Großer Preis von Spanien

Großer Preis von Spanien Großer Preis von Spanien

Großer Preis von Spanien

— 17.04.2002

Eine sehr windige Sache

Aerodynamische Eigenheiten und gefürchtete Brisen können in Barcelona für Abtrieb und Auftrieb sorgen - oft auch für Verzweiflung.

Hausmacht McLaren-Mercedes

Die Frisur kann man getrost vergessen, wenn man den Circuit de Catalunya besucht. Denn der Wind rund um die Rennstrecke nördlich von Barcelona zerstört sie wahrscheinlich ohnehin - genau wie manch einem Fahrer eine schnelle Runde. Die stürmischen Böen wehen naturgemäß viel Sand auf die Fahrbahn, die vom Asphalt her eigentlich ausreichend Haftung bietet.

Aber durch die Launen der Natur kann der Kurs innerhalb einer Trainingssitzung zwei Gesichter präsentieren. Dass in Barcelona ständig getestet wird, bedeutet deshalb noch lange nicht, dass alle Teams schon mit perfekter Abstimmung anreisen. Wohl aber mit dem meisten Datenmaterial. Bloß: Schon minimale Temperaturschwankungen stellen die Software-Profis neben den sich ändernden Windverhältnissen vor permanente Bewährungsprüfungen.

Denn zur Natur kommt der Streckencharakter - und der ist mit fünf lang gezogenen und vielen schnellen Kurven ausgesprochen windig. Soll heißen: aerodynamisch so anspruchsvoll wie kein anderer im GP-Kalender. McLaren-Mercedes ist dort traditionell die Hausmacht - und vom Chassis her wohl auch dieses Mal.

Kurvengewühl und katalanische Kapriolen

Das Lotteriespiel mit der Abstimmung und die Unmenge der Testkilometer haben bei aller Vorliebe für Überraschungen auch Nachteile: Freitags sparen sich viele Teams das Benzin, denn samstags beginnt das Rennen gegen die katalanischen Kapriolen sowieso wieder bei null. Der Asphalt gilt als reifenmordend, sodass der Kampf zwischen den Ausrüstern Michelin und Bridgestone einem neuen Höhepunkt entgegenstrebt. Besonders die vorderen Walzen werden im Kurvengewühl extrem beansprucht. Darum fahren die meisten Teams mit einer Zwei-Stopp-Strategie.

Spanien 2001 bot das Comeback der Elektronik, mit Erlaubnis von Traktionskontrolle und Startautomatik. Juan Pablo Montoya fuhr erstmals in der Formel 1 aufs Podium (Zweiter), wo erstmals ein BAR und seit August 1998 auch Jacques Villeneuve (3.) gesichtet wurde. In Barcelona gelang Schumi 1994 im Benetton ein Kunststück: Er wurde Zweiter - trotz Getriebeblockade und Fahrt im 5. Gang.

1996 triumphierte er in Barcelona erstmals im Ferrari. Mittlerweile hat der vierfache Weltmeister 36 Erfolge mit der Scuderia Ferrari (Stand Brasilien 2002) verbucht. Aber auch Dramatisches erlebt: 2000 fuhr er beim Verlassen des Standplatzes vor der Box über das Bein von Chefmechaniker Nigel Stepney (Schienbeinbruch). Und geriet sich danach mit Bruder Ralf kräftig in die Räder - und Haare.

GP von Spanien und das Rennen 2001

5. WM-Lauf - GP Spanien (Barcelona), 28. April 2002 Circuit de Catalunya seit 1991 im GP-Kalender • Länge: 4,730 km • Durchschnittstempo: 202,507 km/h • Runden: 65 • Distanz: 307,45 km • Ralf Schumachers Urteil: "Eine anspruchsvolle und technisch schwierige Strecke, da die äußeren Bedingungen häufig wechseln und man mit der Abstimmung reagieren muss. Das Überholen ist zu schwierig."

So lief das Rennen 2001 Hakkinen im Pech - Duselsieg für Schumi: Traktionskontrolle und Launch Control sind ab Barcelona wieder erlaubt. Schon beim Vorstart würgt Coulthard seinen Motor ab - Problem mit der Software. Fast keine Überholmanöver im Rennen, in dem Hakkinen dominiert - bis zur letzten Runde. Da quittiert an seinem McLaren-Mercedes die Kupplung den Dienst. Schumi siegt.

Sieger 2001 M. Schumacher (Ferrari) 1:31.03,305 h • 2000 Hakkinen (McLaren-Mercedes) 1:33.55,390 h • 1999 Hakkinen (McLaren-Mercedes) 1:34.13,665 h Schnellste Runden 2001 M. Schumacher (Ferrari) 1:21,151 Min. • 2000 Hakkinen (McLaren-Mercedes) 1:24,470 Min. • 1999 M. Schumacher (Ferrari) 1:24,982 Min. Pole-Positions 2001 M. Schumacher (Ferrari) 1:18,201 Min. • 2000 M. Schumacher (Ferrari) 1:20,974 Min. • 1999 Hakkinen (McLaren-Mercedes) 1:22,088 Min.

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