Großer Preis von Japan

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Großer Preis von Japan

— 14.10.2002

Schumi dankt Gott für unfassbares Jahr

Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher verabschiedet sich souverän mit Saisonsieg Nr. 11 in den Urlaub.

Schumi verzichtet auf knappe Zieleinfahrt

Michael Schumacher ließ die Formel-1-Saison in Suzuka ausklingen, wie er sie in Australien begonnen hatte: Mit einem Sieg und einer Sieger-Zigarre. Sein elfter Saisonerfolg vor seinem Teamkollegen Rubens Barrichello war nie gefährdet. Der Rekordweltmeister, von der Pole-Position ins Rennen gegangen, zog vom Start weg einsam seine Runden, nur der Teamkollege konnte ihm – in gebührendem Abstand freilich – folgen.

Von dem missglückten Finish in Indianapolis geläutert, verzichtete er beim Saisonfinale in Japan auf eine knappe Zieleinfahrt für die Fotografen. Wie in den USA vor zwei Wochen verlangsamte er zwar in der letzten Runde sein Tempo drastisch, so dass der neun Sekunden hinter ihm fahrende Barrichello aufschließen konnte – um dann ungefährdet der Ziel-Flagge zum neunten Doppelsieg für Ferrari 2002 entgegen zu fahren.

Dritter wurde mit 23 Sekunden Rückstand der finnische McLaren-Mercedes-Pilot Kimi Räikkönen, der allerdings vom Pech Ralf Schumachers (BMW-Williams) und des schottischen Teamkollegen David Coulthard profitierte. Beide lagen im Rennen vor Räikkönen, ehe sie durch Motorschäden gestoppt wurden. Juan-Pablo Montoya (BMW-Williams) genügte Rang vier, um sich hinter Schumacher und Barrichello Platz drei in der Fahrer-WM zu sichern.

Japaner Takuma Sato wird zum Helden

Zum Helden wurde der Japaner Takuma Sato. Mit dem fünften Platz machte er für sein Jordan-Team noch zwei Plätze in der hoch dotierten Konstrukteurswertung gut. Jordan überholte Jaguar und BAR und wurde hinter Sauber, das mit Nick Heidfeld als Siebtem nur ein Auto ins Ziel brachte, Sechster in der Teamwertung.

"Es ist unfassbar, was wir erreicht haben", jubelte Michael Schumacher gelöst. "Es ist schwierig, für diese Saison die richtigen Worte zu finden. Die Resultate sprechen für sich. Ich habe auf dem Podium als erstes an meine Familie gedacht und an den lieben Gott, der mir wieder so ein schönes Jahr geschenkt hat." Jetzt freue er sich auf die freien Tage mit der Familie – und WM-Titel Nummer sechs in der nächsten Saison: "Dann wird es sicher enger und der Kampf härter."

In der Fabrik in Maranello ist indes der neue Ferrari schon so gut wie fertig. Er soll Anfang Januar zum ersten Härtetest auf die Strecke in Fiorano. "Auch wenn mein jetziger Wagen das beste Rennauto ist, das ich je gefahren bin, verspricht Ferrari, dass der neue noch besser wird."

"Die Langsamen müssen schneller werden"

In Suzuka sickerten sogar Details über den Nachfolger vom F 2002 durch. Der Motor wird kompakter, der Schwerpunkt des Autos weiter nach unten verlagert. Die Sitzposition der Fahrer wird dadurch flacher. Perfektionist Schumacher will sich auf die neuen Rahmenbedingungen akribisch vorbereiten. Er rechnet künftig mit einer anderen Belastung der Nackenmuskulatur und plant, sich durch intensives Training dafür zu rüsten.

Neue elektronischen Komponenten wurden von Testfahrer Luciano Burti schon während der Woche des Japan-Grand-Prix in Fiorano getestet. Reifenhersteller Bridgestone, verriet Schumacher, erprobte in Suzuka eine Reifenmischung, die auch 2003 zum Einsatz kommen soll. Die Zuversicht ist grenzenlos: Auch Schumachers Teamkollege Rubens Barrichello kündigte an: "Nächstes Jahr werden wir noch stärker sein."

Viel Zeit zum Feiern nimmt sich das Traditionsteam nicht. Rennleiter Jean Todt flog noch in der Nacht nach Italien zurück: "Wir haben mit 221 WM-Punkten so viele gesammelt wie alle anderen Teams zusammen", sagte der Franzose zum Abschied, "jetzt werden über die Saison 2003 nachdenken." Dass Ferrari von der Motorsportbehörde Fia eingebremst werden soll, um die Spannung in der Formel 1 zu erhöhen, schockt den Franzosen nicht. Er schiebt die Schuld für die Monotonie auf dem Asphalt den Gegnern zu. "Die anderen Teams müssen sich verbessern und wettbewerbsfähiger werden, damit die Formel 1 wieder ein wenig spannender wird. Man darf nicht die Schnellen langsamer machen – die Langsamen müssen schneller werden."

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