Großer Gebrauchtwagen-Test

Das beste Einsteiger-Auto: VW Golf II (1983–1992) Das beste Einsteiger-Auto: VW Golf II (1983–1992)

Großer Gebrauchtwagen-Test

— 06.11.2006

Die besten Gebrauchten aller Klassen

Gebrauchtwagenkäufer haben meist einen engen finanziellen Spielraum. Und schränken sich deshalb oftmals unnötig ein. Dabei gibt es viele interessante Alternativen. AUTO BILD zeigt seine ganz persönlichen Favoriten.

Einstiegs- und Kleinstwagen

Der Beste für Einsteiger: VW Golf II (1983–1992)

Er läuft, und läuft, und läuft. 15 Jahre nach Einstellung der Baureihe gehört der Golf II noch immer zum gewohnten Straßenbild. Der Wolfsburger Kompaktwagen ist tatsächlich ein echtes Langzeitauto, ein Gebrauchtwagen mit Klasse. Weil VW von Beginn an einseitig verzinkte Bleche in den rostgefährdeten Bereichen einsetzte und ab Modelljahr 1986 sämtliche Hohlräume mit Heißwachs flutete. Mechanisch hat der Golf ebenfalls gute Anlagen für ein langes Leben, denn Motorblock und Lager sind großzügig dimensioniert. Bei regelmäßiger Pflege und Wartung (insbesondere Zahnriemen und Wasserpumpe) sind Laufleistungen von etwa 400.000 Kilometern möglich. Vor allem mit dem harmonischen 1,8-Liter-Motor mit 90 PS und G-Kat, der durch Nachrüstung sogar die Schadstoffklasse D3 erreicht (www.twintec.de). Top für Einsteiger ist auch die Ersatzteilversorgung: Fast alles gibt es beim Verwerter. Schwachstellen: Der Golf II hat zwar beste Anlagen für ein langes Leben, aber ohne Pflege und Wartung geht es nicht. Daran hapert es jedoch oft. Dann sind Rost, reißende Zahnriemen, leckende Wasserpumpen, ausgeleierte Stoßdämpfer oder auch undichte Radbremszylinder an den Trommelbremsen nicht ungewöhnlich. Genausowenig wie poröse Bremsschläuche und Ölverlust am Antrieb, was ebenfalls häufig beim TÜV-Besuch moniert wird. Preis: ab 700 Euro (bei Laufleistungen um 100.000 Kilometer) Technische Daten: Hubraum: 1781 cm³, Leistung: 90 PS, Höchstgeschwindigkeit: 176 km/h AUTO BILD-Urteil: *** (max. fünf Sterne)
VW Golf II Typ 19E, Baujahr 1983 bis 1992
Unterhaltskosten
Testverbrauch 8,7 l Normal/100 km
Inspektion 100 bis 300 Euro
Haftpflicht (20) 799 Euro1)
Teilkasko (14) 175 Euro1)
Vollkasko (10) 289 Euro1)
Kfz-Steuer (Euro 1) 272 Euro
1)Normaltarif der Ontos-Versicherung, Zulassung in Berlin, Fahrer: Versicherungsnehmer + Partner (30 Jahre alt), jährliche Fahrleistung 15.000 km, Beitragssatz 100%
Ersatzteilpreise2)
Lichtmaschine (AT) 307 Euro
Anlasser (AT) 262 Euro
Wasserpumpe (AT) 191 Euro
Zahnriemen 210 Euro
Endschalldämpfer 198 Euro
Kotflügel vorn, lackiert 687 Euro
Bremsscheiben und -klötze vorn 181 Euro
2) inklusive Lohnkosten und 16 Prozent Umsatzsteuer
 

Der beste Einkaufswagen: Daihatsu Cuore 1.0 (1999–2003)

Kurz und überwiegend gut: der Daihatsu Cuore, Typ L701.

