Großer Preis von Kanada

Großer Preis von Kanada

Großer Preis von Kanada

— 07.06.2002

Korrekturen am Hartkurs

Chaotisch, tragisch, erfreulich – die Strecke in Montreal ist bei den Fans beliebt, bei Fahren befürchtet. Auch leicht entschärft bietet sie zu kleine Sturzräume – aber oft große Rennen.

Gefürchteter Circuit Gilles Villeneuve

Der Circuit Gilles Villeneuve trägt seinen Namen aus gutem Grund ... Rückblick ins Jahr 1978: Beim Formel-1-Premierenrennen auf der Isle de Notre-Dame wird aus einem Talent ein kanadischer Formel-1-Held, als Villeneuve eine grandiose Fahrt mit seinem ersten GP-Sieg vollendet. In den Folgejahren kämpft er sich jeweils spektakulär in die Punkteränge vor. Nach seinem Tod 1982 wird die Piste von Montreal nach ihm benannt. Die Heimbilanz seines Sohnes Jacques ist eher frustrierend. Bei bisher sechs Auftritten kam der Ex-Weltmeister nur im Debüt ins Ziel (1996, Platz zwei). In fünf weiteren Kanada-GPs: Unfälle und ein Getriebeschaden. Dennoch kommen die Fans in Scharen an die Rennstrecke. Sie lieben das urtümliche Flair von Montreal.

Bei den Piloten ist die Piste eher gefürchtet. Grund: der wegen der extremen Temperaturschwankungen wellige Asphalt sowie geringe Auslaufzonen. Die schöne schmale Insel vor der atemberaubenden Skyline hat naturgemäß kaum Reserven für zusätzliche Sturzräume. Das bekommen 1999 vier Fahrer zu spüren: Die F-1-Weltmeister Damon Hill, Michael Schumacher und Jacques Villeneuve sowie GT-Sportwagen-Champion Ricardo Zonta bohren ihre Autos nacheinander in dieselbe Betonwand eingangs der Start- und Zielgeraden, daraufhin Wall of Champions getauft. 2001 folgen ihnen Barrichello und Heidfeld im Training mit jeweils hohem Tempo. Die Mauer wurde nun ein Stück beiseite gerückt. Drunter und drüber geht es meistens schon beim Start. 1982 bleibt Riccardo Paletti stehen und wird in seinem Osella von hinten überrollt. Er ist das bislang einzige Todesopfer von Montreal. In Deutschland lassen die TV-Sender daraufhin den GP-Sport fahren.

1998 hebt Benetton-Pilot Alexander Wurz in der ersten Kurve ab. Dreifacher Überschlag ohne Fahrer-Schaden. Unfall-Auslöser Jarno Trulli putzt zusätzlich Jean Alesis Sauber von der Platte. 1999 räumt Trulli wieder ab – Barrichello im Stewart und erneut Alesi. Schwerer Schreck im GP 1997: Am Prost von Olivier Panis bricht ein hinterer Querlenker, der Franzose rast in der Pont de la Concorde nahezu ungebremst in die Reifenstapel. 2000 und 2001 bezahlt Frentzen im Jordan defektbedingte Unfälle mit zwei Gehirnerschütterungen und einem Riss in der Kniescheibe. Technisch gesehen entscheiden auf diesem harten Kurs die Haltbarkeit von Bremsen und Reifen, Motorleistung, Benzinverbrauch.

So lief das Rennen 2001

Erster problemloser Start im vierten Rennen mit freigegebener Elektronik(Traktionskontrolle, Startautomatik). Ausgerechnet diesmal fehlt Frentzen, der im Freitags-Training so heftig in die Reifenstapel gekracht war, dass er das Rennen vom Sofa in Monaco aus anschauen muss – seine zweite Gehirnerschütterung innerhalb von zwei Wochen (nach Monaco-Tunnelcrash). Die Schumis kommen am besten weg, alle anderen sind Statisten. Ralf klebt lange an Michaels Ferrari-Heck, bleibt reifenbedingt länger auf der Strecke als Michael und nach seinem eigenen Stopp in Führung. Erster Doppelsieg eines Bruderpaars in der Formel-1-Geschichte. Stark: Jean Alesi im Prost auf Rang fünf. Frentzen-Ersatz Zonta wird blasser Siebter.

Weitere Infos über alle Fahrer und Teams gibt es hier.

Hintergründe und Analysen zum Großen Preis von Kanada – ab Dienstag, 11. Juni 2002, in der aktuellen AUTO BILD motorsport.

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