Frau mit Handy Parkschild

Handy-Parken in Deutschland

— 15.08.2008

Bei Anruf Parkschein

Per Handy zum Parkticket – in 22 deutschen Städten ist das bereits möglich. Das Prinzip ist simpel: Registrierung beim Anbieter, jeweils ein Telefonanruf zum Starten und Beenden der Parkzeit. autobild.de erklärt, wie's funktioniert.

Statt Kleingeld-Stress und Knöllchen-Angst die Parkuhr bequem per Handy an- und abschalten – in 22 deutschen Städten ist das bereits möglich, unter anderem in Berlin, Köln, Hannover, Leverkusen und Duisburg. Seit Anfang Juli 2008 gibt's den Service auch in Hamburg. Bei den dortigen Autofahrern kommt er allerdings weniger gut an. Die magere Bilanz nach vier Wochen: Nur 1200 Nutzer haben sich bisher für das System angemeldet – nicht mal ein Prozent der Fahrzeughalter. Einer der sechs Anbieter ist die "Mobilzahlen GmbH". Geschäftsführer Mark Sándos zur Situation: "Wir haben erst 265 registrierte Kunden. In Köln hatten wir schon nach zwei Wochen doppelt so viele." Was sagt die Stadt dazu? Behördensprecher Björn Marzahn hofft auf bessere Zeiten: "Wir haben mit nichts anderem gerechnet, sind zuversichtlich, dass sich das Handyparken entwickelt."

Standort-Check: In Städten mit Handyparken ist die Nummer der Parkzone auf den Automaten angebracht.

Dabei ist es ganz einfach: Zuerst müssen sich "Handyparker" telefonisch oder im Internet beim gewünschten Anbieter ihrer Stadt mit Name, Handynummer, Kfz-Kennzeichen und Bankverbindung registrieren. Achtung: In einigen Städten existieren mittlerweile mehrere Dienstleister mit verschiedenen Tarifen – deshalb lohnt es sich, vorher die Preise zu vergleichen. Neben den eigentlichen Parkgebühren, die die Gemeinde erhebt, zahlt man als Handyparker eine monatliche Grundgebühr zwischen einem und drei Euro und für jeden Parkvorgang eine Transaktionsgebühr an den Anbieter. Vor Ort einfach die zugeteilte Servicenummer anrufen (teilweise kostenlos) und die Nummer der jeweiligen Parkzone eingeben. Die sechsstellige Ziffer findet man als Aufkleber auf den Parkautomaten. Zum Beenden des Parkvorgangs genügt ein weiterer Anruf, die Abrechnung erfolgt monatlich per Lastschrift oder Kreditkarte.

Minutengenaue Abrechnung, kein Kleingeld-Stress, keine feste Parkdauer

Zur Kontrolle für die Politesse: Park-Vignette, hier ein Exemplar des Anbieters "Easy Park".

Ordnungshüter kontrollieren die "Handyparker" entweder über die Eingabe des Kennzeichens oder, je nach Anbieter, über eine Nummer auf einer Vignette im Auto. Per Zugriff auf einen gemeinsamen Server lässt sich prüfen, ob der Fahrzeughalter im System angemeldet ist oder ob er "schwarz" parkt – dann gibt's natürlich ein Knöllchen. Die Vorteile des mobilen Parkens liegen auf der Hand: zeitgenaue Abrechnung, kein Kleingeld, keine festgelegte Parkdauer. "Trotz der Transaktionskosten ist Handyparken durch die minutengenaue Abrechnung nicht teurer als der klassische Bezahlvorgang via Automat. Eine Untersuchung der Technischen Universität Berlin ergab, dass sich bei durchschnittlich zwei bis drei Parkvorgängen pro Woche bis zu 15 Prozent sparen lassen", versichert Michael Sandrock, Sprecher der gemeinsam von ADAC und Gemeinden gegründeten Internetplattform www.mobil-parken.de. Interessenten können sich hier ausführlich über den neuen Service informieren.

Autor: Jan Kretzmann

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