Solide, zuverlässig, sparsam – als Einkaufswagen für die Stadt taugte der Daihatsu Cuore schon immer. Was den Typ L701 jedoch von der Masse der anderen Minimalisten abhebt, ist der moderne Dreizylinder, der dem kleinen Japaner neben Sound und Spritzigkeit eine gehörige Portion Fahrspaß verleiht. Ausprobieren! Schwachstellen: Die Mechanik des Cuore gilt als recht solide. Wie bei den meisten Stadtflitzern verschleißt überwiegender Kurzstreckenbetrieb auch beim Daihatsu Kupplung, Bremsen und Auspuff rasch. Hin und wieder sorgt Spritzwasser für Zündprobleme. Schlecht gepflegte Exemplare zeigen im Alter öfter Rost an den Schnittkanten, bisweilen auch Ölverlust an Motor und Getriebe. Preis: ab 3000 Euro (bei Laufleistungen um 50.000 Kilometer) Technische Daten: Hubraum: 989 cm³, Leistung: 56 PS, Höchstgeschwindigkeit: 140 km/h AUTO BILD-Urteil: **** (max. fünf Sterne) 
Unterhaltskosten Daihatsu Cuore 1.0, Typ L701 56 PS, Bj. 99-03
Testverbrauch: 6,6 l Normal/100 km
Inspektion: 150 bis 250 Euro
Haftpflicht (13): 498 Euro1)
Teilkasko (17): 248 Euro1)
Vollkasko (16): 699 Euro1)
Kfz-Steuer (Euro 3): 67 Euro
1) Normaltarif der Ontos-Versicherung, Zulassung in Berlin, Fahrer: Versicherungsnehmer + Partner (30 Jahre alt), jährliche Fahrleistung 15.000 km, Beitragssatz 100%
Ersatzteilpreise2)
Lichtmaschine: 527 Euro
Anlasser: 441 Euro
Wasserpumpe: 265 Euro
Zahnriemen: 261 Euro
Endschalldämpfer: 199 Euro
Kotflügel vorn, lackiert: 402 Euro
Bremsscheiben und -klötze vorn: 405 Euro
2) inklusive 16 Prozent Mehrwertsteuer und Lohn

Kompaktklasse und Vans

Der beste Kompakte: Ford Focus 1.6 (1998–2004)

Radikaler hätte Ford den Modellwechsel vom Escort zum Focus kaum gestalten können. Und zwar nicht nur hinsichtlich des damals als sehr futuristisch empfundenen New-Edge-Designs, sondern auch in Sachen Qualität und Zuverlässigkeit. Da trennen den Focus tatsächlich Welten von seinem rostigen und anfälligen Vorgänger. Guter Korrosionsschutz durch eine vollverzinkte Karosserie und die von Beginn an ausgereifte Konstruktion bescheren dem Focus echte Langzeitqualitäten – trotz kleiner Schwächen. Mit dem ausgewogenen Fahrwerk setzte Ford sogar neue Maßstäbe in der Kompaktklasse. Trotz der fahrdynamischen Auslegung mit vorbildlich direkter Lenkung kommen Komfort und Sicherheit nicht zu kurz. Ordentliche Platzverhältnisse, spritzige Benziner – der 1.6 ist zudem recht sparsam – und standfeste Bremsen komplettieren das Bild eines gelungenen Kompaktwagens. Dennoch kommen Schnäppchenjäger auf ihre Kosten, denn der Focus ist als Gebrauchtwagen deutlich günstiger als ein vergleichbarer VW Golf.

Schwachstellen: Der Ford Focus gehört zu den soliden Vertretern in der Kompaktklasse. Wenn es in der Vergangenheit gravierende Schäden gab, betraf es meist die Diesel, die Benziner sind zuverlässiger. Mögliche Schwachstellen des Kompakten: Rost an Türkanten und Auspuff, klappernde Stabilisatoren an der Vorderachse, defekte Radlager, Ölverlust am Antrieb sowie ab und an Störungen an der Elektrik. Preis: ab 5500 Euro (bei einer Laufleistung um 60.000 Euro) Technische Daten: Hubraum:1596 cm³, Leistung: 101 PS, Höchstgeschwindigkeit: 185 km/h AUTO BILD-Urteil: **** (max. fünf Sterne)
Ford Focus 1.6 Typ DA1, Baujahr 1998 bis 2004
Unterhaltskosten
Testverbrauch 7,8 l Super/100 km
Inspektion 150 bis 350 Euro
Haftpflicht (16) 615 Euro1)
Teilkasko (16) 220 Euro1)
Vollkasko (16) 699 Euro1)
Kfz-Steuer (Euro 4) 108 Euro
1)Normaltarif der Ontos-Versicherung, Zulassung in Berlin, Fahrer: Versicherungsnehmer + Partner (30 Jahre alt), jährliche Fahrleistung 15.000 km, Beitragssatz 100%
Ersatzteilpreise2)
Lichtmaschine (AT) 329 Euro
Anlasser (AT) 255 Euro
Wasserpumpe 310 Euro
Zahnriemen 324 Euro
Endschalldämpfer 295 Euro
Kotflügel vorn, lackiert 543 Euro
Bremsscheiben und -klötze vorn 270 Euro
2) inklusive Lohnkosten und 16 Prozent Umsatzsteuer


