Günstige Cabrios mit Blech-Klappdach

Fünf günstige Klappdach-Cabrios Fünf günstige Klappdach-Cabrios

Günstige Cabrios mit Blech-Klappdach

— 02.05.2006

Für den kleinen Urlaub zwischendurch

Sonne auf Knopfdruck. So was klappt neuerdings auch in Kleinwagen. Ein Vergleich von Daihatsu Copen, Nissan Micra C+C, Peugeot 206 CC 110, Opel Tigra TwinTop und Mitsubishi Colt CZC.

Fünf Sunnyboys für die kleine Freiheit

Katja kennt keine Iso-Gasse. Sie weiß nichts von Ausweichversuchen, sie hat keine Ahnung von Übersteuer-Reaktionen, Knickmaß, Achslast oder sonstigen Programmpunkten unserer Testprozedur. Warum auch? Katja sucht schließlich nur einen süßen Sonnyboy für die kleine Freiheit zwischendurch. Das macht die Sache für mich nicht einfacher. Wie soll ich unserer jungen Kollegin aus der Grafik bloß beantworten, welches Auto das richtige für sie ist?

Immerhin weiß sie eines genau: Ein kleines Klappdach-Cabriolet muß es sein. Keine bestimmte Marke, aber möglichst billig. Mehr als 18.000 Euro sind nicht drin. Dafür bewerben sich fünf Kandidaten um Katjas Gunst. Zum Beispiel der Mitsubishi Colt CZC – bei uns noch so frisch wie der Tau am Morgen. Mit seinen extrem schrägstehenden A-Säulen wirkt der Colt ein bißchen wie ein aufgeschnittener Van. Zudem verraten uns sein pummeliger Po und die katastrophale Übersicht nach hinten: Ich muß mein Verdeck in mehreren Lagen im Kofferraum ablegen – ganz typisch für diese Gattung der kleinen Blechdach-Falter. Als 109 PS starker 1.5 ist der Mitsubishi CZC ab 16.990 Euro zu haben.

Von Nissan fährt der Micra vor. Ebenfalls mit ordentlich Speck auf den Hüften – aber mit einer Spezialität: dem gläsernen Mittelteil der Dachkonstruktion. Durch dieses schmale Fensterelement haben Sonnenanbeter sogar bei geschlossener Kapuze noch etwas Freiluftgefühl. Der 110 PS starke Nissan steht für 17.890 Euro in der Preisliste.

Von knuddelig bis aggressiv

Der dritte Japaner in dieser Runde heißt Daihatsu Copen (Foto). Kein ganz neuer Geselle, jetzt aber erstmals auch als Linkslenker erhältlich. Dieser süße Fratz erinnert mich spontan an die britischen Roadster vom Schlage eines Austin Healey Sprite aus den 60ern. Klein, kompromißlos, knuddelig. Ein Autochen, das man abends am liebsten unterm Arm mit in die Wohnung nehmen möchte, damit es nicht so allein auf der Straße steht. Mit 87 PS kostet der Copen 17.200 Euro.

Opel stellt den Tigra TwinTop. In unsere Reihe paßt ein 1.8 mit 125 PS, damit wären exakt 18.205 Euro fällig. Auf der Visitenkarte des Tigra stehen ein in cooler Metall-Optik schimmernder Doppel-Überrollbügel (ohne Funktion) und die typische, etwas aggressive Opelschnauze mit markanter Chromnase.

Fünfter Katja-Kandidat ist Peugeots Trendsetter und Bestseller 206+ CC. Der Franzosen-Klassiker mit der Mini-Reling auf dem Kofferdeckel geht in diesem Sommer bereits in seine sechste Saison und hat bei uns schon über 86.000 Freunde gefunden. Meist waren es Frauen, ist ja klar. Mit 109 PS ist er ab 17.850 Euro zu haben.

Kosten und Ausstattungen

So, nun weiß Katja, welche Partner sich für die schönsten Stunden des Jahres bewerben. Was sie noch nicht weiß: Wenn sie ihren Liebling so richtig rausputzen will, legt sich schnell ein Tiefdruckgebiet übers Gute-Laune-Zentrum. So ist der günstigste in diesem Quintett, der Colt (Foto), ein kleiner Blender. Unglaublich: Will ich ein CD-Radio oder schicke Aluräder, muß ich gleich die höhere Version "Inform" für 17.990 Euro nehmen. Auch ESP gibt es erst beim teureren Modell – gegen Aufpreis.

Immer noch besser als beim Copen. Daihatsu bietet für kein Geld der Welt das Antischleuder-Programm oder Seitenairbags an. Immerhin verwöhnt der 3,40 Meter kurze Zwerg ab Werk mit einer Klimaanlage und Alurädern. Nissan, Opel und Peugeot statten ihre Autos serienmäßig mit ESP und gegen Aufpreis auch mit CD-Anlage, großen Rädern und Klimaautomatik aus.

