GTM Libra

GTM Libra GTM Libra

GTM Libra

— 29.01.2004

Liebesgrüße nach Modena

Ein Motor, der hinter Glas um Aufmerksamkeit buhlt – diese ungewöhnliche Konstruktion kannten wir bisher eigentlich nur von Ferrari.

Durch und durch britisch

Ein Blick durch die Plexiglasscheibe des GTM verblüfft. Das Ferrari-verwöhnte Auge erwartet acht Zylinder, erspäht jedoch lediglich ein Motörchen mit vier Pötten. Einen Rover-Motor mit 1,8 Liter Hubraum und 145 PS – die gleiche Maschine half auch der Elise schon auf die Sprünge. Etwas dürftig, denken Sie? Aber nicht doch! Schließlich spielt der GTM mit seiner Plastikkarosserie in derselben Gewichtsklasse wie der federleichte Lotus. Angemessener Vortrieb ist garantiert.

Vorrangig gilt es allerdings, eine ganz andere Frage zu klären: Was zum Teufel ist ein GTM? Gegründet im Jahre 1967, reiht sich GTM in die Riege winziger Fahrzeug- Manufakturen ein, die es nur auf der Insel geben kann. Hier, im Herzen von England, in der Nähe von Birmingham, baut ein halbes Dutzend Leute rund 25 GTM pro Jahr. Das Coupé nennt sich Libra, die offene Variante heißt Spyder. Wer als Festlandeuropäer mit der Anschaffung eines solchen Fahrzeugs liebäugelt, sollte sich an die belgische Firma Oracle Kitcars wenden. Die importiert den Flitzer als Bausatz und baut ihn nach Kundenwunsch auf.

Seine britische Herkunft kann der Wagen nicht verhehlen – weder im Guten noch im Schlechten. Abenteuerliche Störgeräusche aller Art malträtieren die Gehörgänge, und die Verarbeitung lässt zu wünschen übrig. Aber auch der Vergnügungsfaktor ist very british – sehr hoch nämlich. Die Abwesenheit sämtlicher elektronischer Hilfsmittel garantiert unverfälschten Fahrspaß.

Dynamik eines Gummiballs

In eng geschnittenen Sparco-Sportsitzen angemessen untergebracht, registrieren die Insassen nach kürzester Zeit, wie schweißtreibend Autofahren heutzutage noch sein kann. Der Mittelmotor veranstaltet einen Riesenradau und verleiht dem GTM die Dynamik eines Gummiballs. Die Wege von einer Biegung zur nächsten geraten dank des enormen Sprintvermögens erfreulich kurz. Spontane Kurvenhatz ist dem straff gefederten Sportwagen wie auf den Leib geschneidert, Höchstgeschwindigkeitsorgien mag er weniger. Der mangelhafte Abtrieb an der Vorderachse bremst den Libra bei 180 km/h ein – das kann ein Ferrari besser ...

Technische Daten • Reihen-Vierzylinder-Mittelmotor, quer • variable Ventilsteuerung • vier Ventile je Zylinder • Hubraum 1796 cm³ • Leistung 107 kW (145 PS) bei 7000/min • max. Drehmoment 174 Nm bei 4500/min • Hinterradantrieb • 5-Gang, manuell • rundum Einzelradaufhängung, Doppelquerlenker vorn, Doppellängslenker hinten • rundum Scheibenbremsen, vorn innenbelüftet • Reifen 205/45 ZR 16 • Räder 7,5 x16 • Länge/Breite/Höhe 3601/1635/1160 mm • Radstand 2311 mm • Leergewicht 750 kg • Beschleunigung 0–100 km/h in 6,0 s • Höchstgeschwindigkeit 180 km/h • Preis rund 40.000 Euro

Kontakt Oracle Kitcars, Tel. 0032/ 93 / 49 16 55, www.oracle-kitcars.be

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