Hagelschäden

Hagelschäden

Hagelschäden

— 25.06.2002

Die Fälle mit Delle

Wenn Hagelkörner groß wie Tennisbälle vom Himmel fallen, hilft nur eine gute Versicherung.

Treffer mit teuren Folgen

Volltreffer hieß es am 23./24. Juni 2002 im Schwarzwald: Hagelkörner groß wie Hühnereier schlugen Beulen ins Autoblech und zertrümmerten Heckscheiben. Im bayerischen Wilburgstetten lag der Hagel am Ende des Gewitters sechs Zentimeter hoch auf der Straße. Teure Laune der Natur: Mit 1500 Euro schlagen Autohagelschäden im Schnitt zu Buche.

Doch wer zahlt die Beulen im Blech? Im schlimmsten Fall jeder Autofahrer selbst, wenn nur die Kfz-Haftpflichtversicherung abgeschlossen wurde. Glimpflich kommen Teil- oder Vollkasko-Versicherte davon: Wie bei Sturmschäden, Wildunfällen und Hochwasser übernimmt die Assekuranz den Blechschaden. Fällig wird allerdings der Selbstbehalt, in der Regel 150 Euro. Und wenn die Kfz-Versicherung für den eigentlichen Schaden schon zahlt, ist die Versuchung für manche Autohalter groß, eine alte Beule gleich mit abzurechnen.

Doch Vorsicht, Versicherer sind auf der Hut. Hagelkörner verursachen typische Beulen. Wer mit dem Hammer nachhilft, ist schnell entlarvt. Auch eine falsche Ortsangabe kann verräterisch sein. Die Versicherer lesen aus der Zeitung, wo es gehagelt hat. Oder fragen im Zweifel beim Wetterdienst nach. Wer da als Einzelopfer Ansprüche geltend macht, wird genau unter die Lupe genommen. Normalerweise kommt es aber knüppeldick und trifft Tausende zugleich. Extremster Fall: Im Juli 1984 gab es in München rund 100.000 zerdellte Autos auf einmal - ein Milliardenschaden für die Versicherungen.

Hagel – und was dann?

Sind die Dellen im Blech, sollte der Kfz-Versicherer möglichst schnell informiert werden. Entweder telefonisch die Zusendung eines Schadenformulars anfordern oder wie bei ONTOS direkt im Internet. Online kann das Formular ausgefüllt und gemailt werden. Die Art und der Umfang des Hagelschadens muss möglichst präzise beschrieben werden, Fotos sind allerdings nicht unbedingt erforderlich. Auch eine Bestätigung der Polizei ist nicht notwendig. Denn in der Regel schickt die Versicherung sowieso einen Gutachter vorbei, um die Schadenshöhe möglichst exakt zu bestimmen. Aus gutem Grund: Der Profi erkennt auch Altschäden oder Manipulationen.

Der Gutachter entscheidet darüber hinaus, welche Reparaturmöglichkeit besteht. "Bei der teuren Methode werden die Dellen gespachtelt und geschliffen, das Blech abschließend neu lackiert", erklärt Bernd Schmitz von der ONTOS Versicherung. "Günstiger und schonender ist es, die Beulen mit kleinen Stahlbügeln einfach wieder herauszudrücken", so Schmitz. Was wann möglich ist, beurteilt der Sachverständige, der auch Werkstatt-Adressen für diese moderne, sogenannte lackschadenfreie Methode kennt. Wer allerdings mit den mehr oder weniger dicken Dellen im Blech leben kann, der kann auf Gutachtenbasis oder nach Kostenvoranschlag direkt mit der Versicherung abrechnen. Abgezogen wird nur der vereinbarte Selbstbehalt. Danach kann jeder selbst versuchen, die Dellen zu beseitigen. "Aber bitte nicht, bevor der Gutachter da war", sagt ONTOS-Experte Schmitz.

Denn wer mehr Schaden anrichtet, als durch den Hagel entstanden ist, der kann nachher nicht auf Versicherungskosten abrechnen. Gleiches gilt, wenn partout kein Hagel für die Gegend gemeldet wurde, in der das Auto verhagelt sein soll. "Dann gilt die umgekehrte Beweislast", so Schmitz. Der Versicherte muss dann beweisen, dass es tatsächlich gehagelt hat. Ist zum Beispiel auch das Auto des Nachbarn zerdellt oder gibt es Zeugen für den Hagelschauer, kann das Opfer entsprechende schriftliche Erklärungen vorlegen.

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