GP von Monaco 2007

Großer Preis von Monaco 2007 Großer Preis von Monaco 2007

GP von Monaco 2007

— 29.05.2007

Was bleibt vom Doppelsieg?

Titelverteidiger Fernando Alonso feierte einen Start-Ziel-Sieg und übernimmt zum ersten Mal in dieser Saison die Führung in der WM. Trotzdem bleibt ein fahler Beigeschmack: Durfte Hamilton nur Zweiter werden – Mercedes-Stallorder?

Formel-1-Weltmeister Fernando Alonso hat mit einem beeindruckenden Sieg seinen Vorjahreserfolg beim Großen Preis von Monaco wiederholt und damit zu seinem teaminternen Konkurrenten Lewis Hamilton in der WM-Gesamtwertung aufgeschlossen. Die beiden McLaren-Mercedes-Piloten führen mit nun 38 Punkten vor Felipe Massa im Ferrari, der hinter Hamilton mit deutlichem Abstand Dritter wurde und jetzt 33 Zähler auf dem Konto hat. Durch den Doppelsieg bauten die Silberpfeile auch die Führung in der Konstrukteurswertung auf die Roten aus, wenn die FIA der Haug-Truppe nicht noch in die Suppe spuckt. Denn es droht ein Nachspiel am grünen Tisch: Nur einen Tag nach der Triumphfahrt in Monte Carlo muss McLaren-Mercedes um den Doppelsieg beim 5. WM-Lauf des Jahres bangen.

FIA untersucht Monaco-Rennen

Ob das Ergebnis – 2. Hamilton, 1. Alonso, 3. Massa (v.l.) – Bestand hat, wird die FIA erst noch entscheiden.

Wie der Automobil-Weltverband FIA am Montag bestätigte, wird untersucht, ob der Rennstall gegen das Regelwerk verstoßen hat. "Die FIA prüft Vorkommnisse, die sich beim Rennen in Monaco ereignet haben. Dabei geht es darum, ob die Regeln möglicherweise gebrochen worden sind", teilte die FIA mit. Laut britischen Medien geht es um den Vorwurf der Teamorder. Über mögliche Strafen wollte ein FIA-Sprecher nichts sagen. Erfahrungsgemäß hat der Weltverband in diesen Dingen allerdings einen großen Spielraum. Sollte sich der Vorwurf der Teamorder bestätigen, ist von einer Geldstrafe über einen Punktabzug bis zur Disqualifikation alles möglich. Bei McLaren-Mercedes sieht man die Situation entspannt: "Alle Entscheidungen vor und während des Rennens haben absolut den Regeln entsprochen", heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung.

"Den Ausgang des Rennens zu bestimmen ist mein Job" (Ron Dennis)

Ron Dennis: Wenn es darauf ankommt, bestimmt er wo es lang geht.


Den Stein ins Rollen brachte ausgerechnet McLaren-Teamchef Ron Dennis, der zugab, dass der Zweikampf zwischen seinen beiden Fahrern nicht hundertprozentig sportlich auf der Strecke entschieden wurde: "In diesem Rennen geht es für die Fahrer nur darum, wirklich schnell zu fahren und uns die Möglichkeit zu geben, den Ausgang zu bestimmen – und das ist mein Job", sagte der Brite. Eigentlich sei es nicht seine Art, Fahrer einzubremsen und sie zu frustrieren, Dennis schob aber gleich nach: "Aber so muss man in Monaco agieren, wenn man gewinnen will, und dafür werde ich mich nicht entschuldigen."

Angeblich hatte Hamilton die Anweisung erhalten, Alonso nicht anzugreifen, was Dennis bestätigte: "Es wird Zeiten und Strecken geben, auf denen sie frei fahren dürfen, aber nicht hier." Den Vorwurf der Teamorder wies Dennis dennoch entschieden zurück. "Wir sind uns keiner Schuld bewusst. Wir werden nie einen unserer Fahrer über einen anderen stellen. Bei uns geht es immer fair zu." Alonso habe in Monaco eine komplett andere Strategie verwendet als Hamilton. Dennis: "Das war einer der Gründe, warum er den Grand Prix gewonnen hat." Hamilton hatte nach dem Rennen trotz des zweiten Platzes seinem Ärger Luft gemacht. "Ich muss eben damit leben, dass ich die Zwei auf dem Auto habe", sagte der Formel-1-Neuling. Dennoch wollte er nicht von Teamorder sprechen: "Sie haben ja nicht gesagt, dass ich hinter Fernando bleiben soll, aber das Ziel des Teams ist es, so viele Punkte wie möglich zu holen."

