GP von Brasilien 2004

Großer Preis von Brasilien 2004

Großer Preis von Brasilien 2004

— 25.10.2004

Montoya stiehlt Ferrari die Show

Juan Pablo Montoya feiert beim Formel-1-Finale in Sao Paulo seinen ersten Saisonsieg. Schumi fährt nur auf Platz sieben.

Barrichello froh über Platz drei

Mit einem enttäuschenden siebten Platz hat Michael Schumacher nach einem verkorksten WM-Wochenende beim Großen Preis von Brasilien die erfolgreichste Saison seiner Formel-1-Karriere abgeschlossen. Der siebenfache Weltmeister verpaßte am Sonntag beim Saisonfinale in Sao Paulo den 100. Podestplatz für Ferrari klar, nachdem er das Feld nach einem Trainingsunfall von hinten aufrollen mußte. "Wenn man bedenkt, dass ich von Platz 18 kam, kann ich ganz zufrieden sein. Ohne den Dreher am Anfang wäre ich vielleicht noch Vierter geworden", sagte der Champion.

Mit dem vierten Grand-Prix-Sieg seiner Karriere feierte der zu McLaren-Mercedes wechselnde Kolumbianer Juan Pablo Montoya einen standesgemäßen Abschied von Williams-BMW. Zweiter mit 1,022 Sekunden Rückstand wurde sein künftiger Teamkollege Kimi Räikkönen aus Finnland. "Spitze, was Juan und Kimi geleistet haben", freute sich Mercedes-Sportchef Norbert Haug mit seinem künftigen Fahrer-Duo. "Das ist ein toller Abschluß", jubelte Sieger Montoya, dessen Teamkollege Ralf Schumacher sich mit Rang fünf von Williams-BMW verabschiedete. "Ich habe sehr viel gelernt, es hat Spaß gemacht, aber das Endresultat war nicht da", sagte Schumacher, der sich mit dem Team vergeblich vorgenommen hatte, "irgendwann mal Weltmeister zu werden".

Für Ferrari, das die Konstrukteurs-Wertung schon vorzeitig zu seinen Gunsten entschieden hatte, endete das Erfolgsjahr 2004 mit einer doppelten Enttäuschung. Denn auch Rubens Barrichello konnte sich seinen Herzenswunsch nicht erfüllen und schaffte den erhofften ersten Sieg eines Brasilianers bei einem Heim-Grand-Prix seit Ayrton Senna 1993 nicht. Immerhin sah Michael Schumachers Teamkollege nach zehn Ausfällen als Dritter erstmals wieder die Zielflagge in Sao Paulo. Der Lokalmatador war "glücklich, wenigstens das Podium erreicht" zu haben. Trotz der unbefriedigenden Platzierung im 18. und letzten Saisonrennen schloß Michael Schumacher die Fahrerwertung mit der Rekordzahl von 148 Punkten vor Barrichello (114) ab. Den dritten Platz belegte mit 85 Punkten der Brite Jason Button, der seinen BAR-Honda nach wenigen Runden wegen Motorschadens abstellen mußte.

Dreher bremst Schumi aus

Die Chance auf seinen 14. Saisonsieg hatte Michael Schumacher bereits im freien Training am Samstag eingebüßt, als er in der Ferrardura-Kurve die Kontrolle über seinen Ferrari verlor und mit hohem Tempo seitlich in einen Reifenstapel prallte. Während der Kerpener den Crash unbeschadet überstand, hatte sein am Heck in Brand geratenes Fahrzeug nur noch Schrottwert, so daß er in der Qualifikation in den Ersatzwagen umsteigen mußte. Wegen des fälligen Motorenwechsels wurde Schumacher nach Platz acht im Qualifying um zehn Ränge nach hinten strafversetzt.

Ein ordentliches Rennen fuhr Ralf Schumacher, der sich ständig zwischen den Plätzen drei und sechs bewegte. Den Sprung auf das Podest wie bei seinem zweiten Platz in Suzuka verfehlte er allerdings klar. In den letzten Runden lieferte sich Ralf ein erbittertes Duell mit seinem Bruder um den sechsten Platz. "Es war sinnlos, aber er hat es wenigstens versucht, mich zu überholen", sagte Ralf Schumacher über den Sieg im Bruder-Duell. Für das deutsche Jordan-Duo, das für die kommende Saison noch kein neues Cockpit vorweisen kann, endete das Jahr enttäuschend: Nick Heidfeld schied frühzeitig wegen eines technischen Defekts aus, Timo Glock fuhr dem Feld weit hinterher.

Kurz vor dem Start einsetzender Nieselregen führte zu hektischer Betriebsamkeit an den Boxen, denn die meisten Teams mußten sehr früh die Reifen wechseln. In einem turbulenten Rennen mit zahlreichen Führungswechseln startete Schumi eine furiose Aufholjagd, in der er schon in der ersten Runde acht Plätze gutmachte. Ehe sich auch der Kerpener neue Reifen holte, warf ihn ein Dreher zunächst jedoch wieder zurück. Im weiteren Verlauf des Rennens auf dem Berg- und Talkurs mit zahlreichen Bodenwellen kam Schumacher im Kampf um den Anschluß nicht mehr über den siebten Platz hinaus.

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