Großer Preis von Bahrain 2005

Großer Preis von Bahrain Großer Preis von Bahrain

Großer Preis von Bahrain 2005

— 04.04.2005

Neuer Ferrari, neue Pleite

Eine Hydraulik-Panne stoppt Schumis neuen F2005 in Runde zwölf und hilft Fernando Alonso beim zweiten Saisonerfolg.

Frust statt 100. Podestplatz

Schon nach zwölf Runden war für Michael Schumacher der Große Preis von Bahrain beendet: Frustriert mußte der Formel-1-Weltemeister seinen erstmals eingesetzten Dienstwagen F2005 mit einem Hydraulikdefekt in die Garage fahren und zusehen, wie Fernando Alonso im Renault zum zweiten Start-Ziel-Sieg in dieser Saison fuhr. Der Spanier baute seine Führung in der WM-Fahrerwertung auf 24 Punkte vor dem Titelverteidiger aus.

"Das ist sehr schade und enttäuschend, aber so ist das Leben. Wir können jetzt nur weiter hart arbeiten", erklärte Schumacher nach einem der heißesten Rennen der Formel-1-Geschichte. Kritik am übereilten Einsatz des neuen Autos wies er vehement zurück: "Man hat immer Zweifel, wenn man ein neues Auto bringt. Aber die Performance war gut und die Strategie richtig. Darauf können wir aufbauen. Man kann niemand einen Vorwurf machen."

Nach dem Ausfall in Australien und Platz sieben in Malaysia schien der Champion mit dem neuen Auto zunächst auf dem richtigen Weg: Auf dem zweiten Platz nach der Qualifikation jagte Schumi Alonso im Rennen über elf Runden, ehe er fast ungebremst von der Piste rutschte und sein Auto nur noch im Schleichtempo an die Box fahren konnte. "Das Runterschalten war nicht mehr möglich. Ich hatte einfach keinen Hydraulikdruck mehr und konnte das Auto nur noch heimfahren. Wahrscheinlich ist ein Teil von außen reingeflogen und hat die Leitung beschädigt", sagte Schumacher, der jetzt weiter auf seinen 100. Podestplatz für Ferrari wartet. Viermal in Folge nicht aufs Treppchen gefahren war Schumacher zuletzt 1996 in seinem "Anfängerjahr" im damals völlig unzuverlässigen Ferrari.

Gedenken an den Papst

Immerhin rettete Bruder Ralf die Familienehre, indem er den grandiosen Toyota-Auftritt mit Platz vier krönte. Jarno Trulli (Italien) fuhr wie schon in Malaysia auf Platz zwei, ihm folgte Silberpfeilpilot Kimi Räikkönen (Finnland). "Ich wäre gern aufs Podest gefahren, aber das hebe ich mir für die Europarennen auf", meinte Schumi II.

"Podium für Kimi, Platz fünf und schnellste Rennrunde für Pedro de la Rosa – das ist stark. Bald geht noch mehr", freute sich Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. Frust schob Nick Heidfeld, dem auf dem Weg zum zweiten Podestplatz in Runde 26 der Motor des BMW-Williams platzte. "Wenn man so gut liegt und dann ausscheidet, ist das ärgerlich", sagte der Mönchengladbacher.

Alonso, der im streng muslimischen Bahrain mit einem aus Rosenwasser und Granatäpfeln gebrauten Saft als Champagner-Ersatz seinen insgesamt dritten Grand-Prix-Sieg feiern mußte, strotzte dagegen vor Selbstvertrauen: "Ich hatte keine Angst vor Michael, auch wenn er das Rennen zu Ende gefahren wäre. Ich will Weltmeister werden", erklärte der Doppelsieger von Malaysia und Bahrain, der mit der Aufschrift "Thank you, Pope" fuhr.

Ferrari hatte dagegen im Gedenken an den verstorbenen Papst die Nase der F2005 geschwärzt. "Die Stimmung ist auf dem Tiefpunkt, wir sind sehr traurig. Deutsche und Italiener sind sehr verbunden mit dem Papst, man kann die vielen Emotionen gar nicht erklären", sagte Schumacher. Auf Grund des kurz zuvor verstorbenen Pabstes übertrug das italienische Fernsehen das Rennen nicht live – und ersparte den italienischen Ferrari-Fans damit die Pleite von Michael Schumacher und der Scuderia.

Ergebnisse und Tabellen

Ungewohntes Bild nach fünf Jahren roter Herrlichkeit: Schumacher steht mit Ferrari in der Team- und Fahrerwertung nur auf den letzten Plätzen. Die Nachwuchs-Teams von Renault und Toyota triumphieren, die Erzrivalen BMW und Mercedes liegen im Mittelfeld.

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