GP2

GP2: Sieg aus der letzten Startreihe

— 04.09.2016

Überschlag in Monza

Überschlag, Safety-Car-Verwirrung und ein italienischer Doppelsieg, der die Meisterschaft spannend macht: Die GP2 in Monza hatte so einiges zu bieten.

An diesem Krimi in ihrer Nachwuchsserie kann sich die große Formel 1 vor dem Start in Monza ein Beispiel nehmen! Das Hauptrennen der GP2 in Italien bot so ziemlich alles, was Motorsport spannend macht: Der Sieger, Antonio Giovinazzi, war aus der letzten Startreihe losgefahren!

Heimsieg in Monza für Prema-Pilot Antonio Giovinazzi

Eigentlich hatte sich der Lokalmatador im Qualifying Startplatz zwei hinter Prema-Teamkollege und Meisterschaftsrivale Pierre Gasly gesichert. Die Rennkommissare stellten nach dem Zeittraining jedoch einen um 0.1 psi zu niedrigen Reifendruck am linken Vorderreifen fest und versetzten den Italiener ans Ende des Feldes.

Mit der Wut im Bauch pflügte Giovinazzi im Rennen zurück in Richtung Spitze – und hatte nach dem Reifen-Frust dann das Glück auf seiner Seite: Nach einem heftigen Crash zwischen Arthur Pic und Sergio Canamasas rückte das Safety-Car aus. Rapax-Pilot Pic hatte versucht Canamasas in der zweiten Lesmo-Kurve zu überholen. Der Spanier rechnete an der ungewöhnlichen Stelle nicht damit, lenkte ein und es kam zum Überschlag – beide Piloten stiegen danach aber unverletzt aus.
Für Wirbel sorgte indes, dass das Safety-Car fälschlicherweise Gasly als Führenden einfing – dabei hatte der Franzose kurz vorher schon gestoppt. Die Top-3, Raffaele Marciello, Gustav Malja und Giovinazzi bekamen dadurch einen großen Vorteil geschenkt und konnten sich auch nach ihren Boxenstopps auf frischen Reifen vor Gasly einreihen.

Giovinazzi jubelt vor den Tifosi, Marciello ist bedient

Beim Schlusssprint über acht Runden zeigte dann Giovinazzi die besten Nerven und schnappte sich in den beiden letzten Umläufen erst Malja und dann kurz vor dem Ziel auch noch Marciello. Für den 22-jährigen Italiener war der von den Tifosi in Monza viel umjubelte Heimsieg bereits der vierte Saisonerfolg, nach zwei Triumphen in Baku und einem in Spa. Auch im Sprintrennen am Sonntag, das der Franzose Norman Nato gewann, raste Giovinazzi als Dritter wieder aufs Podium. Galsy wurde Zweiter. Zwischen den beiden Teamkollegen ist die Meisterschaft vier Rennen vor Schluss damit völlig offen.

Gerade einmal zehn Punkte liegt Gasly vor Giovinazzi. Für den führenden Franzosen ist es allerdings schon das dritte Jahr im Formel-1-Unterhaus GP2. Giovinazzi fährt seine erste Saison in der Nachwuchsserie und könnte mit einem Titelgewinn als Rookie auch Dr. Helmut Marko zum Umdenken bringen: Gemäß dem Red-Bull-Nachwuchsprogramm gilt Gasly für 2017 als heißer Anwärter auf Danil Kvyats Toro-Rosso-Cockpit. Gewinnt überraschend Giovinazzi den Titel, könnte der junge Italiener ganz schnell zur besseren Alternative für die Scuderia aus Faenza werden.

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: GP2

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