GTÜ Mängelstatistik 2006

GTÜ Mängelstatistik 2006

— 13.09.2006

Schrotthaufen auf der Straße

Eine Studie der GTÜ zeigt: Die Gebrauchtwagen auf deutschen Straßen werden immer älter und maroder. Ein echtes Sicherheitsrisiko.

Auf Deutschlands Straßen sind jede Menge "rollende Zeitbomben" unterwegs. Acht bis zehn Millionen Fahrzeuge weisen teils erhebliche Mängel auf, berichtet die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ). Besondere Gefahr geht von dem immer älter werdenden Fahrzeugpark in Deutschland aus. Die GTÜ ist der drittgrößte Prüfdienstleister nach den TÜV-Organisationen und der DEKRA AG. 1999 war ein Privat-Pkw durchschnittlich 6,8 Jahre alt, 2005 waren es bereits 8,4 Jahre. Dabei weisen ältere Autos über neun Jahre laut GTÜ ein acht Mal größeres Sicherheitsrisiko auf als Wagen neueren Datums.

Die Experten gehen davon aus, dass notwendige Verschleißreparaturen entweder nicht vorgenommen oder so lange verschoben werden, bis ein größerer Defekt eintritt. "Die Überalterung der Fahrzeuge ist ein Abbild der konjunkturellen Entwicklung", erklärte Rainer Süßbier, technischer Leiter der GTÜ. Die "Beleuchtung/ Elektrik" ist mit 20,7 Prozent noch immer am häufigsten mangelhaft. Sehr dicht folgt die Bremsanlage (19,1 Prozent) und der Bereich "Achsen/ Räder/ Reifen/ Aufhängungen" (16,7 Prozent).

Bei den Gebrauchtwagen konnten japanische Fabrikate auch in diesem Jahr ihren Ruf als "Mängelzwerge" verteidigen, wie die GTÜ mitteilte. Die Sicherheitsexperten stellten auf der Automechanika ihren neuen GTÜ-Gebrauchtwagenreport vor, der auf der Grundlage von fünf Millionen Hauptuntersuchungen erstellt wurde. Bei den Kleinwagen springen die Spitzenplätze für Honda und Toyota ins Auge. Als wahrer "Mängelriese" entpuppt sich der Ford Ka.

Bei den Kompaktwagen haben, je nach Fahrzeugalter, die A-Klasse von Mercedes und der Toyota Corolla in der GTÜ-Rangliste die Nase vorn. Der Ford Focus konnte sich einen zweiten Platz sichern, und bei der Marke VW hat der Modellwechsel von Golf III auf Golf IV laut GTÜ "signifikante Verbesserungen gebracht". Ganz schlecht schneiden in der Kompaktklasse der Alfa 147, Peugeot 306/307, Fiat Bravo/Brava und Seat Toledo ab. Auch die Mittelklasse ist eine Domäne der Japaner: Es führen Honda Accord und Toyota Avensis, die rote Laterne tragen Renault Laguna, Alfa 156 und der Ford Mondeo. In der Ober- und Luxusklasse führt der Audi A8 bei den Fahrzeugen bis fünf Jahren, bei den älteren Modellen hat die S-Klasse von Mercedes den Spitzenplatz. Auffällig ist der letzte Platz für die Mercedes E-Klasse in den Altersstufen eins bis fünf Jahren.

Angesichts des hohen Durchschnittsalters der Autos auf den deutschen Straßen wittert die Kfz-Branche mit ihren 40.800 Betrieben und 477.000 Beschäftigten ein lukratives Geschäft. Durch das Alter werden die Autos immer reparaturanfälliger. Nach Angaben des Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe soll der Umsatz des Kraftfahrzeuggewerbes im Jahr 2006 um fünf Prozent auf 27 Milliarden Euro wachsen.

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