Günstige Gebrauchtwagen

— 02.06.2006

Die Schnäppchen-Paradiese

Junge Gebrauchte: oft so gut wie Neuwagen, aber viel billiger. Und das Beste daran: Es gibt eine Riesen-Auswahl.



Ohne Erstbesitzer-Stolz und Wertverlust

Täglich rollen Tausende von Neuwagen zu Deutschlands Autohändlern – und werden dort gleich von attraktiven Konkurrenten erwartet, den Wagen, die schon da sind. Junge Gebrauchte, die als Jahreswagen, Geschäftsfahrzeug von Händler oder Niederlassung oder als Vorführwagen gedient haben.

Von regelrechten Neuwagen sind sie meist nur durch den Stand auf dem Kilometerzähler zu unterscheiden. Beim Nachbarn, der darauf keinen Blick werfen kann, gehen sie problemlos als nagelneu durch. Oft sind die Edel-Gebrauchten zudem versehen mit einer Extra-Garantie, die an die Herstellergarantie anschließt. Daneben haben sie natürlich die gesetzlich vorgeschriebene Gewährleistung vom Händler.

Die alte Frage "Neu oder gebraucht kaufen?" bleibt natürlich weiter unbeantwortet, sie kann nur jeder Käufer persönlich entscheiden. Die Vorteile des Neuwagens: Er allein kann wirklich individuell zusammengestellt werden, er allein befriedigt den Erstbesitzer-Stolz. Seine Nachteile: In der Regel wochenlange Lieferzeiten, die leider oft nicht eingehalten werden. Doch gravierender ist der Wertverlust, der sich automatisch einstellt, sobald der Käufer vom Hof rollt. Wer Erstbesitzer-Stolz und Wertverlust mit Freuden dem Neuwagenkäufer überläßt, sich mit einer annähernd passenden Ausstattung begnügt und mit seinem "Neuen" schnell starten will, kommt am jungen Gebrauchten nicht vorbei. Und ewig suchen muß er auch nicht, denn nie war das Angebot an feinen Gebrauchten so groß wie heute.

Jahreswagen: große Auswahl, gute Preise

Der Jahreswagen stammt vom Werksangehörigen, der pro Jahr einen Neuwagen mit Rabatt kaufen darf, meist 15 Prozent unter dem Listenpreis. Er muß ihn vor dem Verkauf in der Regel mindestens neun Monate fahren. Die Auswahl an Modellen mit guter Ausstattung und Motorisierung ist groß, denn der Erstbesitzer hat meist beides an der Nachfrage ausgerichtet. Üblicherweise ist das Auto unverbastelt im Serienzustand und bestens gepflegt, um einen guten Preis zu erzielen. Der Verkäufer kann den Listenpreis inklusive Extras genau nachweisen.

Der Kaufpreis richtet sich auch hier nach Angebot und Nachfrage, das Feilschen ist natürlich möglich. Tip: Wer richtig Geld sparen und nicht unbedingt das aktuelle Modell fahren will, sollte gleich vor oder nach Einführung des neuen Typs das Auslaufmodell kaufen. Und wer direkt beim Halter kauft, spart meist mehr als beim Kauf über einen (Jahreswagen-)Händler.

Adressen: • In der Gebrauchtwagen-Börse von www.autobild.de können Jahreswagen über die Detailsuche gezielt angesteuert werden. • Audi: www.brg-jahreswagen.de; www.jahreswagen.wolfsburg.de • BMW: www.bmw.de/jawa • Ford: www.ford.de/ma_jahreswagen• MB: Telefon 0800/ 987 98 76 • Mini: www.mini.de/jawa • Opel: www1.opel.de/jahreswagen; www.opeler.de • Toyota: www.toyota-jahreswagen.de • VW: www.vw-jahreswagen.de; www.jahreswagen.wolfsburg.de

Vorführ- und Geschäftswagen

Vorführ- und Geschäftswagen sind die Edel-Varianten unter den Gebrauchten, im besten Fall nur wenige Monate zugelassen und mit maximal ein paar tausend Kilometern auf der Uhr. Für Probefahrten oder von Verkäufern genutzt, sind sie stets penibel gewartet und gepflegt, deshalb von Neuwagen kaum zu unterscheiden. Wenn doch ein Kratzerchen dran ist, bringt das zusätzlichen Verhandlungsspielraum. Jeder Händler hat solche Exemplare, aber nur größere Händler und Hersteller-Niederlassungen bieten eine entsprechende Auswahl.

Der Kauf eines Vorführ- oder Geschäftswagens lohnt besonders bei Marken, die mit Rabatten für den Neuwagen eher geizen, etwa Audi, BMW, Mercedes oder Porsche. Diese inserieren ihre Topangebote oft auch überregional. Zehn Prozent plus X Nachlaß im Vergleich zum Neuwagen-Listenpreis sind bei jungen Vorführwagen die Zielmarke im Rabatt-Poker.

Aber Achtung: Da diese Exemplare meist sehr reichhaltig ausgestattet sind, werden trotz Rabatt auch Extras mitbezahlt, die der Käufer eventuell nicht braucht. Sie sollten sich also stets die Frage stellen, ob Sie das eine oder andere Extra bei einer Neuwagenbestellung auch ordern würden. Ein exakter Preisvergleich kann dann sogar ergeben, daß der maßgeschneiderte Neuwagen (inklusive Nachlaß) in Euro günstiger als der Vorführwagen kommt.

