GP von Ungarn

Vor dem GP von Ungarn

Großer Preis von Ungarn

— 28.07.2005

Königliche Glückwünsche

Die bekommt nicht jeder zu hören. Fernando Alonso schon. Am Formel-1-Wochenende in Budapest vielleicht sogar zweimal.

Ob der König zweimal klingelt?

Am Freitag (29. Juli) dürfte Fernando Alonsos Handy im Dauereinsatz sein. Nicht ungewöhnlich an einem Geburtstag – seinem 24., um genau zu sein. Ein Anrufer jedoch wird ihn ehrfürchtig lauschen lassen: Spaniens König Juan Carlos I., der dem derzeit erfolgreichsten Formel-1-Piloten seine obligatorischen Glückwünsche übermitteln wird.

Gut möglich, daß der Regent schon am Sonntag nochmal zum Hörer greift – wenn Alonso beim Großen Preis von Ungarn (14 Uhr) seinen siebten Saisonsieg nach Hause gefahren hat. Vor zwei Jahren avancierte der Renault-Fahrer in Budapest mit 22 Jahren zum jüngsten F1-Renngewinner aller Zeiten. Und schon damals tönte er: "Jetzt will ich auch jüngster Weltmeister werden." Der sonst äußerst bescheidene Asturier ("Ich finde es immer noch sehr merkwürdig, berühmt zu sein") ist auf dem besten Wege dahin: seine 36 Punkte Vorsprung sind für Pechvogel Kimi Räikkönen wohl kaum noch aufzuholen.

Denn die Zuverlässigkeit spricht für den Spanier: sechs Siege, vier Pole Positions, in nur drei von zwölf Rennen nicht mindestens in den Top 3, dabei nur ein Ausfall – diese Bilanz wirkt weltmeisterlich. Mit einem WM-Triumph hätte sich der Hobby-Zauberer endgültig von Schumis "Kronprinz" zum "neuen König der Formel I" ("Gazzetta dello Sport") gemausert.

Ex-Champ Fittipaldi ist sich sicher

Auch Schumi selbst glaubt, daß sich der Mann aus Oviedo nur noch selbst schlagen kann: "Von seiner Position aus kann Fernando den Titel eigentlich nur noch verlieren", meinte der Siebenfach-Weltmeister, der als Dritter der Fahrerwertung bereits 40 Punkte zurück liegt.

Kein Wunder also, daß die Vergleiche zwischen dem bald entthronten Deutschen und seinem potentiellen Nachfolger auf vollen Touren laufen. Renault-Teamchef Flavio Briatore, der schon den Kerpener bei Benetton zum Champion formte, sieht Youngster Alonso vor allem wegen seines Alters im Vorteil: "Als Schumacher mit uns 1994 zum ersten Mal Weltmeister wurde, zeigte er ähnliches Talent. Da war er 25 Jahre alt, Fernando wird am Freitag aber erst 24." Allerdings spricht der Italiener seinem jetzigen Schützling noch das letzte Quentchen professionelle Härte ab: "Schumacher wollte seinen Teamkollegen immer regelrecht vernichten."

Ex-Weltmeister Emerson Fittipaldi jedenfalls ist sich sicher, spätestens beim Finale am 16. Oktober in Schanghai um einen Rekord ärmer zu sein. "Alonso wird als jüngster Weltmeister Geschichte schreiben und eine neue Ära beginnen", behauptet der Brasilianer, der 1972 mit 25 Jahren und acht Monaten die WM gewann. Alonso will mit 24 Jahren und drei Monaten ganz oben stehen – und wie immer ehrfürchtig die Handy-Grüße seines Königs empfangen.

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.