Grand Prix von Europa

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— 21.06.2002

Schumi redet WM spannend

Michael Schumacher hofft bei seinem Heimrennen auf dem Nürburgring auf Regen und schwelgt in Erinnerungen.

"Üben" in der Kart-Halle

Als Michael Schumacher im abgeriegelten "Dorint"-Hotel Einlass begehrte, blitzte und donnerte es. Das Unwetter in der Eifel registrierte der viermalige Weltmeister mit einem Schmunzeln. Er hatte gerade die Wetterprognose für das Abschlusstraining und das Rennen am Wochenende vernommen: Gewitter und Schauer. Und er weiß: Auf nassem Terrain kann sein selbst ernannter Hauptgegner für den Großen Preis von Europa (Sonntag, 23.6.,14 Uhr), BMW-Williams, nur langsam über den Nürburgring kreisen.

Die Michelinreifen von Bruder Ralf und dessen Teamkollegen Juan Pablo Montoya entwickeln bei Regen bekanntlich weniger Haftung als der Bridgestone-Pneu, den Ferrari montiert. "Wenn es trocken bleibt, müsste BMW-Williams hier normalerweise sehr stark sein", sagt Schumacher, "stärker als McLaren-Mercedes, die eher auf Strecken gut sind, wo viel Traktion gefragt ist, und das ist am Nürburgring weniger der Fall."

Anstrengungen, die Weltmeisterschaft spannend zu reden, sind zur Routine geworden. Wie die Abstimmung eines Autos. Ferrari-Testfahrer Luca Badoer hat in Mugello getestet und sein Kollege Luciano Burti in Jerez. Schumacher: "Das Wichtigste am Nürburgring ist ein gut balanciertes Auto, was nicht ganz leicht hinzukriegen ist. Die Autos neigen auf dieser Strecke zum Untersteuern." Die intensiven Übungsfahrten von Ferrari für das Rennen in der Eifel verliefen allerdings ohne Probleme. "Wir sind bereit", so Schumacher.

Am Mittwoch (19.6.) tat er noch etwas fürs Zusammengehörigkeitsgefühl in seiner Mannschaft und riegelte seine Kart-Halle in Kerpen ab, um mit den Ferrari-Angestellten wie jedes Jahr unter Ausschluss der Öffentlichkeit um die Wette zu knattern. Das Rennen, nur circa 80 Kilometer Luftlinie von seinem Heimatort entfernt, weckt indes Erinnerungen beim Weltmeister: "Ich kann mich noch sehr gut erinnern, als ich das erste Mal am Nürburgring gefahren bin", sagt er und klingt sentimental. "Das war mit einem Polo G40, bevor ich in die Formel Ford kam. Einige Jahre später bin ich dann mit einem Mercedes 190 auf der Nordschleife gefahren. Als ich fertig war, hat das Auto ein Totalservice gebraucht."

Fahrer müssen Überstunden schieben

Durch die neue Streckenführung müssen Schumacher und Kollegen nun Überstunden schieben, in jeder Runde auf der Ideallinie rund 700 Meter weiterfahren als bislang. Bei Ferrari rechnet man daher mit einer um 15 Sekunden längeren Rundenzeit als im Vorjahr. An der kniffligen Aufgabe, die Fahrzeuge auf den Kurs einzustellen, hat sich indes nichts geändert. "Der Nürburgring ist eine jener Strecken, wo das Chassis auf minimale Änderungen reagiert. Darum ist es eine große Herausforderung, es richtig hinzubekommen", sagt Ferraris Technikchef Ross Brawn. Erschwerend kommt hinzu, dass erstmals ein neues Aerodynamikpaket eingesetzt wird, für das noch "keinerlei Erfahrungswerte" vorlägen.

Im Training am Freitag und Samstag setzt Ferrari überdies einen neuen, leistungsstärkeren Motor ein. Am Renntag freilich greifen die Italiener dann wieder auf Altbewährtes zurück. Das aufgerüstete Aggregat will Ferrari erst beim Italien-Grand-Prix auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke in Monza im September präsentieren. Stillstand gebe es trotz aller Erfolge keineswegs, sagt Brawn jedenfalls.

Mehr Kopfzerbrechen macht Schumacher freilich die Anhörung durch die oberste Automobilbehörde Fia am kommenden Mittwoch (26.6.). Gemeinsam mit seinem Teamgefährten Rubens Barrichello und Rennleiter Jean Todt muss der Deutsche zur Stallorder beim Großen Preis von Österreich Stellung nehmen. Wie es der Zufall will, trifft er einen Tag zuvor den Fia-Präsidenten Max Mosley in Bergisch-Gladbach. In den Räumlichkeiten der Bundesanstalt für Straßenwesen wird das sicherste Serienauto der Welt präsentiert. Dabei wird den beiden sicherlich Zeit bleiben, um das Für und Wider eventueller Punktabzüge zu diskutieren.

Alle Informationen zur Formel 1 finden Sie hier.

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