Der beste Van: Opel Zafira 1.8 (1999–2005)

Erfolgstyp: Der Zafira ist der Praktiker unter den Familien-Vans.

Geht es um viel Platz auf wenig Raum, führt kein Weg an einem Van vorbei. Und wer dabei die größtmögliche Variabilität schätzt, landet fast zwangsläufig beim Opel Zafira. Jedenfalls dann, wenn es ein gebrauchter Familienwagen sein soll. Denn der seit 1999 gebaute Siebensitzer ist als Bestseller in diesem Segment auch auf dem Secondhand-Markt gut vertreten. Zudem ist das Raumkonzept des pfiffigen Flex7-Systems nach wie vor unübertroffen. Für den Transport großer Gegenstände muss nichts ausgebaut werden. Einfach die beiden hinteren Sitze mit einem Griff in den Boden versenken und die zusammengeklappte Bank nach vorn schieben – schon steht ein großer, ebener Stauraum zur Verfügung. Dass mittlerweile etliche Konkurrenten ebenfalls mit diesem Konzept aufwarten, kann Gebrauchtwagenkäufern egal sein. Denn der Zafira hat sich längst bewährt, überzeugt mit moderaten Unterhaltskosten, gilt als recht zuverlässig und ist nach dem Modellwechsel 2005 spürbar günstiger geworden. Empfehlenswert: der kräftige 1,8-Liter-Benziner. Schwachstellen: Rost an tragenden Teilen ist dem Opel Zafira fremd. Doch die Auspuffanlage hält nicht lange. Und die Elektrik ist auch beim Zafira für einige Ausfälle verantwortlich. Bis 2001 zerstörte Überspannung im Bordnetz reihenweise Scheinwerferlampen. Weitere Schwächen: Zahnriemenrisse, Risse im Krümmer beim 1,8-Liter, zu viel Spiel in Lenkung und Vorderachse, quietschende Bremsen. Preis: ab 8500 Euro (bei Laufleistungen um 50.000 Kilometer) Technische Daten: Hubraum:1796 cm³, Leistung: 125 PS, Höchstgeschwindigkeit: 188 km/h AUTO BILD-Urteil: **** (max. fünf Sterne)
Opel Zafira 1.8 Typ A, Baujahr 1999 bis 2005
Unterhaltskosten
Testverbrauch 9,2 l Super/100 km
Inspektion 150 bis 350 Euro
Haftpflicht (14) 551 Euro1)
Teilkasko (14) 175 Euro1)
Vollkasko (15) 666 Euro1)
Kfz-Steuer (D4) 121 Euro
1)Normaltarif der Ontos-Versicherung, Zulassung in Berlin, Fahrer: Versicherungsnehmer + Partner (30 Jahre alt), jährliche Fahrleistung 15.000 km, Beitragssatz 100%
Ersatzteilpreise2)
Lichtmaschine (AT) 272 Euro
Anlasser (AT) 261 Euro
Wasserpumpe 251 Euro
Zahnriemen 236 Euro
Endschalldämpfer 250 Euro
Kotflügel vorn, lackiert 657 Euro
Bremsscheiben und -klötze vorn 345 Euro
2) inklusive Lohnkosten und 16 Prozent Umsatzsteuer

Mittelklasse und Kombis

Mittelklasse: Peugeot 406 1.8 (2001–04)

