Großer Preis von Kanada 2006

Großer Preis von Kanada 2006

Großer Preis von Kanada 2006

— 26.06.2006

War's das schon?

Wieder nur Rang zwei für Michael Schumacher hinter Fernando Alonso. Der Kerpener hat jetzt 25 Punkte Rückstand in der Fahrerwertung.

Michael Schumacher muß seine Hoffnungen auf den achten WM-Titel zur Halbzeit der Formel-1-Saison 2006 so gut wie begraben. Der Ferrari-Star schaffte beim Großen Preis von Kanada auf Platz zwei zwar den Sprung aufs Treppchen, doch im Duell gegen Weltmeister Fernando Alonso stand er erneut auf verlorenem Posten. Der Spanier feierte nach 70 Runden vor 100.000 Zuschauern in Montreal seinen sechsten Saisonsieg. Dritter wurde der Finne Kimi Räikkönen im McLaren-Mercedes, der nach einem Fehler in der letzten Runde von Schumacher noch überholt wurde.

Schumacher profitierte bei seiner Aufholjagd von Startplatz fünf von zahlreichen Ausfällen, der Rückstand auf Alonso betrug letztlich 2,1 Sekunden. Der 37jährige, der nun endgültig am 10. September 2006 in Monza seine Entscheidung verkünden will, ob er zwei Jahre weiterfährt oder seinen Helm an den Nagel hängt, ist mit sieben Erfolgen der Rekordsieger in Montreal.

Alonso sicherte sich nicht nur die Halbzeit-Weltmeisterschaft, sondern er bescherte seinem Reifenlieferanten Michelin den insgesamt 100. Formel-1-Erfolg. In der Gesamtwertung führt der 24jährige nach dem 9. von 18 WM-Läufen nun mit 84 Punkten vor Schumacher, der bereits einen Rückstand von 25 Zählern aufweist. Pech hatte Lokalmatador Jacques Villeneuve, der den BMW-Sauber zehn Runden vor Schluß in die Mauer setzte und dadurch den achten Platz verschenkte. Zwei WM-Punkte holte sein Teamkollege Nick Heidfeld (Mönchengladbach), der als Siebter über die Ziellinie fuhr. Für Ralf Schumacher (Toyota) endete ein Rennen zum Vergessen (zwei Ausrutscher und eine Durchfahrtstrafe) sechs Runden vor Schluß in der Box.

Neuling Nico Rosberg wurde in der ersten Runde vom ungestümen Juan Pablo Montoya (Kolumbien) im Kampf um Rang fünf von der Strecke gedrängt. Während der Williams des Wiesbadeners nur noch Schrottwert besaß, konnte Montoya zunächst weiterfahren, ehe er später seinen McLaren-Mercedes ebenfalls abstellen mußte. "Ich habe reingehalten und wollte vorbei, aber da war nicht viel Platz an der Stelle", sagte Montoya, der sich keiner Schuld bewußt war: "Er hatte vielleicht einen kleinen Vorteil, aber er muß auch lernen, daß Rennen lang sind und daß man sie nicht direkt am Anfang entscheiden muß."

Alonso verteidigte im sonnenüberfluteten Montreal seine fünfte Pole Position in Folge am Start, dagegen fiel Schumacher von Position fünf um zwei Plätze hinter Rosberg und Montoya zurück. Durch eine Frühstart-Strafe für den Renault-Piloten Giancarlo Fisichella wurde Schumacher auf Platz vier hinter dem Italiener Jarno Trulli im Toyota gespült, hatte aber sichtlich mit seinen rutschigen Bridgestone-Reifen zu kämpfen. Erst in Runde 25 konnte Schumacher mit einem tollen Überholmanöver an "Bremsklotz" Trulli vorbei auf Platz drei ziehen.

In Runde 30 touchierte Schumacher mit dem rechten Vorderreifen die Begrenzungsmauer am so genannten "Wall of Champions", konnte aber ohne Probleme weiterfahren. Ungeachtet aller Bemühungen hielt Alonso sowohl Räikkönen als auch Schumacher auf sicherer Distanz und behauptete die Spitze auch nach der zweiten Boxenstopp-Runde souverän.

Fahrer WM nach neun von 18 Rennen: 1. Fernando Alonso/ 84 Punkte; 2. Michael Schumacher/ 59; 3. Kimi Räikkönen/ 39; 4. Giancarlo Fisichella/ 37; 5. Felipe Massa/ 28; 6. Juan Pablo Montoya/ 26; 7. Jenson Button/ 16; 8. Rubens Barrichello/ 13; 9. Nick Heidfeld/ 12; 10. Ralf Schumacher/ 8 Punkte

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