Großer Preis von Belgien

Großer Preis von Belgien Großer Preis von Belgien

Großer Preis von Belgien

— 02.09.2002

Schumi weiter auf Spazierfahrt

Michael Schumacher stellt beim Großen Preis von Belgien einen weiteren Rekord auf: seinen zehnten Sieg in einer Saison.

Nachmittagskaffee im Wohnzimmer

Nur für das Zielfoto ging Michael Schumacher vom Gas. Um seinem Arbeitgeber Ferrari einen weiteren werbewirksamen Auftritt zu garantieren, ließ er seinen Teamkollegen Rubens Barrichello in den letzten vier Runden noch auf knapp zwei Sekunden an sich herankommen.

Das restliche Prozedere verlief wie üblich. Mit dem Sieg beim Großen Preis von Belgien setzte Schumacher eine weitere Bestmarke. Der alte, neue Weltmeister gewann schon zum zehnten Mal in dieser Saison und übertraf seinen Rekord – mit neun Siegen führte er bisher zusammen mit dem Briten Nigel Mansell die Bestenliste an. "Ich werde mir jetzt erst einmal mit meinem Team einen Schluck genehmigen und auf das Erreichte anstoßen. Auf Hochgeschwindigkeitsstrecken ist der Ferrari einfach außerirdisch! So fühlt man sich auch darin", jubelte Schumacher.

Er stieg nach dem Rennen frisch aus seinem roten Auto, als käme er gerade vom Nachmittagskaffee mit Ehefrau Corinna und den Kindern. "Spa ist mein Wohnzimmer. Ich konnte es mir heute auf meinem Sofa sehr bequem machen", sagte er und grinste. "Diese Serie wird mir selbst langsam unheimlich. Wir haben so unglaublich viel erreicht in dieser Saison." Für den Rekordmann war der Start der Schlüssel zum Erfolg: "Ich konnte danach mein eigenes Tempo fahren."

Schumis Reifenpoker zahlte sich aus

In der WM-Wertung baute der Ferrari-Pilot seinen Vorsprung auf 122 Punkte aus und liegt vor Barrichello (51) sowie BMW-Williams-Pilot Juan Pablo Montoya (44), der Dritter wurde. "Mehr als Platz drei kann man momentan sowieso nicht erwarten, denn Ferrari liegt ja fast automatisch vorn. Ich bin zufrieden", sagte der Kolumbianer. Für die größte Überraschung sorgte der Nordire Eddie Irvine. Sein sechster Platz bestätigt den Aufwärtstrend des britischen Teams um Sportchef Niki Lauda.

Reifen und Wetter ließen vor dem Rennen geringe Zweifel an der erneuten Triumphfahrt aufkommen. Aber es blieb die gesamte Distanz über trocken, und Schumachers Reifenpoker sollte sich auszahlen. Bei Ferrari und McLaren hatten die Piloten auf unterschiedliche Mischungen gesetzt. Michael Schumacher und der neben ihm startende Kimi Räikkönen vertrauten auf die weichere Variante, die sich auf dem über sechs Kilometer langen hügeligen Ardennenkurs positiv auswirkte. Beide waren eine halbe Sekunde schneller als ihre jeweiligen Teamkollegen Barrichello und Coulthard, die härteren Pneus und damit höherer Beständigkeit vertrauten.

Der Start verlief im Gegensatz zum Formel-3000-Rennen einen Tag zuvor, als acht Autos kollidierten, reibungslos. Schumacher gewann locker den Sprint zur ersten Kurve, während Rubens Barrichello McLaren-Youngster Kimi Räikkönen vom zweiten Platz verdrängte. Wenig später wurde der Finne auch noch von Juan-Pablo Montoya überholt. Über eine Sekunde nahmen die beiden Ferrari-Piloten der Konkurrenz pro Runde ab. Bis zum Boxenstopp holte Schumacher einen Vorsprung von 13,9 Sekunden heraus. Da diesmal weder bei Mercedes noch bei BMW ein Mechaniker patzte oder ein Tankschlauch klemmte, führten die Servicestopps zu keinen großen Veränderungen.

McLaren-Mercedes nur noch dritte Kraft

Für die einzige Abwechslung bei einem der langweiligsten Rennen in Spa seit Jahren sorgten anfällige Motoren. Nacheinander gingen die Aggregate von Mercedes (Raikkönen), Renault (Trulli), Sauber (Massa) und Honda (Fisichella und Panis) in Rauch auf. Kimi Räikkönen, auf dessen Sieg Mercedes-Mitarbeiter gewettet hatten, konnte die Hoffnungen, die der zweite Platz im Qualifying geweckt hatte, nicht erfüllen. Ein Motorschaden in Runde 37 beendete sein Rennen, auf dem fünften Platz liegend.

Teamkollege David Coulthard auf Rang vier unterstrich die Erkenntnis, dass McLaren-Mercedes hinter Ferrari und BMW-Williams nur noch dritte Kraft in der obersten Motorsportklasse ist. "Unser Speed ist zurzeit nicht ausreichend. Da müssen wir auch mit unserem Reifenpartner sprechen", fand Nobert Haug ungewohnt deutliche Worte. "Ferrari war heute noch dominanter, als sie es in den letzten Rennen ohnehin schon waren."

Schumacher stapelt mal wieder tief vor dem nächsten Rennen in 14 Tagen in Monza, dem Heimrennen der Scuderia Ferrari: "Wir haben soviel erreicht in diesem Jahr, bitte verlangt jetzt keine Voraussage für Italien. Wir werden alles mitnehmen, was sich noch ergibt." Sprach's und zuckte ob der Überlegenheit fast entschuldigend mit den Schultern.

Alle Informationen zur Formel 1 finden Sie hier.

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.