Handyhalterungen im Test

Handyhalterung fürs Auto: Test

Zwei halten nicht, was sie versprechen

AUTO BILD hat zehn Handyhalterungen fürs Auto getestet. Ein System überzeugt mit voller Punktzahl in Sachen Sicherheit, der Verlierer macht schon bei leicht holpriger Fahrt einen Abgang. Die Ergebnisse!

Die Halterung zum Kleben für die Armaturen fiel gleich nach ein paar Metern Kopfsteinpflaster mitsamt Handy herunter.

Mit einer Handyhalterung im Auto ist die Nutzung des Smartphones während der Fahrt erlaubt. Die Halterung sorgt dafür, dass die Hände am Steuer bleiben können und ermöglicht trotzdem die Verwendung des Handys – zum Beispiel als Navi. Doch der AUTO BILD-Test zeigt, dass viele Kfz-Handyhalter an sich schon ein Sicherheitsrisiko bergen: Die Handys wackelten teilweise so stark, dass ein Ablesen des Displays schwer bis gar nicht möglich ist, oder sie fielen gleich mitsamt Halterung in den Fußraum des Autos – wie der Letztplatzierte im Test. Der Cellular Line Tetrax wurde beim Einkauf der Halterungen sogar vom Fachmann empfohlen, stellte sich unter Belastung aber als Niete heraus. Der Grund: Schon bei leicht ruckeliger Fahrt verabschiedete sich das Handy. Auch die Auto-Handyhalterung für den Zigarettenanzünder von Auoplus konnte im Test nicht überzeugen. Eine kurze Fahrt auf Kopfsteinpflaster reichte, um den Halter komplett zu verdrehen – vom starken Wackeln mal abgesehen. Darüber tröstet auch die integrierte Ladefunktion nicht hinweg.

Test: Nur eine Handyhalterung überzeugt in Sachen Sicherheit

Es gibt nur eine Handyhalterung, die in den Disziplinen Stabilität und Sicherheit auf ganzer Linie überzeugte: Die Halterung mit Saugnapf für die Windschutzscheibe von MidGard. Die einzige Kfz-Halterung im Test, die sich von Gefahrenbremsungen, Kurvenfahrten und Kopfsteinpflaster komplett unbeeindruckt zeigte – selbst mit einem großen Smartphone wie dem Google Pixel 2 XL (6 Zoll, 175 Gramm) in seinen Klemmen. Leider musste der Testsieger in Sachen Handling einige Punkte lassen – für die Montage ist ziemlich viel Kraft erforderlich. Doch für einen Preis von zehn Euro ist das verzeihlich. Eine Überraschung gab es im Test übrigens auch: der zweitplatzierte Halter von Scosche, der das Handy mit einem Magnet befestigt. Im Vorfeld hatten wir an diese Konstruktion keine hohe Erwartung, doch der Magnet hielt superfest. Selbst als wir es drauf anlegten – den Halter schüttelten und rüttelten – verrutschte das Handy nicht. Plus: Der Magnet lässt sich auch auf Handyhülle oder -case kleben.

Bei Lüftungshalterungen aufs Gewicht achten

Ein allgemeines Testurteil lässt sich über Auto-Handyhalterungen für die Lüftung fällen: Besonders für größere, schwere Handys sind sie ungeeignet. Unter dem hohen Gewicht geben die Lamellen nach und kippen nach unten. Das Handy ist dann nur noch schlecht einsehbar, und auf Dauer werden die Lamellen sehr belastet. Mit einem Gewicht von knapp 100 Gramm ist die Halterung von Avolare schon an sich ein schwerer Kandidat, auch mit einem kleinen Handy hängen dann schnell über 200 Gramm an den Luftausströmern. Auch vom Halterungskonzept des Silikonpads ist eher abzusehen. Dabei handelt es sich um eine rutschfeste Unterlage, die einfach auf dem Cockpit platziert wird. Unsere Test-Halterung von Ipow hielt im normalen Fahrbetrieb und auf holpriger Strecke zwar erstaunlich gut, doch in anspruchsvollen Situationen war sie nicht zuverlässig. Natürlich ist starkes Bremsen im täglichen Verkehr nicht unbedingt an der Tagesordnung, doch wenn sich im Ernstfall dann auch noch das Handy verabschiedet, kann es schnell brenzlig und das mobile Telefon zur Gefahrenquelle werden.

