Große autobild.de-Umfrage

Die Autohäuser werden im kommenden Jahr von vielen Schnäppchenjägern besucht werden. Wird das Opelwerk in Rüsselheim 2009 den Besitzer wechseln?

Große autobild.de-Umfrage

— 02.01.2009

So wird das Autojahr 2009

Vor uns liegt kein einfaches Jahr. Die Wirtschaft in einer schweren Krise, drohende Massenentlassungen, verunsicherte Verbraucher. Und was sagen die Autofahrer? Die große autobild.de-Umfrage bringt es ans Licht.

Manchmal ist der Grat zwischen Zukunftsangst und Zuversicht schmal. Und der Weg vom Pessimismus zur Panikmache kurz. So stehen wir also voller Unsicherheit am Anfang eines Jahres, in dem uns Wirtschaftsflaute und Massenentlassungen drohen und von dem gesagt wird, die weltweite Krise werde bei uns jetzt erst so richtig durchschlagen. Na dann, frohes neues Jahr! Aber jetzt mal Schluss mit Schwarzmalerei. Was bringt das Jahr eins nach dem Anfang der Autokrise wirklich? Wie werden sich die deutschen Autofahrer tatsächlich verhalten? Schulden vermeiden oder Schnäppchen jagen? Kleinwagen oder lieber gar nichts wagen? Die Antworten liefert die große Internet-Umfrage von autobild.de.

In der Bildergalerie: Die Ergebnisse der autobild.de-Umfrage

Die Autohäuser werden 2009 Besuch von vielen Schnäppchenjägern bekommen.

Mehr als 3800 Autofahrer äußerten sich zu ihren Kaufabsichten 2009, zu Themen wie alternative Antriebe und Kfz-Steuer oder zur Frage, was aus Opel werden soll. Die Ergebnisse (siehe Bildergalerie) zeigen: Von automobiler Resignation ist Deutschland zwar noch ein ganzes Stück entfernt. Doch die Autofahrer in unserem Land machen sich auch so ihre Gedanken zu Verzicht und Bescheidenheit. Auf die Frage, welche Auswirkungen die Autokrise für die Befragten persönlich habe, antworteten die meisten: keine! Jeder Dritte sieht sie sogar als Chance, ein Schnäppchen zu machen.

Mehrheit will kein Billigauto

Zurückhaltung? Von wegen: Auch 2009 wollen viele Deutsche sich ein neues Auto anschaffen.

Auf der anderen Seite gab aber auch jeder dritte Teilnehmer an, 2009 einen geplanten Autokauf zu verschieben oder völlig zu streichen. Und: Die Mehrheit könnte sich vorstellen, aus Kostengründen ganz oder teilweise auf das Autofahren zu verzichten. Einen Trend zum Billigauto konnte unsere Umfrage nicht bestätigen. Fast 60 Prozent gaben an, ihr nächstes Auto falle in die Kategorie der Kompakt- und Mittelklasse. Für Minis oder Kleinwagen will sich dagegen nicht einmal jeder Fünfte entscheiden. Schon 2008 gaben die Deutschen für einen Neuwagen im Schnitt 25.500 Euro aus – das sind übrigens nur 500 Euro weniger als im Jahr davor.

CO2-Steuer schon Mitte 2009

Erfreuen dürfte die Mehrzahl der Autofahrer die Absicht der Bundesregierung, schon Mitte des Jahres eine Kfz-Steuer auf CO2-Basis einzuführen. Mit 36 Prozent votierten die meisten Teilnehmer der Umfrage für diese Form. Bei der Frage nach den alternativen Antriebsformen der Zukunft setzt die Mehrzahl der Befragten 2009 auf die Weiterentwicklung von Elektro- und Hybridantrieb. Für moderne Umwelttechniken deutlich mehr zu bezahlen, dazu ist allerdings nur jeder Zehnte bereit. Für 60 Prozent dürfen Öko-Innovationen nichts kosten. Das scheint typisch für 2009 zu werden; diese Einstellung: Ja, aber ...

Absatz-Minus von zehn Prozent befürchtet

Die Tabelle vom Center of Automotive zeigt die Zukunftsfähigkeit der Autokonzerne.

Der Blick in die Glaskugel zeigt derzeit fast täglich neue Bilder – und sie werden eher düsterer. Das "Center of Automotive" der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach ging Anfang Dezember 2008 in seiner Prognose für das Automobiljahr 2009 noch von einem Absatzrückgang von fünf Prozent in den Kernmärkten USA, Westeuropa und Japan aus. Ende des Monats korrigierten Center-Leiter Stefan Bratzel und sein Team ihre Erwartungen auf einen Rückgang von rund zehn Prozent. Was bedeuten würde, dass sich die Krise auch in diesem Jahr ungebremst fortsetzt. Sogar in den bisherigen Wachstumsmärkten wie Indien und China werden 2009 die Absatzzahlen erstmals in diesem Jahrtausend im Vergleich zum Vorjahr zurückgehen.

VW könnte der Gewinner sein

Der Volkswagen-Konzern könnte aus der Krise sogar gestärkt hervorgehen.

Doch bei all den Hiobsbotschaften wird es nach Bratzels Prognosen nicht nur Verlierer auf dem automobilen Weltmarkt geben. "Die deutschen Autokonzerne werden in der Mehrzahl gestärkt aus der Krise hervorgehen", glaubt der Wirtschaftswissenschaftler. Insbesondere der VW-Konzern werde nach derzeitiger Sicht zu den Gewinnern der Finanz- und Wirtschaftskrise zählen. Bei der Beurteilung der Zukunftsaussichten der 17 größten Automobilkonzerne erhält VW dann auch trotz zu erwartender erheblicher Einbußen bei Umsatz, Rendite und Absatz die beste Beurteilung der Leistungsstärke (siehe Tabelle). Voraussetzung dafür sei besonders eine gute Innovationsstärke.

Wer sich anpasst, überlebt

Stefan Bratzel leitet die Forschungseinrichtung Center of Automotive.

"Die dramatischen Marktveränderungen werden, verbunden mit der Finanzkrise, den grundlegenden Strukurwandel der Automobilbranche noch verstärken", prognostizieren Bratzel und sein Team. Generell werden jene Konzerne die Krise erfolgreich überstehen, die ihre Produktion schnell der sinkenden Nachfrage anpassen, ihre Stellung in den starken Wachstumsmärkten ausbauen und auch während der Wirtschaftskrise die Investitionen in attraktive Modelle und vor allem neue Technologien vorantreiben. Dieses Jahr wird ein enorm wichtiges für die Autobauer – und ein besonders spannendes Jahr für die Autofahrer. Machen wir also das Beste daraus.

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.