Großer Preis von Österreich

Großer Preis von Österreich

Großer Preis von Österreich

— 30.04.2002

Das Rennen um die Bergmeisterschaft

Alarm auf der Alm: Härtetest für Bremsen, Reifen und Motor. Die Charakteristik des A1-Rings in der Steiermark fördert auch wieder spannendere Duelle und Mut zum Risiko.

Härtetest fürs Material

Auf dem A1-Ring geht es häufig richtig rund. Nur zu gerne erinnern wir uns an die bisherigen fünf Rennen auf dem umgebauten Kurs in der Steiermark. Denn irgendwo hat es meistens gestaubt. Obwohl Jacques Villeneuve eher gelangweilt meint: "Hier gibt man dreimal Gas, lenkt ein bisschen, und schon ist man rum. Das ist fad."

Nicht ganz korrekt: Über vier lange Geraden, zwei Linkskurven und fünf Rechts führt der Weg zum Ziel. Zwischendurch steigt der Tacho mitten im Gebirge auf fast 300 km/h an. Dann wieder Schussfahrt ins Tal, heftig in die Eisen steigen und mit rot glühenden Warnlampen (Bremsscheiben) weiter in diesem "Abfahrtslauf".

Auch die Motoren werden hart rangenommen. Ebenso die Walzen, besonders die rechts vorn. "Österreich wird das erste von drei reifenmordenden Rennen in Folge", weiß Schumi. Da müssen die Autos besonders gut ausbalanciert sein, denn der umgebaute Österreichring bietet von sich aus wenig Grip. Genau diesem Umstand sind vor der Castrol-, Remus- und Gösser-Kurve reichlich Ausbremsmanöver zu verdanken - oder entsprechende Versuche.

Die laufen nicht immer erfolgreich ab - wie 2001: Da attackiert Schumi Montoya, der, in Führung liegend, eigene Pläne hat und stur bleibt. Beide rutschen geradeaus, aber Schumi kann sich schneller aus dem Kies befreien. Beide können weiterfahren, aber ohne Gewinnchance. Nichts gegen 2000, den Massencrash direkt nach dem Start. Schumacher, von hinten abgeschossen, verbucht einen Nuller. Das Mc-Laren-Duo verringert den Punkteabstand im Titelkampf bedrohlich.

Häufig Schauplatz für Duelle

Häufiger Schauplatz der Duelle ist die Remus-Kurve. 1998 kollidieren dort David Coulthard, Jos Verstappen (Stewart), Pedro Diniz (Arrows) und Mika Salo (Arrows). Später im Rennen geraten Jean Alesi (Sauber) und Giancarlo Fisichella (Benetton) aneinander. Schon 1997 endete das Rennen für Alesi mit einem Crash. Eddie Irvine, damals Ferrari, schlug dem Benetton-Angreifer einfach die Tür vor der Nase zu. Damals kehrte die Formel 1 nach zehn Jahren Abstinenz in die österreichische Provinz zurück. Mit einem Paukenschlag, denn plötzlich führte Formel-1-Neuling Jarno Trulli für 37 (!) Runden den Grand Prix an.

Dabei ersetzte dieser namenlose Italiener bei Prost-Mugen, beflügelt von Reifen des neuen Ausrüsters Bridgestone, nur Stammfahrer Olivier Panis nach dessen schwerem Kanada-Unfall. Trullis Traum von der Sensation verrauchte per Motorschaden. Bei Mika Hakkinen qualmte es schon nach einer Runde - k. o. vor der Haupttribüne. Jacques Villeneuve gewinnt. Schumi gurkte zu dieser Zeit noch weiter hinten herum (Platz sechs), weil er trotz Überholverbots an Frentzen im Williams vorbeigestürmt war - die Punkte fehlten ihm später. Schöne (Berg-)Aussichten...

Weitere Infos über alle Fahrer und Teams gibt es hier.

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