Grüne Versicherungskarte

Grüne Versicherungskarte

— 06.05.2016

Sorgenfrei ins Ausland

Die Grüne Karte dient im Ausland als Nachweis für den Kfz-Haftpflichtschutz. In den meisten EU-Ländern muss man sie allerdings nicht mehr mitführen. In einigen osteuropäischen Ländern und auch in der Türkei ist das Mitführen Pflicht.

Wer mit seinem Auto ins Ausland fährt, muss die Versicherungsvorschriften im Reiseland erfüllen und an der Grenze eigentlich einen entsprechenden Versicherungsschutz abschließen. Eigentlich: Denn im sogenannten Grüne-Karte-Abkommen haben sich schon in den 60er Jahren über 40 Länder zusammengeschlossen, die eine Bescheinigung der Kfz-Haftpflichtversicherung aus dem jeweiligen Heimatland über den bestehenden Versicherungsschutz anerkennen. Diese Bestätigung heißt eigentlich Internationale Versicherungskarte für den Kraftverkehr (IVK), wird aber ihrer Farbe wegen in der Regel nur Grüne Karte genannt.

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Ausgestellt wird die Karte von der Kfz-Versicherung, bei der man sein Auto versichert hat. Sollte sie nicht automatisch mit der Police kommen, kann man sie jederzeit kostenlos anfordern, entweder über den Vertreter oder bei vielen Gesellschaften auch schon online. Am besten packt man die Karte dann gleich ins Auto, so hat man sie auch bei spontanen Auslandsfahrten immer dabei. Achtung: In der Regel gilt die Grüne Karte immer nur für drei Jahre. Eine neue bekommt man ebenfalls gratis von der Kfz-Versicherung. Verkauft man sein Auto, sollte man die Grüne Karte außerdem vernichten.

Wo gilt die Grüne Karte?

Außer in den EU-Ländern und meisten übrigen europäischen Staaten gilt das Grüne-Karte-Abkommen zum Beispiel auch in Russland, Tunesien und der Türkei. Vor Fahrten ins Nicht-EU-Ausland sollte man aber genau auf seiner Grünen Karte nachschauen, ob das Zielland eingeschlossen ist. Manche Versicherungen schließen einige Länder aus, die sind dann auf der Grünen Karte durchgestrichen. Im Zweifelsfall gilt: lieber bei der Versicherung vorher nachfragen. Das gleiche gilt auch, wenn man in Länder fährt, die nicht am Grüne-Karte-Abkommen teilnehmen, eventuell erfüllt die eigene Versicherung ja die dortigen Voraussetzungen, andernfalls muss eine Extra-Versicherung abgeschlossen werden.

Muss ich die Karte immer dabei haben?

Prinzipiell gilt: Wer die Grüne Karte dabei hat, ist auf der sicheren Seite. Zwischen den Staaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) und der Schweiz gibt es allerdings seit 1974 auch ein Kennzeichenabkommen, das heißt, dass das amtliche Kfz-Kennzeichen als Nachweis der Haftpflichtversicherung anerkannt wird. Folglich muss die Grüne Karte in allen EU-Ländern sowie auch in Andorra, Monaco, Norwegen, Island, der Schweiz und Liechtenstein eigentlich nicht mehr mitgeführt werden. Empfohlen wird das Mitführen der Grünen Karte trotzdem für Italienreisende – dort wird mitunter bei einem Unfall trotz Kennzeichenabkommen die Vorlage der Grünen Karte verlangt.

In Ländern außerhalb der EU und des EWR kann es sein, dass die Grüne Karte bei der Einreise vorgezeigt werden muss. So etwa in Albanien, Bosnien-Herzegowina, Mazedonien, Moldawien, Serbien, Montenegro, der Ukraine, der Türkei und Weißrussland. Vorsicht: Im Kosovo gilt die Grüne Karte generell nicht, wer dort hinfährt, muss auf jeden Fall eine zusätzliche Versicherung bei der Einreise abschließen.

Egal ob die Grüne Karte mitgeführt werden muss oder nicht: Bei einem Unfall ist sie immer hilfreich. Denn neben ihrer Funktion als Versicherungsbestätigung hält sie viele wichtige Daten und Adressen bereit, die im Schadenfall nützlich sein können – alle Versicherungen aus den Grüne-Karte-Mitgliedstaaten sind nämlich verpflichtet, in jedem Land einen Schadensregulierungs-Beauftragten vorzuweisen.

Was mache ich bei einem Unfall?

Wer im Ausland mit einem anderen Fahrzeug kollidiert oder in Deutschland einen Unfall mit einem ausländischen Auto hat, notiert sich am besten gleich die Daten der Grünen Karte des Unfallgegners oder fotografiert diese ab. Führt der Unfallgegner keine Grüne Karte mit, sollte man sich auf jeden Fall das Kfz-Kennzeichen und dessen persönliche Daten aufschreiben. Außerdem ist es immer ratsam, den europäischen Unfallbericht auszufüllen und Fotos vom Unfallort zu machen; in manchen Ländern muss außerdem immer die Polizei gerufen werden.

Bei Unfällen in Deutschland ist – neben der eigenen Versicherung – die zentrale Anlaufstelle das Deutsche Büro Grüne Karte, das telefonisch (030/2020 5757), per Mail (claims@gruene-karte.de) oder über seine Internetseite (gruene-karte.de) erreicht werden kann. Dort meldet man den Schaden, das Büro übernimmt dann die Pflichten des Haftpflichtversicherers und kümmert sich um die Schadensregulierung. Die Versicherung des Unfallgegners direkt zu kontaktieren ist daher nicht nötig.
Passiert der Unfall im Ausland, wendet man sich am besten an seine eigene Versicherung und an den Schadensregulierungs-Beauftragten der gegenerischen Versicherung in Deutschland. Den findet man am einfachsten über den Zentralruf der Autoversicherer raus, der telefonisch (+49 (0)40-300 330 300) oder über das Internet (zentralruf.de) zu erreichen ist.

Autor: Michael Gebhardt

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