Alonso und Hamilton: Eine Klasse für sich

"Ein fantastisches Wochenende mit einem Hattrick aus Training, Qualifying und Rennen", sagte Alonso über die durchweg erfolgreichen Tage im Fürstentum und lobte das Team für ein perfektes Auto: "Ich habe es genossen, in diesem Auto zu fahren. Das war der leichteste Sieg meiner Karriere." Für Alonso war der Erfolg auf dem Stadtkurs in Monte Carlo der zweite Saisonsieg nach dem Großen Preis von Malaysia. Sein junger Teamkollege Hamilton fuhr bereits zum vierten Mal in Folge auf den zweiten Platz und stand nach seinem fünften Rennen in der Königsklasse zum fünften Mal auf dem Treppchen, liegt aber in der WM-Wertung trotz Punktgleichheit hinter Alonso, da dieser bereits Siege feiern konnte. "Eine Performance wie aus dem Bilderbuch ohne den kleinsten Fehler. Fernando und Lewis waren eine Klasse für sich", lobte Mercedes-Sportchef Norbert Haug nach dem Rennen.

Schumacher brachte Massa diesmal kein Glück

Felipe Massa fuhr den Silbernen hinterher. Platz drei im Rennen und in der WM-Wertung.


Dem Brasilianer Massa brachte die Anwesenheit seiner Mentors Michael Schumacher diesmal weniger Glück als noch vor zwei Wochen beim Großen Preis von Spanien in Barcelona, als er unter den Augen des Rekordweltmeisters seinen zweiten Sieg in Folge eingefahren hatte. Trotz des chancenlosen Rennverlaufs bleibt der 26-Jährige gelassen: "Fünf Punkte sind nichts in der WM. Ich werde hart daran arbeiten, um sie im nächsten Rennen zu packen", kündigte Massa an, der den großen Rückstand auf die Silberpfeile auf den Verkehr zurückführte, der ihn aufgehalten habe. Sein Teamkollege Kimi Räikkönen konnte sich im Gegensatz zu Massa von seiner Startposition deutlich verbessern. Der Finne, von Platz 16 aus ins Rennen gegangen, schob sich auf dem engen Kurs durch die Häuserschluchten immerhin noch bis auf Rang acht vor, holte dadurch einen Punkt und behauptete den vierten Platz der WM-Wertung (23).

Heidfeld mit Ein-Stopp-Strategie

Nick Heidfeld war im Sauber-BMW zum wiederholten Mal bester Deutscher.


Bester Deutscher wurde der BMW-Sauber-Pilot Nick Heidfeld, der sich mit seiner Ein-Stopp-Strategie vom siebten Startplatz um eine Position verbesserte und weiter Fünfter in der WM-Wertung bleibt. "Ich bin zufrieden. Beim Start war es heute wichtig, Positionen gutzumachen. Anfangs hatte ich Probleme mit meinen weichen Reifen, danach wurde es besser und besser", sagte der 30-Jährige. BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen erklärte, er freue sich über die Zuverlässigkeit beider Boliden und die insgesamt sieben WM-Punkte, zu denen der Pole Robert Kubica als Fünfter vier Zähler beisteuerte. Nico Rosberg, der nach rund einem Drittel sein Team über leichte Probleme an seinem Williams-Toyota informierte, fiel von Startplatz fünf auf zwölf zurück. Für Ralf Schumacher setzte sich die Serie erfolgloser Rennen fort. Der Toyota-Pilot kam nicht über Platz 16 hinaus, konnte aber die bessere Performance abliefern als Teamkollege Jarno Trulli aus Italien, der dennoch 15. wurde. Neuling Adrian Sutil (Gräfelfing) im Spyker-Ferrari, bis dahin recht schnell unterwegs, rutschte in der 53. Runde am Casino in die Leitplanke und und schied aus.

Das Rennergebnis von Monaco

• 1. Fernando Alonso (ESP) McLaren-Mercedes, • 2. Lewis Hamilton (GBR) McLaren-Mercedes, • 3. Felipe Massa (ITA) Ferrari, ... • 6. Nick Heidfeld (GER) Sauber-BMW, ... • 12. Nico Rosberg (GER) Williams-Tyota

Stand in der Fahrer-WM

• 1. Alonso (ESP) 38, • 2. Hamilton (GBR) 38, • 3. Massa (ITA) 33, ... • 5. Heidfeld (GER) 18, ... • 8. Rosberg (GER) 5.

Autor: Sven-Jörg Buslau

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