Großer Preis von Ungarn

Großer Preis von Ungarn

Großer Preis von Ungarn

— 19.08.2002

Ferrari holt Konstrukteurs-Titel

Der sechste Doppelschlag dieser Saison bescherte Ferrari beim Großen Preis von Ungarn den zwölften Siegerpokal in der Marken-Weltmeisterschaft.

Beim "Schaulaufen" von Budapest hat Weltmeister Michael Schumacher seinem Teamkollegen Rubens Barrichello siegbringende Schützenhilfe geleistet. Und damit zugleich das historische Dutzend für Ferrari vollgemacht. Zwölf Konstrukteurs-Kronen (seit 1961) hat in der Geschichte der Königsklasse noch kein Rennstall erobert; Williams holte bisher neun, McLaren acht Team-Titel. Und die Chancen von Barrichello auf die Vizeweltmeisterschaft hinter seinem deutschen Kollegen sind beträchtlich gestiegen. "Ein toller Tag für uns alle", jubelte "Rubinho" nach dem dritten Sieg seiner Formel-1-Karriere überglücklich, "alles hat heute gepasst. Wir hatten die besten Autos. Das Wichtigste war aber der Gewinn der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft. Wir hatten keine direkte Teamorder, aber wir wollten den Doppelsieg nach Hause fahren", versicherte Barrichello nach seinem Start-Ziel-Sieg.

Fünf Wochen nach seiner Triumph-Fahrt von Magny-Cours konnte der fünfmalige Champion Schumacher seine Fahrkünste voll in den Dienst der Scuderia und seines Teamkollegen stellen, der nach 77 Runden auf dem Hungaroring als erster ins Ziel kam und sich mit nunmehr 45 Punkten auf WM-Platz zwei hinter den Kerpener (112) vorschob. Barrichello hatte nach 306,069 Kilometern 0,434 Sekunden Vorsprung auf Vorjahressieger Schumi, der sich auf den letzten Runden vornehm zurückhielt und auf Attacken verzichtete. "Ich wollte gar nicht überholen, auch wenn es vielleicht so aussah", versicherte der Kerpener schmunzelnd, "ich wollte nur ein bisschen Spaß haben. Das war natürlich ein wunderbarer Abschluss der Meisterschaft für uns – das Auto hat perfekt funktioniert." In der Markenwertung ist Ferrari mit 157 Punkten auch in den ausstehenden vier Rennen von seinen Verfolgern Williams-BMW (80) und McLaren-Mercedes (54) nicht mehr einzuholen.

Als zufriedener Dritter der Hitze- und Reifenschlacht konnte Williams-BMW-Pilot Ralf Schumacher seinen dritten Rang zusammen mit seinem punktgleichen Teamkollegen Juan Pablo Montoya (beide 40) in der WM behaupten. Der Heißsporn aus Kolumbien musste dagegen im Vierkampf um den Vize-Titel einen herben Rückschlag einstecken: Bei einem Überholmanöver des Finnen Kimi Räikkönen (McLaren-Mercedes) wurde der Südamerikaner abgedrängt und fiel nach einem außerplanmäßigen Boxenstopp zunächst auf den 18. Platz zurück. Montoya wurde am Ende noch Elfter. Der Mönchengladbacher Nick Heidfeld kam im Sauber auf den 9. Platz. Die 80.000 Zuschauer im Glutofen Hungaroring erlebten trotz 30 Grad im Schatten kein "heißes" Rennen, zu klar war die Dominanz der beiden einsamen roten Renner an der Spitze. Die Silberpfeile von McLaren-Mercedes holten durch den finnischen Jungstar Räikkönen (4.) und den Schotten David Coulthard (5.) fünf Punkte. Coulthard kann trotz der mageren Ausbeute mit nunmehr 34 Punkten (noch) vom zweiten WM-Platz träumen. "Gute Strategie, gute Leistung des Teams", resümierte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.