Großer Preis von Monaco 2004

Großer Preis von Monaco 2004

Großer Preis von Monaco 2004

— 23.05.2004

Trulli beendet Schumis Serie

Von der Pole auf Platz eins: Jarno Trulli holt beim bislang turbulentesten Rennen der Saison seinen ersten WM-Sieg. Schumi kam nach einem Montoya-Schubser nicht ins Ziel.

So sauer hat man Michael Schumacher lange nicht gesehen: Nach einem Rempler von Montoya während der 2. Safety-Car-Phase musste der Weltmeisterschafts-Führende auf drei Rädern in die Box eiern. Das Aus in Runde 46. Und das Ende der Sieges- und Rekordserie von Michael Schumacher. Hätte er diesen GP von Monaca gewonnen, wäre er sechsmal in Folge aufs oberste Treppchen des Podests gestiegen. Eine der Stellwände in der Ferrari-Box büßte für das Malheur unüberhör- und sehbar mit einem kräftigen Tritt vom Weltmeister.

Schumi war nicht der Einzige, der in Monaco wider Willen sein Auto abstellen musste. Beim bislang turbulentesten Rennen der Saison gab es reihenweise spektakuläre Ausfälle. In Runde drei platzte Sato der Motor. Im Nebel des BAR-Honda rammte Fisichella den fast stehenden Coulthard und landete spektakulär auf dem Dach. Beide Fahrer unverletzt, aber raus. Für McLaren-Mercedes der Anfang vom nächsten Desaster: Wieder kam kein Auto ins Ziel. Kimi Räikkönens Bolide hielt nur rund ein Drittel der insgesamt 77 Runden durch.

In Runde 41 dann der Abflug von Alonso. Wenige Sekunden hinter dem führenden Trulli liegend verabschiedete er sich mit einem spektakulären Klatscher im Tunnel. Mit Tempo 300 wollte er Ralf Schumacher außen überholen. Keine gute Idee. Er landete in der Wand. Schumi II konnte anfangs weiterfahren, erntete aus dem verbeulten Renault noch den Stinkefinger. Zu Recht? "Der gehört aus der Formel 1 genommen!", wetterte Alonso nach dem Rennen, und warf Ralf vor, beim Überholvorgang beschleunigt und ihn so an die Wand gedrängt zu haben. Der verteidigt sich: "Blödsinn, ich bin ganz rechts gefahren und hatte wegen Getriebeproblemen eh nur noch vier Gänge. Gasgeben war also gar nicht drin. Er ist einfach zu weit nach außen und auf den Dreck gekommen und dann in der Mauer eingeschlagen. Das tut mir Leid für ihn."

Montoya stünde ein bisschen Mitleid auch ganz gut zu Gesicht: Während der Safety-Car-Phase nach dem Alonso-Crash schrammelte er dem vor ihm fahrenden Schumacher ins Heck. Der lag auf Position eins hinter dem Safety-Car – und machte somit das Tempo. Im Tunnel stieg Schumi – für viele Betrachter ungewohnt heftig – in die Eisen. Montoya realisierte das zu spät. Krawumm. Das Aus für Schumi. Der Rest ist bekannt (s.o.).

Strahlender Sieger des hektischen Rennens wurde Jarno Trulli. Der Renault-Pilot kam vor Jenson Button (BAR-Honda) und Geburtstagskind Rubens Barrichello (Ferrari) ins Ziel – sein erster Sieg nach 117 Formel-1-Rennen. Montoya wurde Vierter, Massa Fünfter, Da Matta Sechster. Führender in der Weltmeisterschaft bleibt Michael Schumacher (50 Punkte) vor Barrichello (38), Button (32), Trulli (31) und Montoya (23). In der Konstrukteurswertung liegt Ferrari mit 88 Punkten souverän vor Renault (52) und BAR-Honda (40).

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