Großer Preis der USA

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— 26.09.2002

Elf Grad Unterschied

In Indianapolis findet der Grand-Prix-Sport noch eine einzigartige Herausforderung. Eine Steilkurve mit 24 Sekunden Vollgas-Kick am Stück.

Achtung, Motorplatzer-Gefahr

Kein glamouröser Name wie Eau Rouge, Parabolica oder Tamburello – trotzdem ist diese Kurve einzigartig in der Formel 1. Gemeint ist Turn 13 auf dem Indianapolis Motor Speedway. Der Endlos-Rechtsbogen neigt sich von außen nach innen um elf Grad, ist damit die einzige Steilkurve im WM-Kalender. Turn 13 liegt im Herzen der längsten Formel-1-Vollgas-Passage weltweit: Für satte 24 Sekunden treten die Piloten das rechte Pedal bis zum Anschlag durch.

"Hier fällt Volllast mit einer Querbeschleunigung von 3 g zusammen. Das ist zwar keine besonders hohe, dafür aber eine ziemlich lange Belastung", erklärt BMW-Technikchef Dr. Mario Theissen. Das Öl im Triebwerk wird nach außen gepresst, eine konstante Rundum-Versorgung im Block dadurch erschwert. Weil eine lückenlose Schmierung knifflig ist, steigt die Gefahr eines Motorplatzers.

Turn 13 hat weitere Eigenheiten: Die Piloten rasen mit Geschwindigkeiten jenseits der 300 km/h an der Begrenzungsmauer entlang. Dieses Jahr allerdings erstmals mit dem Vorteil so genannter SAFER-Barrieren (Steel And Foam Energy Reduction) als Schutz vor dem Beton. Bei einem Einschlag schluckt der Prellwall aus Stahl und Schaumstoff einen Großteil der entstehenden Kräfte.

Die Heimat von NASCAR und IRL

Im Anschluss an Turn 13 kann man wunderbar Windschatten fahren und Ende der Start-Ziel-Geraden überholen, bevor es ins enge, kurvige und nicht sonderlich beliebte Infield geht. Diesen Abschnitt ließ Streckenbesitzer Tony George 1999 für 50 Millionen Dollar bauen und mit einem Teil des Uralt-Ovals, auf dem seit 1911 die legendären 500 Meilen von Indianapolis stattfinden, verbinden.

So gelangte die Formel 1 nach acht Jahren Pause 2000 wieder in die Heimat von NASCAR und IRL. Im ersten "Nudeltopf"-Rennen dominierte Michael Schumacher. Fünf Runden vor Schluss drehte er sich zwar, hatte aber immer noch 15 Sekunden Vorsprung und kam vor Teamkollege Rubens Barrichello ins Ziel.

McLaren-Mercedes und BMW-Williams sind ebenfalls Indy-tauglich. 2000 fuhr David Coulthard in Startreihe eins, Schumi II im Rennen lange auf Rang zwei. 2001 führte Juan Pablo Montoya bis zum Ausfall (Hydraulik), Mika Hakkinen gewann. Es war einmal in Amerika ...

So lief das Rennen 2001

Michael Schumacher (Ferrari) gewinnt den Start vor Juan Pablo Montoya (BMW-Williams) und Rubens Barrichello (Ferrari), der in Runde drei "JPM" den zweiten Platz abjagt. Drei Umläufe später überholt er auch Schumi, denn Ferraris Nr. 2 fährt als Einziger (leicht betankt) mit Zwei-Stopp-Taktik.

Bei seinem ersten Halt (27. Runde) erbt Schumi die Führung. Als der selbst an die Box muss (38. Runde), geht Mika Hakkinen (McLaren-Mercedes) in Führung und verliert sie nur für vier Umläufe an Barrichello (zweiter Service). Eine Runde vor Schluss verraucht dessen Motor, Schumi wird Zweiter hinter Hakkinen und vor Coulthard. Jarno Trulli (damals Jordan, jetzt Renault) holt Platz vier vor Eddie Irvine (Jaguar) und Nick Heidfeld (Sauber).

Alle Informationen zur Formel 1 finden Sie hier.

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