Werksangaben und Testwerte

Wenn wir jetzt mal davon ausgehen, daß Katja ihr Herz nicht schon längst an einen der fünf Aufschneider verloren hat, sprechen wir mal von so was wie Leistung und Fahrspaß. Jetzt schlägt die Stunde des Tigra (Foto). Mit seinem Leistungsvorteil knackt der zuweilen dröhnige Opel als einziger die Zehn-Sekunden-Sprint-Marke und rennt über 200 Sachen.

Beim Überholspurt hingegen fliegt der 38 PS schwächere Copen fast spielerisch vorbei. Kein Wunder: Der Handtaschen-Roadster ist beinahe 350 Kilogramm leichter. Nissan, Mitsubishi und Peugeot reihen sich zurückhaltend knurrend in mehr oder weniger kurzer Folge dahinter ein.

Fahrverhalten und Lenkung

Zügiges Offenfahren könnte ohnehin in 206, Micra (Foto) und Opel zum zugigen Problem werden, wenn Katja sich gegen das jeweils aufpreispflichtige Windschott entscheidet. Ohne die Sperre hinter den Sitzen zupfen heftige Windwirbel am Blondschopf. Am Besten wäre ihre Frisur im Copen geschützt. Eine kleine Scheibe zwischen den Kopfstützen sorgt dafür, daß die Brise fast störungsfrei über den Innenraum hinwegpustet.

Für Kollegin Katja ist das Wichtigste gesagt, wir Tester interessieren uns natürlich auch für so trockene Themen wie das Fahrverhalten. Vom ESP unterstützt, fahren vier der Cabrios auf der sicheren Seite. Dennoch enttäuscht der Colt. Durch seinen nur müde in die Gänge kommenden Motor und durch das recht behäbige Fahrverhalten. Nicht nur die etwas gefühllose Lenkung verschafft diesen Eindruck. Die massige Dachkonstruktion mit daraus resultierendem hohem Schwerpunkt scheint wie ein unsichtbarer Hebel an der Karosserie zu zerren – mit entsprechender Schieflage in schnell gefahrenen Kurven.

Opel hat dem Tigra mit knackiger Lenkung und widerspruchslosem Spurwechselverhalten ungleich mehr Sportgeist antrainiert. Hektisch wirkt er aber nicht – durch die ausgewogene Fahrwerkabstimmung macht er sogar einen noch erwachseneren Eindruck als der Nissan. Denn dem fehlt eine verbindlichere Lenkung zum spritzigen Motor. Und wie der Colt neigt auch er sich in Kurven merklich zur Seite. Seine Stärken im Fahrbetrieb: insgesamt guter Komfort, kultivierter Motor, unspektakuläres und berechenbares Ausweichverhalten.

Mit dem Peugeot ist gut Cruisen

Der Peugeot (Foto) mit seinem ruhigen Vierzylinder, den weichen Sitzen und der sorgfältig arbeitenden Federung geht am besten als lässiger Cruiser für den lauen Sommerabend durch. Den verwegenen Kurvenkünstler gibt dagegen der Copen.

Kompromißlos knackig abgestimmt, wieselt der Daihatsu um Ecken wie ein echter Sportler. Wer so etwas mag, muß allerdings auch die straffe Federung des Roadsters akzeptieren. Wie gesagt, ein Ausflug in die harte Realität der 60er, als Komfort noch ein Privileg schwerer Limousinen war. Immerhin ist die Bremsleistung auf dem Stand von heute. Vier der fünf Autos bleiben deutlich unter der 40-Meter-Marke, um aus Tempo 100 zum Stehen zu kommen. So etwas ist in dieser Klasse eine Ansage.

Niedrige Fixkosten auch. Hier bewirbt sich der Copen als Katjas Traumtyp. Zu den geringen laufenden Kosten kommt der niedrigste Verbrauch. Werte mit einer Fünf vor dem Komma sind möglich, wenn man ihn rollen läßt. Zudem nippt er vom günstigeren Normal. Ein echter Luxus-Typ hingegen ist der kräftige Opel. Gut 2000 Euro kostet der jährliche Unterhalt, und der Verbrauch ist in diesem Vergleich mit acht Liter Super der höchste.

Fazit und Wertung

Fazit von AUTO BILD-Redakteur Jan Horn: Wenn der kleine Urlaub zwischendurch zum Erlebnis werden soll, dann führt kein Weg an der Abenteuerinsel Copen vorbei. Der kleine quirlige Daihatsu hat einfach das größte Fahrspaßpotential. Die All-inclusive-Pakete mit erträglicherem Komfort, mehr Sicherheit und geräumigerer Unterbringung gibt es jedoch nur bei der Konkurrenz. Erholung pur verspricht zwar keiner der vier Allrounder – aber im Nissan läßt sich das Feriengefühl am besten einfangen.

Autor: Jan Horn

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