Finanzierung und Garantie

Auch die Finanzierung von Gebrauchten ist heute für jeden Händler ein übliches Geschäft. Er bietet Konditionen entweder über die eigene Hausbank oder über die Herstellerbank. Mitunter sind die Konditionen der Herstellerbank geteilt: ein Zins für Gebrauchte von Fremdmarken, ein günstigerer Zins für Gebrauchte der eigenen Marke. Auch ein GW-Sonderzins liegt aber üblicherweise über dem Sonderzins für Neuwagen. Tip: Angebote mehrerer Händler untereinander vergleichen und dann den Konditionen der eigenen Bank oder Sparkasse für einen Ratenkredit gegenüberstellen.

Fürs Privat-Leasing von meist höherwertigen Gebrauchten gibt es ebenfalls oft interessante Angebote. Aktuelle Beispiele: Ein VW Phaeton 3.0 V6 TDI 4Motion (Erstzulassung 11/04, 16.000 km) zur monatlichen Rate von 298 Euro bei 8950 Euro Sonderzahlung und einer Laufzeit von 36 Monaten bei 30.000 km/Jahr. Oder ein BMW 318i Dienstwagen (EZ 2/06, 3500 km) für 199 Euro Rate und 4990 Euro Sonderzahlung. Sogar inklusive der Wartung über 36 Monate bei einer jährlichen Laufleistung von 10.000 km.

Garantie: Bei Vorführ- und Jahreswagen gilt: Die Neuwagengarantiezeit des Herstellers ist um die Zeit abgelaufen, die seit der Erstzulassung verstrichen ist. Ein Werksangehöriger verkauft seinen Jahreswagen als Privatmann mit dem erlaubten Ausschluß der gesetzlichen Gewährleistung.

Ein Autohändler dagegen muß unabhängig von einer eventuell noch laufenden Herstellergarantie mindestens ein Jahr gesetzliche Gewährleistung ab Kauf geben. Die ist um so wichtiger, je älter ein Gebrauchter ist. Viele Händler verkaufen zudem mit einer zusätzlichen Gebrauchtwagen-Garantie. Mitunter geben auch die Hersteller verlängerte Garantien für Gebrauchte, wie zur Zeit Mercedes für online georderte gebrauchte A- und B-Klassen.

Der (gar nicht) lästige Wertverlust

Einmal jährlich kürt AUTO BILD zusammen mit dem Marktforschungsinstitut Bähr & Fess die "Wertmeister", Deutschlands Könige in der Restwertprognose. Sie sind gut für ihre Halter, denn beim Wiederverkauf werden vernünftige Preise erzielt. Schlecht sind preisstabile Gebrauchte dagegen für Käufer, die beim Gebrauchtwagenkauf ein Schnäppchen machen wollen.

Diese Käufer müssen nach dem Gegenteil suchen. Extrem anfällig im Wertverlust – und damit relativ günstig – zeigt sich beispielsweise häufig die Luxusklasse. In der Spitze der aktuellen AUTO BILD-Recherche ist etwa ein knapp zwei Jahre alter BMW 735i (65.400 km) zum Aktionspreis von 39.900 Euro drin. Ersparnis im Vergleich zum ehemaligen Neupreis: 51.600 Euro – oder 56 Prozent. Luxusklasse zum Preis einer Oberklasse ist auf diesem Weg also machbar. Für alle Klassen gilt: Die Autos von Herstellern, die ihren Neuwagenabsatz mit satten Rabatten anschieben, sind auch gebraucht billiger zu haben. Denn der Gebrauchte konkurriert direkt mit dem stark rabattierten Neuwagen.

Weiterer Tip für Schnäppchenjäger: Nach Autos suchen, die in Ausstattung oder Farbe nicht "passen". Wenn das Manko persönlich nicht stört, bringt es kräftige Abschläge beim Preis. Etwa eine fehlende Klimaanlage ab der Kompaktklasse aufwärts oder keine Automatik, kein Navi oder keine Lederausstattung in der Oberklasse.

Verhandlungspoker und Automärkte

Im Gegensatz zum Kauf eines bestellten Neuwagens gibt es beim Kauf eines Gebrauchten eine Falle: Der Wagen steht auf dem Händlerhof – und alles stimmt. Modell und Motorisierung, Farbe und Ausstattung – kurz: das Traummodell. Wer diese Entdeckung dann dem Verkäufer (oder auch nur seinem Partner) durch Begeisterungsäußerungen zu erkennen gibt, hat im späteren Rabattpoker die schlechtesten Karten.

Denn jeder erfahrene Autoverkäufer spürt: Den hab' ich an der Angel. Nie Gefühle offenbaren, auch wenn es schwerfällt, allenfalls vages Interesse zeigen. Deutlich signalisieren sollte der Interessent dagegen, daß er über das Preisniveau und über Konkurrenzangebote bestens informiert ist.

Automärkte: Vorsicht, die allerorten sporadisch stattfindenden Märkte für Gebrauchtwagen sind nur etwas für Autoprofis! Das gilt für Anbieter – und noch mehr für Käufer. Dort den jungen Gebrauchten in Topzustand zum fairen Preis aus erster Hand zu finden ist utopisch. Denn diese Gebrauchten finden üblicherweise einen anderen Weg zum Käufer. Wer als Laie dennoch mal stöbern will, sollte sich unbedingt fachkundige Begleitung sichern.

Autor: Roland Bunke



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