Großer Preis der USA 2006

Großer Preis der USA 2006

Großer Preis der USA 2006

— 03.07.2006

Souveräner Schumi

Michael Schumacher hat den Kampf um die WM noch nicht aufgegeben. Der Kerpener feierte in Indianapolis ein eindrucksvollen Sieg.

Ein Jahr nach dem "Rennen der Schande" in Indianapolis feierte Michael Schumacher schon seinen insgesamt fünften Sieg beim Großen Preis der USA – diesmal gegen seine versammelte Kollegenschar, darunter auch Titelverteidiger Fernando Alonso (Spanien). Der Renault-Pilot rettete bei seinem schlechtesten Saisonergebnis als Fünfter vier Punkte ins Ziel und führt die Gesamtwertung nach dem 10. von 18 WM-Läufen jetzt nur noch mit einem Vorsprung von 19 Zählern vor Schumacher an.

Zweiter wurde der Brasilianer Felipe Massa, der damit den ersten Ferrari-Doppelerfolg in diesem Jahr perfekt machte. Platz drei belegte überraschend der Italiener Giancarlo Fisichella vor seinem Landsmann Jarno Trulli im Toyota. Nur neun Autos erreichten im Glutofen von Indy das Ziel.

Schumacher, der zuletzt mit seinen Bridgestone-Reifen gegen die Michelin-Gummis von Alonso fast chancenlos war, reckte nach dem 87. Grand-Prix-Sieg seiner Karriere glücklich die Faust in den blauen Himmel über Indianapolis. In ihrer Zauber-Küche in Japan haben die Bridgestone-Experten offenbar die Zutaten für einen Wunderreifen entdeckt, auch wenn Schumacher das vor dem Rennen hartnäckig abgestritten hat. Ralf Schumacher hatte bereits WM-Punkte vor Augen, als er zehn Runden vor Schluß seinen Toyota an Platz fünf fahrend in der Box abstellen mußte. Auch Neuling Nico Rosberg (Wiesbaden) ging auf Position neun im Williams-Cosworth leer aus.

Für Nick Heidfeld war das Rennen schon nach wenigen Sekunden vorbei. Der Mönchengladbacher überschlug sich nach einer Kollision mehrfach mit dem BMW-Sauber, blieb aber wie ebenso wie alle anderen beteiligten Fahrer unverletzt. Heidfelds Teamkollege Jacques Villeneuve (Kanada) kam nur 25 Runden weiter, dann mußte der Ex-Weltmeister auf Platz sieben fahrend sein Auto mit einem Defekt abstellen. Für das einstige Top-Team McLaren-Mercedes setzte sich die Pleitenserie in Indy fort. Juan Pablo Montoya (Kolumbien) krachte bei der von ihm verursachten Massenkarambolage seinem Teamkollegen Kimi Räikkönen (Finnland) ins Heck.

Schumacher verlor gleich beim Start auf dem brütend heißen "Indianapolis Motor Speedway" die 67. Pole Position seiner Karriere an seinen Teamkollegen Massa. Dahinter zog Alonso von Rang fünf auf Rang drei nach vorn, Schumacher wehrte dessen Attacke aber ab. Nach der Massenkarambolage mit acht Autos, in der zum Entsetzen der 150.000 Fans auch Lokalmatador Scott Speed von der Scuderia Toro Rosso alle Hoffnungen begraben mußte, wurde das Rennen nach einer Safety-Car-Phase von sechs Runden fortgesetzt.

Großer Gewinner des Starts war Nico Rosberg, der vom letzten Platz 22 auf Position acht nach vorne fuhr. Nach einem weiteren Crash wurde das Feld auf 12 Boliden reduziert, was bei den Zuschauern traurige Erinnerungen an das Vorjahr wach werden ließ. Während das Ferrari-Duo vorn ungefährdet davonzog, überholte Fisichella in Runde 15 überraschend seinen Teamkollegen Alonso und fuhr auf Platz drei. Die rennentscheidende Szene dann in Runde 30, als Schumacher einen Umlauf nach seinem Tankstopp am in der Box stehenden Massa vorbeizog.

Ralf Schumacher, der in den Vorjahren zwei schwere Unfälle in Indianapolis überstanden hatte, konnte bis zu seinem Ausscheiden mit seinen starken Bridgestone-Reifen sogar mit Alonso mithalten. An der Spitze setzte sich Bruder Michael Schumacher Sekunde für Sekunde von Massa ab, verteidigte auch nach dem zweiten Stopp in Runde 54 seine Führung und fuhr souverän zum Sieg.

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