GP2: Spa-Francorchamp 2007

GP2: Spa-Francorchamp 2007

— 17.09.2007

Glock ohne Glück

Im Kampf um den Titel in der höchsten Formel-Nachwuchsklasse hat Spitzenreiter Timo Glock vor den letzten beiden Rennen der GP2-Serie nur noch zwei Punkte Vorsprung vor dem Brasilianer Lucas di Grassi.

Erst von der Technik im Stich gelassen, dann von einem Konkurrenten von der Strecke gerammt: Nach einer schier unglaublichen Pechsträhne ist der Vorsprung von Timo Glock in der GP2-Serie vor dem Brasilianer Lucas di Grassi auf zwei Punkte zusammengeschmolzen (79:77). "Dazu kann man einfach nichts mehr sagen. Da fehlen mir die Worte", schimpfte Glock nach dem völlig verkorksten Wochenende in Spa. Bereits im ersten Rennen am Samstag war die Hoffnung auf den vorzeitigen Titelgewinn geplatzt. Glock blieb wegen eines Kupplungsproblems am Start stehen, rettete aber einen Extrapunkt für die schnellste Runde. Am Sonntag scheiterte der 25-Jährige schon vor dem Start, weil ihn der Argentinier Ricardo Risatti auf dem Weg zur Startaufstellung in die Leitplanke drückte. "Ich weiß gar nicht, wo der hergekommen ist. Ich bin extra ganz außen gefahren", meinte Glock. Risatti hatte beim Reifenanwärmen die Kontrolle über sein Auto verloren und war gegen Glocks Wagen geschleudert.

Entscheidung in Valencia

Der Sieger im Sprintrennen: Karun Chandhok vor Andy Soucek (ESP, links) und Lucas di Grassi (BRA, rechts).

"Wahrscheinlich sollen wir den Titel nicht gewinnen, in dieser Serie muss man wohl eine Münze werfen, um den Meister zu ermitteln", meinte Glock und spielte damit auf die ständigen Technik-Probleme im Unterhaus der Formel 1 an: "Es ist unglaublich, dass man das nicht in den Griff bekommt." Dass Glock noch mit einem kleinen Polster nach Valencia fliegen kann, liegt daran, dass di Grassi bei den Siegen von Nicolas Lapierre (Frankreich) und Karun Chandhok (Indien) lediglich zweimal Dritter wurde. Zudem verdankt es der Hesse einem Entgegenkommen von BMW-Sauber, dass er in Spanien überhaupt antreten kann. Denn die Münchner haben ihn von seinen Pflichten als Formel-1-Ersatzfahrer beim gleichzeitig stattfindenden Großen Preis von Japan in Fuji freigestellt. Für dieses Vertrauen hätte sich der Odenwälder gerne mit dem vorzeitigen Titelgewinn bedankt. Jetzt muss er in Spanien zittern, wenn er als GP2-Champion die Nachfolge von Nico Rosberg (Wiesbaden/2005) und Lewis Hamilton (Großbritannien/2006) antreten will. Wie diese beiden würde er danach gerne einen Stammplatz in der Formel 1 erobern. Kontakte zu Williams und Toyota bestehen, Glock hofft auf eine Entscheidung noch vor Valencia. Das GP2-Finale findet dort am 29. und 30. September 2007 statt.

Autor: Sven-Jörg Buslau

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