Die Grünen in Hamburg wollen längere Rotphasen für Autofahrer.

Hamburg: Grüne schalten Ampeln um

— 26.10.2009

Länger "Rot" für Autos

Hamburgs Grüne Umweltsenatorin Anja Hajduk will an den Ampeln drehen: Fußgänger sollen längere Grünphasen bekommen, Autos dafür mehr "Rot". Passanten sollen in Zukunft höchstens 80 Sekunden warten müssen.

Vorfahrt für Hamburgs Radfahrer und Fußgänger: Nach den Plänen des schwarz-grünen Senats sollen die Ampelschaltungen in der Hansestadt so verändert werden, dass Radfahrer, Fußgänger und der öffentliche Nahverkehr künftig bevorzugt werden – sie sollen länger Grün bekommen. Für die Autofahrer bedeutet dies längere Wartezeiten vor roten Ampeln - allerdings nur "in Einzelfällen", wie die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) mitteilte. Die technische Umstellung der Signalanlagen ist auch eine politische Weichenstellung. Galt unter der CDU-Alleinregierung noch eher das Credo "Autofahrer zuerst", hat die GAL die neue Linie schon in den Koalitionsvertrag mit aufnehmen lassen. Jetzt veröffentlichte der Senat die Pläne zur Umsetzung der neuen Strategie.

Verkehrsplaner und Bürger sollen diskutieren

In den kommenden Monaten sollen nun sämtliche Ampeln in der Hansestadt überprüft und gegebenenfalls neu eingestellt werden. "Nicht gerechtfertigte Benachteiligungen von Fußgängern und Radfahrern durch zu lange Wartezeiten" sollen abgestellt werden, heißt es in dem Senatspapier. Bisher warteten Autofahrer und Fußgänger in der Regel 90 Sekunden auf den Farbwechsel an der Ampel. Künftig soll sich diese Zeitspanne für die bevorzugten Verkehrsteilnehmer auf 80 Sekunden reduzieren. "Unser Ziel ist es, Radfahrer und Fußgänger, aber auch den öffentlichen Nahverkehr zu stärken, ohne den Autoverkehr unverhältnismäßig zu beeinträchtigen", sagte Umweltsenatorin Anja Hajduk. Die Behörde will eine "Planungswerkstatt zum Thema Lichtsignalanlagensteuerung" gründen, in der Verkehrsfachleute, Polizeibeamte und Bürger über die Veränderungen diskutieren sollen.

Jede Ampel wird einzeln geprüft werden

Es soll in jedem Einzelfall geprüft werden, wie und ob Grünzeiten für Fußgänger verlängert werden können. Dort, wo Fahrradwege die Hauptverkehrsstraßen kreuzen, soll der Radverkehr beschleunigt werden. Zusätzlich wird an rund 130 Kreuzungen mit Ampelschaltung die "Radwegebenutzungspflicht" aufgehoben. Kein Thema mehr sind die "intelligenten Ampeln" unter anderem mit Bewegungsmeldern, die noch im vergangenen Jahr von der GAL vorgeschlagen worden waren. Sie sind zu teuer. Stattdessen soll die Ampel-Software verbessert werden, um einen flüssigeren Verkehrsstrom zu erreichen.
Alex Cohrs

Alex Cohrs

Fazit

In meiner Heimatstadt sind die Grünen an der Macht. Vor der Wahl haben sie versprochen, die CDU aus der Regierung zu jagen und den Bau eines umstrittenen Kohlekraftwerks zu verhindern. Dafür haben sie 9,6 Prozent der Stimmen bekommen. Heute bilden die Grünen zusammen mit der CDU eine Koalition und haben den Bau des Kraftwerks genehmigt. Zwei große Wahlversprochen sind da auf einen Schlag gebrochen wurden, aber dafür ist den Grünen jetzt ein tolles neues Projekt eingefallen: An den Ampelkreuzungen wollen sie die Rotphasen für Autofahrer verlängern. Nach dem Motto: Wenn wir uns schon nicht gegen den Bürgermeister durchsetzen und auch nicht gegen einen großen Energiekonzern, dann können wir es ja wenigstens mal mit den Autofahrern versuchen. Wir sollen künftig im Stau stehen, damit Fußgänger und Fahrradfahrer eine Grüne Welle bekommen.  Ich sehe da jetzt schon rot.

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