Großer Preis von Spanien 2002

Letzte Chance für McLaren-Mercedes Letzte Chance für McLaren-Mercedes

Großer Preis von Spanien

— 25.04.2002

Letzte Chance für McLaren-Mercedes

Viele Krisenherde bei den Silberpfeilen vor dem Großen Preis von Spanien. David Coulthard am Sonntag unter Druck.

Schicksalhafter Circuit de Catalunya

Ein denkbar schlechtes Omen vor dem Großen Preis von Spanien: Am Mittwoch (24.04.) war bei Mercedes buchstäblich Feuer unterm Dach. Die Gießerei des DaimlerChrysler-Konzerns in Mannheim, in der unter anderem Motorteile gegossen werden, begann um acht Uhr morgens aus noch ungeklärten Gründen zu brennen. Die Feuerwehr brauchte den ganzen Tag, um den Brand zu löschen.

Wieder ein Krisenherd bei McLaren-Mercedes. Als ob die Abteilung Motorsport des schwäbisch-britischen Teams vor dem Rennen in Spanien nicht schon genug unter Druck steht. In vier Saisonrennen errangen die als WM-Mitfavorit gestarteten Silberpfeile gerade mal neun Punkte, schon nach knapp einem Viertel der Saison liegen Ferrari (40 Punkte) und BMW-Williams (37) weit vorn.

Von Schicksalsrennen will indes bei McLaren-Mercedes niemand etwas wissen. Dabei trenne gerade der wegen seiner Kurvencharakteristik so anspruchsvolle Circuit de Catalunya, "was die Aerodynamik betrifft die Spreu vom Weizen", wie BMW-Williams-Pilot Ralf Schumacher sagt. Im Klartext: Es kommt auf das Design des Autos an. Luftwiderstand spielt eine größere Rolle als die Motorleistung.

Die McLaren-Fraktion steht in Barcelona besonders unter Erfolgsdruck. Bisher scheute sich McLaren-Teamchef Ron Dennis nicht davor, die mangelnde Leistungsfähigkeit mit einem zu schwachen Aggregat, für das Mercedes verantwortlich zeichnet, und neuen Michelin-Reifen zu begründen. Testdaten hätten bei den ersten vier Rennen noch nicht zur Verfügung gestanden und so eine Abstimmung zwischen Pneus und Chassis verhindert, entschuldigten sich die McLaren-Ingenieure.

Teaminternes Duell sorgt für Zündstoff

Einen wiederholten Missgriff zu erklären, wird am Sonntag schwer. Die vergangenen vier Jahre dominierte McLaren in Katalonien, und wäre Mika Hakkinens Wagen 2001 nicht einen Kilometer vor dem Ziel mit einer defekten Kupplung ausgerollt, der Finne hätte vier Mal in Folge den Großen Preis von Spanien gewonnen.

Mehr als 5000 Kilometer absolvierten die Piloten David Coulthard, Kimi Räikkönen und Testfahrer Alexander Wurz im Winter und zwischen den vergangenen vier Rennen. Zündstoff bietet das teaminterne Duell. Verliert Coulthard zum dritten Mal den Vergleich gegen Neuling Räikkönen, droht die Gefahr, dass sich die britischen Medien und vor allem die Ingenieure im Team auf die Seite des 21-jährigen Finnen stellen, weil sie ihn als Speerspitze im Kampf gegen Ferrari, BMW, Renault und Sauber ansehen.

Wie verunsichert Coulthard ist, zeigt seine Analyse vom Rennen in Imola, als er sechs Runden vor Schluss vom späteren Sieger Michael Schumacher überrundet wurde. "Ich fragte mich, ob ich nicht ein Lasso um den Heckflügel des Ferrari werfen könnte und in seinem Tempo weiter knattern könnte", erinnerte sich der Schotte an die Demütigung. "Es war frustrierend."

Dabei suchte sein Widersacher die Langsamkeit. Als Michael Schumacher den zu überrundenden Coulthard vor sich sah, beriet er sich über Funk mit der Teamführung. Er wolle nicht überrunden, um nicht zu überlegen zu wirken. "Du musst!" soll ihm geantwortet worden sein. "Wenn du so langsam fährst, kriegen wir Probleme mit der Motortemperatur."

Weitere News zum Thema Formel 1 finden sie auf unserer Motorsport-Centerpage "Formel-Sport". Hintergründe und Analysen zum Großen Preis von Spanien gibt es ab Dienstag, 30. April 2002, in der aktuellen AUTO BILD motorsport.

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