Großer Preis der USA

Großer Preis der USA 2004

Großer Preis der USA 2004

— 21.06.2004

Schumis Siegeslaune getrübt

Michael Schumachers Freude über den achten Saisonsieg wurde von einem schweren Unfall seines Bruders Ralf überschattet.

Schumi II hat Glück im Unglück

Trotz eines schweren Unfall seines Bruders Ralf hat Nimmersatt Michael Schumacher im schnellsten "Nudeltopf" der Welt seinen Erfolgshunger weiter gestillt. Der sechsmalige Formel-1-Weltmeister gewann im Indianapolis Motor Speedway den von mehreren spektakulären Kollisionen geprägten Großen Preis der USA vor seinem Ferrari-Teamkollegen Rubens Barrichello. Durch seinen achten Triumph im neunten Saisonlauf baute Schumacher bei WM-Halbzeit die Führung in der Gesamtwertung aus.

Mit Erleichterung registrierte der Seriensieger aus Kerpen, dass sein jüngerer Bruder den Einschlag mit etwa 300 km/h in die Boxenmauer nach ersten Diagnosen glimpflich überstanden hatte, und feierte seinen insgesamt 78. Grand-Prix-Sieg mit einer Champagner-Dusche. "Als ich Ralf so im Auto sitzen sah, hatte ich schon befürchtet, dass ihm etwas wirklich Schlimmes passiert sein könnte."

Ralf Schumacher war in der 10. von 73 Runden auf der Start-Ziel-Geraden mit Höchstgeschwindigkeit rückwärts in die Boxenmauer geknallt und auf die Streckenmitte zurückkatapultiert worden. Der 28-Jährige blieb lange im Williams-BMW sitzen, signalisierte aber per Handzeichen Entwarnung. Ein Schaden am linken Hinterreifen seines Williams-BMW habe den Crash ausgelöst, teilte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen mit. Wodurch der Reifenschaden entstand, konnte noch nicht geklärt werden. Schumacher überstand den Unfall ohne schwere Verletzungen, blieb aber zur Beobachtung im Methodist Hospital in Indianapolis. Er erlitt Prellungen am Rücken. Ob Schumi II am Montag die Rückreise antritt, stand noch nicht fest.

Montoya erneut disqualifiziert

Michael Schumacher gewann den Grand Prix in 1:40:29,914 Stunden. Barrichello hatte beim sechsten Ferrari-Doppelerfolg in diesem Jahr 2,950 Sekunden Rückstand. Der Japaner Takuma Sato belegte im BAR-Honda den dritten Platz. In der Gesamtwertung liegt der deutsche Titelverteidiger nach neun von 18 Grand Prix mit 80 Punkten klar vor Barrichello (62) und dem Briten Jenson Button (44), der in Indianapolis ausfiel.

Schon Sekunden nach dem Start hatte es gleich nach der ersten Kurve erstmals gekracht. Christian Klien (Österreich), der Italiener Giorgio Pantano, Felipe Massa (Brasilien) und Gianmaria Bruni (Italien) waren Opfer dieser Kollision. Als nach fünf Runden das sofort auf die Strecke geschickte Safety Car das Rennen wieder freigab, nutzte der wild attackierende Michael Schumacher eine kleine Lücke, um am Trainingsschnellsten Barrichello vorbeizuziehen.

Außer Ralf Schumachers spektakulärem Unfall musste Williams-BMW einen weiteren Tiefschlag verkraften: Juan Pablo Montoya wurde wegen eines regelwidrigen Umsteigens ins Ersatzauto erst 15 Runden vor Rennende disqualifiziert, nachdem er über eine Stunde lang schon unterwegs war. Der Kolumbianer war wegen eines Defektes am Startmechanismus seines weiß-blauen Boliden Sekunden vor der Einführungsrunde in das so genannte T-Car umgestiegen und aus der Boxengasse gestartet. Montoyas beherzte Aufholjagd nutzte nichts, da ihm die Kommissare später die Schwarze Flagge zeigten. Erst vor sieben Tagen war das Williams-BMW-Duo beim Großen Preis von Kanada wegen einer regelwidrigen Bremslüftung nachträglich disqualifiziert worden.

Für McLaren-Mercedes reichte es – wenn auch abgeschlagen – wieder zu Punkten. Vizeweltmeister Kimi Räikkönen (Finnland) belegte mit einer Runde Rückstand den sechsten Platz vor seinem schottischen Teamkollegen David Coulthard. Nick Heidfeld, in Montreal noch glücklicher Achter, rutschte im Jordan-Ford in der 45. Runde von der Piste.

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