Großer Preis von Italien 2004

Großer Preis von Italien 2004

Großer Preis von Italien 2004

— 13.09.2004

Schumi läßt Barrichello den Vortritt

Rubens Barrichello und Weltmeister Michael Schumacher haben Ferrari den erhofften Doppelerfolg beim Heimspiel in Monza beschert.

Barrichello heißester Anwärter auf Vize-Titel

Mit einer grandiosen Aufholjagd hat Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher die Tifosi bei der großen WM-Feier in Monza verzückt und seinem Ferrari-Teamkollegen Rubens Barrichello generös den Vortritt gelassen. Während der Brasilianer beim Großen Preis von Italien seinen ersten Saisonsieg feierte, machte der Kerpener trotz eines Drehers kurz nach dem Start mit seinem zweiten Platz den achten Doppel-Erfolg in diesem Jahr für Ferrari perfekt. Am Ende des spektakulären und spannenden Rennens verzichtete der stark aufkommende Schumacher auf eine Attacke und überließ Barrichello den Erfolg.

"Das war ein turbulentes Rennen. Nach den ersten Runden war für uns beide nicht mehr daran zu denken, daß wir das Rennen gewinnen konnten. Wir sind lange hinten herumgetingelt", sagte Schumi. "Ich freue mich für Rubens, daß er sein erstes Rennen in dieser Saison hier gewinnen konnte. Ich habe den Doppel-Erfolg klargemacht. Nach diesem Resultat sind wir alle happy." Den besonderen Moment widmete er seiner Großmutter Anna. "Liebe Oma, ich habe dich lieb. Hab' Spaß", gratulierte der Enkel via TV seiner Großmutter zum 80. Geburtstag.

Schumacher, der sich schon vor zwei Wochen in Spa-Francorchamps vorzeitig seinen siebten WM-Titel gesichert hatte, schien seine Ambitionen auf den 13. Sieg im 15. Saisonrennen früh aufgeben müssen. Nach einem Dreher in der zweiten Schikane auf der noch rutschigen Strecke war er nach der ersten Runde auf Rang 15 zurückgefallen. Nur zehn Tage nach seinem spektakulären Crash bei Testfahrten auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke holte er aber Platz für Platz auf und zeigte eine starke Leistung beim letzten Europa-Rennen in dieser Saison.

Nach 15 von 18 Rennen hat Schumacher nunmehr 136 Punkte. Hinter ihm liegt Barrichello mit 98 Zählern vor dem Briten Jenson Button (71), der im BAR-Honda auch im Rennen Platz drei belegte. Barrichello fehlen noch vier Punkte, um sich den zweiten WM-Platz zu sichern. Ferrari, seit vier Wochen als Konstrukteurs-Weltmeister feststehend, baute seine Führung auf 234 Punkte vor BAR-Honda (94) und Renault (91) aus. Barrichello holte den achten Grand-Prix-Erfolg seiner Karriere. Schumacher kam mit einem Rückstand von 1,3 Sekunden durchs Ziel. Nick Heidfeld, der wegen eines Motorwechsels auf die letzten Position in der Startaufstellung gerutscht war, wurde immerhin noch 14.

Schumi II testet in Silverstone

Durchwachsen fiel die Bilanz von Williams-BMW und McLaren-Mercedes aus: Juan Pablo Montoya wurde im Williams-BMW Fünfter. Ralf-Schumacher-Ersatz Antonio Pizzonia belegte Rang sieben. "Von den Rundenzeiten war mehr drin gewesen. Wir hatten Chancen auf einen Podiumsplatz", sagte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen. Er bestätigte, daß der von seinem Unfall in Indianapolis im Juni genesene Ralf Schumacher am Dienstag oder Mittwoch in Silverstone Testfahrten absolviert. "Wenn er bei den Tests fit ist, dann fährt er in zwei Wochen in Schanghai."

Die Silberpfeile brachten nur einen Piloten ins Ziel. David Coulthard wurde Sechster. Sein Teamkollege Kimi Räikkönen, der noch vor zwei Wochen in Spa vor Schumacher gewonnen hatte, schied nach 13 Runden wegen eines technischen Defekts aus.

Das Wetter stellte die Rennstrategen vor einige Reifen-Rätsel. Am Morgen hatte es noch geregnet. Die Strecke trocknete nur langsam ab. Barrichello hatte bei der "Reifenlotterie" zunächst das große Los gezogen. Während der Brasilianer auf Mischreifen das Rennen anging, hatte die Konkurrenz inklusive Schumacher auf Trockenreifen gesetzt. Barrichello zog von der Pole Position aus zunächst dem Feld mühelos davon. Schumacher, der von Startplatz drei losfuhr, fiel nach seinem Patzer weit zurück. Barrichello konnte aber nur kurz seinen Vorteil genießen. Nach vier Runden, als die Strecke immer trockener wurde, überholte ihn Renault-Pilot Fernando Alonso. Der Brasilianer fuhr an die Box, wechselte die Reifen und reihte sich weit hinten ein.

Rekordweltmeister Schumacher arbeitete sich bis zu seinem ersten Stop in der 15. Runde auf den zweiten Platz vor. Als alle anderen Fahrer aus der Spitzengruppe zum zweiten Mal an die Boxen gefahren waren, war Schumacher 19 Runden vor dem Ende sogar in Führung vor Barrichello. Dann mußte er zum Tanken – Barrichello schob sich an die Spitze und behielt die Führung auch nach seinem letzten Stop. Schumacher schaffte es noch, Button zu überflügeln, und sorgte so für das perfekte Party-Ergebnis.

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