Die Schutzranzen-App im Bild erklärt

Handy-App "Schutzranzen"

— 20.01.2015

"Schutzranzen" macht Schüler sichtbar

Die Handy-App "Schutzranzen" soll die Zahl der Verkehrsunfälle mit Schulkindern reduzieren. Für Autofahrer ist sie kostenlos.

Der spezielle GPS-Tracker kann kostenlos ausgeliehen und ab Februar auf www.schutzranzen.de vorbestellt werden.

Die neue Handy-App "Schutzranzen" soll die Zahl der Verkehrsunfälle mit Schulkindern reduzieren. Wenn ein Autofahrer in die Nähe einer der über 16.000 deutschen Grundschulen kommt, warnt die App automatisch per Vibration und Alarmton. Gleiches gilt, wenn sich ein Kind mit einem Handy und der installierten App in der Nähe des Fahrzeugs aufhält: Die Schüler werden so digital sichtbar gemacht, auch wenn sie beispielsweise hinter parkenden Autos auf dem Gehweg spielen. Die Schutzranzen-App ist für Autofahrer kostenlos, für Eltern von Grundschülern fällt eine monatliche Gebühr in Höhe von einem Euro an. Die App arbeitet anonym und werbefrei. Für den Fall, dass ein Grundschüler noch kein Telefon besitzen soll oder darf, wurden spezielle GPS-Tracker entwickelt: Die Geräte können kostenlos ausgeliehen und ab Februar auf www.schutzranzen.de für die Einschulungs-Saison im Herbst 2015 vorbestellt werden.

Die Schutzranzen-App im Bild erklärt

Walter B. Hildebrandt bei der Vorstellung der Schutzranzen-App auf der CeBIT-Preview in Hamburg.

Der Schulranzenhersteller Scout unterstützt die Initiative und legt zu jedem neu gekauften Schulranzen einen Gutschein für sechs Monate kostenfreie App-Benutzung bei. Weitere Verhandlungen mit Autoherstellern zur Integration in bestehende Navigationssysteme laufen, die Aussichten sind gut, so Walter Hildebrandt vom Steinbeis Institut für Digitale Innovationen. Auch technisch ist eine Verbindung der Sender mit aktuellen, POI-basierten Navis machbar. Weitere Features der Schutzranzen-App: Eltern können, nachdem sie ihr Telefon mit dem ihres Kindes gepairt haben (vergleichbar mit dem Austausch von Identitäts-Informationen beim Krypto-Messenger Threema), den Standort ihres Kindes überprüfen. So kann eine besorgte Mutter beispielsweise mit einem Wisch auf ihrem Smartphone sehen, ob ihr Kind auf dem

Die Schutzschild-App für das Handy des Kindes zeigt mit dem grünen Schild an, dass sie aktiv ist.

Heimweg von der Schule nur trödelt, oder sich an anderen Orten aufhält. Der auswertende Algorithmus im Hintergrund erkennt auch, in welchem Umfeld (Schulbus, Auto, Gehweg, Klassenzimmer) sich die Schüler befinden und deaktiviert so situationsabhängig das Alarmsignal. Dadurch wird beispielsweise sichergestellt, dass nicht eine Gruppe Schüler im Schulbus die Warnsignale von im Umkreis fahrenden Autos verrückt spielen lässt. Die Apps für Eltern, Kinder und Autofahrer werden auf der CeBIT (16. bis 20. März 2015) offiziell vorgestellt und sind ab Ende Februar für iOS und Android erhältlich.

Eineinhalb Jahre Entwicklungszeit

Die Autofahrer-App warnt auf dem Display und akustisch beim Einfahren in den Bereich um eine Grundschule.

Volvo hatte kürzlich eine technische Innovation vorgestellt, mit der Kollisionen von Auto- und Radfahrern in Zukunft unterbunden werden sollen. Dieses System verträgt sich prinzipiell auch mit dem Signal der Schutzranzen-App und könnte eine Integration der Technologie in Fahrzeuge unterstützen, beide Unfall-Verhinderungssysteme können voneinander profitieren und parallel laufen. App-Produzent Hildebrandt startete anlässlich der Einschulung seines Sohnes vor rund 18 Monaten in die Entwicklung der privat finanzierten Software. Eigentlich hatte er erwartet, eine vergleichbare App bereits auf dem Markt vorzufinden. Dies war nicht der Fall, was die Initialzündung zur Schutzranzen-App bedeutete. Entwickelt wurde die App bei M-Way Solutions in Stuttgart. Der Ansatzpunkt Smartphone wurde wegen der Verbreitung gewählt: Laut aktuellen Studien besitzen bereits 45 Prozent der Grundschüler und rund 90 Prozent aller Deutschen ein Handy.

Autor: Jonathan Blum

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