um die WM", erklärte Montoya.

Montoya macht Riesensprung

Dank seines ersten Saisonsieges machte der bislang enttäuschende Juan Pablo Montoya in der WM-Wertung einen Sprung von Rang elf auf Platz sechs. Jenson Button kletterte von 16 auf zwölf. Michael Schumacher verlor im Kampf um den WM-Titel weiter entscheidend an Boden.

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