Ein Peugeot 406 als beste Mittelklasse-Limousine? Warum eigentlich nicht? Zwar hat der Franzose im direkten Vergleich gegen Passat & Co schon oft den Kürzeren gezogen, als Gebrauchtwagen ist der zeitlos elegante Peugeot 406 jedoch ein ganz heißer Tipp für scharf kalkulierende Rechner. Weil die französische Mittelklasse-Limousine weit unter Wert gehandelt wird. Zum Preis eines gebrauchten Kompaktwagens bietet der 406 Platz, Komfort und Ausstattung der Mittelklasse, ohne bei den Unterhaltskosten aus dem Rahmen zu fallen. Vor allem der seit 2001 angebotene 1,8-Liter-Basis-Benziner mit 116 PS knausert mit dem Sprit (er braucht im Schnitt etwa acht Liter Super), sorgt aber dennoch für ansehnliche Fahrleistungen. ABS, Klimaanlage und vier Airbags sind seit dem 1999er-Facelift grundsätzlich Serie, ebenso die verbesserte Verarbeitungsqualität. Und im Punkt Zuverlässigkeit schneidet ein gepflegter Peugeot 406 oftmals besser ab als der Platzhirsch der Mittelklasse, der VW Passat. Und der kostet als Gebrauchter wesentlich mehr.

Schwachstellen: Mit dem Facelift im Jahr 1999 hat der Peugeot 406 qualitativ deutlich gewonnen. Dennoch gibt es auch hier einige Macken. So spinnt beim Franzosen öfter mal die Elektrik (Motormanagement, Komfort-Extras). Weitere typische Schwachstellen: Ölundichtigkeiten am Antrieb, wellige Bremsscheiben, Rost am Auspuff, defekte Lichtmaschinen und zu schwache Bremswirkung. Preis: ab 6500 Euro (bei Laufleistungen um 50.000 Kilometer) Technische Daten: Hubraum:1749 cm³, Leistung: 116 PS, Höchstgeschwindigkeit: 197 km/h AUTO BILD-Urteil: **** (max. fünf Sterne)
Peugeot 406 1.8 Typ 8 6FZ, Baujahr 2001 bis 2004
Unterhaltskosten
Testverbrauch 8,3 l Super/100 km
Inspektion 150 bis 350 Euro
Haftpflicht (19) 748 Euro1)
Teilkasko (16) 220 Euro1)
Vollkasko (17) 777 Euro1)
Kfz-Steuer (Euro 3) 121 Euro
1)Normaltarif der Ontos-Versicherung, Zulassung in Berlin, Fahrer: Versicherungsnehmer + Partner (30 Jahre alt), jährliche Fahrleistung 15.000 km, Beitragssatz 100%
Ersatzteilpreise2)
Lichtmaschine (AT) 363 Euro
Anlasser (AT) 298 Euro
Wasserpumpe 365 Euro
Zahnriemen 356 Euro
Endschalldämpfer 194 Euro
Kotflügel vorn, lackiert 670 Euro
Bremsscheiben und -klötze vorn 288 Euro
2) inklusive Lohnkosten und 16 Prozent Umsatzsteuer

Der beste Kombi: Skoda Octavia 1.6 (seit 1998)

Beliebt: Als Kombi ist der Octavia seit vielen Jahren ein echter Dauerbrenner.

Der Skoda Octavia ist der in Blech gepresste Beweis für den Aufschwung Ost. Vor allem als Kombi ist der seit 1998 verkaufte Plattform-Partner des VW Golf IV ein echter Erfolgstyp. So erfolgreich, dass der tschechische Hersteller die Erstauflage auch nach dem 2005 erfolgten Modellwechsel als besonders preisgünstiges Einstiegsmodell weiterbaut. Zur Freude der Secondhand-Käufer. Denn dadurch hat das einst ziemlich hohe Preisniveau für gebrauchte Octavia Combi spürbar nachgegeben. Wer ausreichend Platz, Komfort und Zuverlässigkeit für kleines Geld sucht, macht mit dem Tschechen nichts falsch. Zwar teilt sich auch der Octavia viele Probleme mit dem Golf IV, schneidet im direkten Vergleich mit dem Wolfsburger jedoch meist besser ab. Vor allem mit den Benzinern. Der brave 1,6-Liter mit ausreichend spritzigen 102 PS gilt ohnehin als die Wahl der Vernunft, weil er bei Jahresfahrleistungen unter 15.000 Kilometern rentabler ist als die zwar sparsameren, aber wartungsintensiven und viel teureren TDI-Varianten.

