Großer Preis von Deutschland 2004

Großer Preis von Deutschland

Großer Preis von Deutschland 2004

— 26.07.2004

Heimsieg für Schumi

Michael Schumacher feiert bei seinem Heimspiel in Hockenheim den elften Sieg im zwölften Rennen – Weltrekord eingestellt.

Schumi nach dem Sieg sichtlich bewegt

Michael Schumacher hat mit seiner triumphalen Spazierfahrt beim Heimrennen in Hockenheim einen roten Freudentaumel ausgelöst. Tausende von Schumi-Fans feierten beim Großen Preis von Deutschland den souveränen Sieg ihres Lieblings mit Ohren betäubendem Getöse und wildem Fahnenschwingen. "Das ist sicher eines meiner schönsten Wochenenden", sagte der noch leicht erkältete Formel-1-Weltmeister, dem ein Frosch im Hals mehrfach die Stimme verschlug, sichtlich bewegt. "Es ist fantastisch, wunderbar. Die Atmosphäre war einmalig. Ich bin extrem glücklich, für meine Gefühle finde ich kaum Worte."

Schumacher machte mit seinem elften Saisonerfolg nicht nur einen weiteren Riesenschritt in Richtung siebter Titelgewinn, sondern stellte auch vorzeitig seinen Weltrekord aus dem Traumjahr 2002 ein. Zudem blieb Schumi zum 50. Mal in Serie von einem technischen Defekt verschont. Durch den frühen Unfall seines schärfsten Widersachers Kimi Räikkönen waren der insgesamt 81. Grand-Prix-Sieg Schumachers und sein dritter Erfolg in Hockenheim nach 1995 und 2002 zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Der Ferrari-Star kontrollierte das Geschehen nach Belieben.

Der wegen eines Motorenwechsel auf Startplatz 13 strafversetzte BAR-Pilot Jenson Button (Großbritannien) kämpfte sich bravourös auf den zweiten Platz vor. Fernando Alonso (Spanien) belegte im Renault Rang drei. McLaren-Mercedes-Pilot David Coulthard (Großbritannien) verpasste als Vierter knapp seinen ersten Podestplatz der Saison. Juan Pablo Montoya (Kolumbien) und Ralf Schumachers Ersatz Antonio Pizzonia (Brasilien) holten als Fünfter bzw. Siebter Punkte für Williams-BMW. Nick Heidfeld musste wegen eines technischen Problems seinen Jordan-Ford in der 44. Runde in der Box abstellen. Es war der sechste Ausfall des Mönchengladbachers, dessen Formel-1-Zukunft weiter offen ist.

Ralf will in Ungarn wieder starten

Nach dem zwölften von 18. Rennen liegt Schumacher (110 Punkte) nun 36 Punkte vor seinem Teamkollegen Rubens Barrichello (74). Button (61) ist so gut wie aus dem Titelrennen. Dagegen wäre Schumacher mit zwei weiteren Siegen nach der Sommerpause in Ungarn und Belgien schon Ende August Champion.

Der Start des Großen Preis von Deutschland klappte erst im zweiten Anlauf, dann aber reibungslos: Wegen eines Defektes an Olivier Panis' neuem Toyota musste der erste Versuch abgebrochen werden und das Feld deshalb eine zweite Einführungsrunde drehen. Michael Schumacher nutzte die 61. Pole-Position seiner beeindruckenden Karriere, um seine Spitzenposition vor den Verfolgern leicht auszubauen. Der Traum vom siebten Ferrari-Doppelerfolg dieser Saison platzte jedoch früh: Bei einer Kollision mit Coulthard in der ersten Runde verlor Barrichello den Frontflügel seines roten Renners und musste die Box zur Reparatur ansteuern.

Richtig krachte es in der 14. Runde: Kimi Räikkönen, der bis dato schärfste Verfolger Schumachers, flog ausgangs der Start-Ziel-Gerade bei etwa 300 km/h der Heckflügel am Silberpfeil weg. Der Finne drehte sich und knallte seitlich in den Reifenstapel. Räikkönen, der zuletzt in Silverstone als Zweiter für Furore sorgte, überstand den schweren Aufprall unverletzt. "Es ärgert mich, dass die Zuverlässigkeit noch nicht da ist. So etwas darf nicht passieren", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.

Indes gab Ralf Schumacher bei seinem ersten öffentlichen Auftritt seit seinem schweren Unfall vor fünf Wochen bekannt, dass er beim Großen Preis von Ungarn Mitte August wieder für Williams-BMW antreten wolle. "Es wird mir langsam langweilig", sagte der 29-Jährige. "Grundsätzlich ist es das Ziel von uns allen, dass ich in Budapest wieder im Auto sitze. Aber die Entscheidung wird erst in zwei Wochen getroffen." Schumacher, der sich in Indianapolis zwei Brustwirbel gebrochen und eine schwere Gehirnerschütterung erlitten hatte, klagte noch über Schmerzen: "Aber das werde ich schon aushalten."

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