GTI-Check: Wetterauer gegen Oettinger

— 13.09.2012

Hart am Spaß

Er ist das werksseitige Dankeschön für 35 Jahre GTI – und gleichzeitig eine der steilsten Tuningvorlagen der Neuzeit. Oettinger und Wetterauer greifen sie auf und feilen kräftig am Fahrspaß.

Streng genommen scheint auch der Edition 35 ein Sondermodell nach guter alter VW-Prägung zu sein; mit erweitertem Serienumfang, sanft retuschierter Optik und einem vermeintlich symbolischen Leistungsplus von 25 PS. Alles wie gehabt also, oder? Nicht ganz! Denn hinter der neuen Leistungsstufe steckt kein Software-Update des GTI-Motors (EA 888). Sondern die wohl letzte Auferstehung des alten EA 113-Triebwerks aus dem Golf R, und zwar inklusive des standardmäßigen K04-Laders sowie der zugänglichen Motorsoftware. Beste Voraussetzungen also, um im Lager der Tuner mit großzügigen Leistungs-Updates zu locken.

Überblick VW Tuning

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Knallharte DCC-Abstimmung im Oettinger mit eingebauter Hoppel-Garantie – die Fahrstabilität bei hohem Tempo ist allerdings nach wie vor tadellos.

Oettinger GTI Edition 35 Oettinger traut der Serienbenzinpumpe immerhin 310 PS und 450 Nm zu (Leistungsstufe I für 1390 Euro). Noch mehr Power spendiert der Tuner nur in Kombination mit einer leistungsfähigeren Einheit. Darüber hinaus umfasst die Stufe II einen größeren Ladeluftkühler, eine großformatige Karbon-Airbox sowie die Adaption des Steuergeräts. Macht unterm Strich 340 PS und 520 Nm. Freies Durchatmen garantiert eine Sportabgasanlage, hitzefeste Verzögerung die Vorderachsbremse vom Audi TT RS. Im Gegensatz zu Wetterauer, deren Leistungssteigerung funktioniert, als hätte sie ein VW-Mitarbeiter höchstpersönlich ins Steuergerät gekritzelt, spielt die Oettinger-Lösung in feinster Rambo-Manier auf. Jenseits von 3000 Touren kennt der Turbo kein Halten mehr, zerrt, drückt und pfeift wie eine wild gewordene Flugzeugturbine und überrennt seine Vorderräder dabei mit einer Gewalt, die kaum zu bändigen ist. Die Traktion an sich ist – wie bei Wetterauer – gut, die Dosierbarkeit des Motors allerdings kaum vorhanden. Besonders im ersten Gang feilt der Laderdruck nahezu ungehemmt an den 235er-Pirellis, im zweiten Gang gelingt Haftreibung nur bei temperierten Sohlen.

Ein Artikel aus AUTO BILD SPORTSCARS

Unschlagbaren Querdynamik-Allianz im Wetterauer-GTI: Gewindefahrwerk und zweifach einstellbare Stabilisatoren.

Wetterauer GTI Edition 35 Wetterauer verzichtet auf ein Upgrade der Serienstopper, vertraut stattdessen den eher schmächtig bemessenen Serienscheiben. Davon abgesehen folgt der Tuner aus Koblenz allerdings einer ähnlichen Rezeptur, programmiert eine Leistungssteigerung auf 310 PS sowie 430 Nm (949 Euro) und stockt auf Wunsch die Peripherie an bekannten Stellen auf: große Karbon-Airbox (2550 Euro), strömungsoptimierte Downpipe inklusive Kats von HJS sowie 76-mm-Abgasanlage (2499 Euro) und eine Kraftstoffpumpe mit höherem Förderdruck (699 Euro). Ferner greift Wetterauer in die Getriebesoftware ein, ändert die Kennfelder, verkürzt die Schaltzeiten und erhöht dabei auch die Anfahrdrehzahl der Launch-Control auf 4000/min. Zu viel, wie sich beim Sprint auf Tempo 100 herausstellt. Eigentlich schade, denn die Traktion ist erstaunlich gut, der Ladedruck fein dosierbar. Mit serienmäßiger Anfahrdrehzahl (3200/min) wäre der Start flüssiger, gingen die ersten Meter deutlich reifenschonender. Mehr zum Thema Golf Tuning. Welcher Tuner das ausgewogenste Konzept auf die Räder stellt, erfahren Sie oben in der Bildergalerie.
Technische Daten Oettinger Wetterauer
Motor R4, Turbo R4, Turbo
kW (PS) bei 1/min 250 (340)/6200 228 (310)/6000
Nm bei 1/min 520/3400 440/4000
Antriebsart Vorderrad Vorderrad
Getriebe 6-Gang manuell 6-Gang-Doppelkupplung
0–100 km/h 6,0 s 5,8 s
Viertelmeile 13,93 s 13,96 s
Leergewicht 1431 kg 1410 kg
Vmax 273 km/h 266 km/h
Preis Testwagen 45.350 Euro 44.514 Euro
Autor:

M. Iglisch

Fazit

Wetterauer schnürt ein Paket, das ausgewogener kaum sein könnte. Die Leistungssteigerung ist ebenso effektiv wie homogen, das Handling vom Allerfeinsten. Ganz anders der Oettinger, der zwar ungehobelter, dabei aber kaum langsamer ist und mit seiner brutalen TSI-Maschine zudem als klarer Emotionssieger hervorgeht.

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