Schwachstellen: Wie der Plattform-Spender VW Golf IV leidet auch der Skoda Octavia an defekten Luftmassenmessern, anfälligen Zahnriemen (TDI-Modelle), Ölverlust an Motor und Getriebe sowie diversen Elektronik-Macken (Fensterheber, Außenspiegelverstellung, Generatoren, Scheibenwischer). Der TÜV bemängelt zudem die Funktion des Bremskraftreglers und die Hinterachse. Preis: ab 6500 Euro (bei Fahrleistungen um 50.000 Kilometer) Technische Daten: Hubraum: 1595 cm³, Leistung: 102 PS, Höchstgeschwindigkeit: 187 km/h AUTO BILD-Urteil: **** (max. fünf Sterne)
Skoda Octavia 1.6 Typ 1U, Baujahr 1998 bis heute
Unterhaltskosten
Testverbrauch 8,0 l Super/100 km
Inspektion 100 bis 300 Euro
Haftpflicht (15) 573 Euro1)
Teilkasko (19) 300 Euro1)
Vollkasko (15) 666 Euro1)
Kfz-Steuer (Euro 4) 108 Euro
1)Normaltarif der Ontos-Versicherung, Zulassung in Berlin, Fahrer: Versicherungsnehmer + Partner (30 Jahre alt), jährliche Fahrleistung 15.000 km, Beitragssatz 100%
Ersatzteilpreise2)
Lichtmaschine (AT) 319 Euro
Anlasser (AT) 274 Euro
Wasserpumpe (AT) 157 Euro
Zahnriemen 338 Euro
Endschalldämpfer 246 Euro
Kotflügel vorn, lackiert 708 Euro
Bremsscheiben und -klötze vorn 302 Euro
2) inklusive Lohnkosten und 16 Prozent Umsatzsteuer

Luxusklasse und Sportwagen

Die beste Luxus-Limousine: Mercedes S 500 (1991–98)

Höchster Fahr- und Sitzkomfort sowie eine hervorragende Langzeitqualität sind die herausragenden Merkmale der vorletzten Mercedes S-Klasse des Typs W140. Selbst Laufleistungen im sechsstelligen Bereich können der exzellenten Verarbeitung bis ins Detail kaum etwas anhaben. Ergonomie, Fahrverhalten und die hohe passive Sicherheit dieser S-Klasse sind heute noch auf sehr hohem Niveau. Weshalb ein S 500 auch acht Jahre nach Einstellung dieser Baureihe zu den empfehlenswertesten Luxus-Limousinen gehört. Voraussetzung ist allerdings ein lückenlos geführtes Service-Scheckheft. Weil die als fast unzerstörbar geltenden Benzinmotoren immer wieder unseriöse Verkäufer zu Tachomanipulationen verleiten. Die Kaufempfehlung gebührt dennoch dem souveränen S 500, dessen 320 PS starker V8-Motor einfach am besten zu diesem Dickschiff passt. Leistung im Überfluss besitzen viele Konkurrenten ebenfalls. In Sachen Langzeitqualität ist der W140 jedoch noch immer der Maßstab in der Luxusklasse.

Belastbar: Die Hardyscheibe des W140 trotzt Leistung und Gewicht.

Schwachstellen: Das hohe Gewicht des Mercedes W140 überfordert auf Dauer das Lenkgetriebe und sorgt für hohen Verschleiß an den Bremsen. Weitere Schwächen des feinen Schwaben: undichte Automatikgetriebe, häufig schlappmachende Batterien und eine defekte Hubmechanik am Schiebedach. Die Benzinmotoren sind grundsätzlich sehr standfest, die Diesel jedoch nicht. Selten: eine spinnende Elektrik. Preis: ab 9500 Euro (bei Laufleistungen um 150.000 Euro) Technische Daten: Hubraum:4973 cm³, Leistung: 320 PS, Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h AUTO BILD-Urteil: **** (max. fünf Sterne)
Unterhaltskosten Mercedes S 500 4.2, 320 PS Typ W 140, Baujahr 1991 bis 1998
Testverbrauch: 16,4 l Super/100 km
Inspektion: 450 bis 600 Euro
Haftpflicht (23): 1100 Euro1)
Teilkasko (27): 397 Euro1)
Vollkasko (27): 1826 Euro1)
Kfz-Steuer (Euro 2): 368 Euro
1) Onlinetarif der HUK24-Versicherung, Zulassung in Berlin, Fahrer: Versicherungsnehmer + Partner (40 Jahre alt), jährliche Fahrleistung 15.000 km, Beitragssatz 100%
Ersatzteilpreise2)
Lichtmaschine (AT): 675 Euro
Anlasser (AT): 401 Euro
Wasserpumpe (AT): 426 Euro
Zahnriemen: Kette
Endschalldämpfer: 764 Euro
Kotflügel vorn, lackiert: 686 Euro
Bremsscheiben und -klötze vorn: 367 Euro
2) inklusive 16 Prozent Mehrwertsteuer und Lohn

Der beste Sportwagen: Honda S2000 (seit 1999)

Gebrauchtwageninteressenten müssen umdenken, wenn es um den besten Sportwagen im bezahlbaren Bereich geht: Audi TT (zu zahm), BMW Z3 (nachlässige Verarbeitung), Mercedes SLK (zu träge) oder Porsche Boxster (zu teuer) haben im Preisbereich um 15.000 Euro gegen den Honda S2000 keine Chance. Denn der ist trotz des Mäusekino-Cockpits so puristisch, wie es Sportfahrer lieben: keine überflüssigen Pfunde, kein ESP, kein Schnickschnack. Dafür ein Motor, der direkt aus dem Rennsport zu stammen scheint und metallisch brüllend bis über 9000 Touren dreht. Ohne es an Alltagstauglichkeit und Standfestigkeit missen zu lassen. Voraussetzung: behutsames Warmfahren und regelmäßige Pflegedienste. Die verwindungssteife Karosserie und das straffe Fahrwerk erlauben dem Könner – und nur dem! – Fahrspaß pur. Wer’s übertreibt, wird jedoch blitzschnell vom Heck überholt. Was häufig passiert, wie die horrenden Vollkaskoprämien beweisen. Dennoch: der S2000 ist unser Tipp für alle verantwortungsbewussten Sportfahrer.

Sensibel, aber bei guter Pflege ohne Allüren: der Honda-Hochleistungsmotor.

Schwachstellen: Trotz der enormen Drehzahlen gilt der Motor des Honda S2000 als langlebiges Triebwerk, sofern er die einem Hochleistungsmotor gebührende Behandlung erfährt. Vorsicht: Änderungen an Luftfilter und Auspuff haben meist Leistungsverlust zur Folge. Der Rückruf von 2003 (Einbau zusätzlicher Ölspritzdüsen) sollte inzwischen erledigt sein. Rost? Ist bei gebördelten Radläufen möglich. Preis: ab 15.000 Euro (bei Fahrleistungen um 80.000 Euro) Technische Daten: Hubraum:1997 cm³, Leistung: 240 PS, Höchstgeschwindigkeit: 241 km/h AUTO BILD-Urteil: **** (max. fünf Sterne)
Honda S2000 Typ AP1, Baujahr 1999 bis heute
Unterhaltskosten
Testverbrauch 11,3 l SuperPlus/100 km
Inspektion 150 bis 400 Euro
Haftpflicht (22) 870 Euro1)
Teilkasko (28) 382 Euro1)
Vollkasko (32) 3269 Euro1)
Kfz-Steuer (Euro 3) 135 Euro
1)Normaltarif der Ontos-Versicherung, Zulassung in Berlin, Fahrer: Versicherungsnehmer + Partner (30 Jahre alt), jährliche Fahrleistung 15.000 km, Beitragssatz 100%
Ersatzteilpreise2)
Lichtmaschine 657 Euro
Anlasser 536 Euro
Wasserpumpe 181 Euro
Zahnriemen Kette
Endschalldämpfer 763 Euro
Kotflügel vorn, lackiert 803 Euro
Bremsscheiben und -klötze vorn 496 Euro
2) inklusive Lohnkosten und 16 Prozent Umsatzsteuer

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