So wurde der Test durchgeführt

Auswahl der Testgeräte: Für den Einkauf der Testgeräte informierten wir uns in Fachgeschäften und online über beliebte Modelle. Dabei wurde darauf geachtet, möglichst viele verschiedene Halterungs-Konzepte abzubilden. Für die Befestigung am Auto: Saugnapf, Klemmen für die Lüftungslamellen, Kleber, Zigarettenanzünder. Für die Befestigung des Handys: Magnet, Klemmmechanismen, Silikonpad. Außerdem wurden nur Universalhalterungen ausgewählt: Alle getesteten Handyhalterungen sind für verschiedene Handygrößen nutzbar – vom kompakten iPhone 5 (123,8 × 58,6 × 7,6 mm, 112 g) bis zum großen Phablet wie dem Google Pixel 2 XL (157,9 x 76,7 x 7,9 mm, 175 g).
Testkategorien: Getestet wurde in drei Kategorien – Handling, Sicherheit und Preis-Leistungs-Verhältnis. Um den Anspruch an die Halterungen zu erhöhen, wurde als Testgerät das besonders robuste, große und schwere Lenovo P2 (153 x 76 x 8,3 mm, 177 g) verwendet. In puncto Handling mussten die Kfz-Halterungen beweisen, wie einfach sie zu bedienen sind: Ist das Prinzip selbsterklärend, wird viel Kraft benötigt? In Sachen Sicherheit standen holprige Fahrten über Kopfsteinpflaster, besonders kurvige Strecken und starke Bremsmanöver auf dem Programm. Es wurde beurteilt, ob die Handyhalterung auch in Extremsituationen hält, was sie verspricht. Zusätzlich wurde getestet, ob das Handy während der Fahrt gut einsehbar und bedienbar ist (z. B. für Navi-Nutzung). Schließlich haben wir einen Blick auf den Preis geworfen und abgewogen, ob er für die Leistung im Test angemessen ist.
Bewertung: Die Beurteilung erfolgte nach Punkten. Besonderes Augenmerk haben wir auf die Kategorie Sicherheit gelegt, weswegen in dieser Disziplin insgesamt 50 Punkte erreicht werden konnten. Für die Kategorien Handling und Preis-Leistungs-Verhältnis konnten je 25 Punkte erreicht werden.
# Handyhalterungen im Test - Ergebnisse  
1.

MidGard Universalhalterung

Preis: 9,90 Euro*
Testergebnis: 90/100 Punkten

 
2.

Scosche Window Magnetic Mount

Preis: 24,99 Euro*
Testergebnis: 85/100 Punkten

 
3.

Xlayer Kfz-Halterung

Preis: 6,99 Euro*
Testergebnis: 75/100 Punkten

 
4.

Urcover Universal Autohalterung

Preis: 9,99 Euro*
Testergebnis: 65/100 Punkten

 
5.

Avolare Handyhalterung

Preis: 10,99 Euro*
Testergebnis: 60/100 Punkten

 
6.

Hama Universal Halter

Preis: 24,85 Euro*
Testergebnis: 50/100 Punkten

 
7.

Ipow Universal Silikonhalter

Preis: 11,95 Euro*
Testergebnis: 35/100 Punkten

 
8.

Ugreen Auto-Telefonständer

Preis: 8,99 Euro*
Testergebnis: 30/100 Punkten

 
9.

Auoplus Handyhalterung

Preis: 17,99 Euro*
Testergebnis: 20/100 Punkten

 
10.

Cellular Line Tetrax

Preis: 12,99 Euro*
Testergebnis: 15/100 Punkten

 
*) Preis, zu dem das Testgerät im April 218 eingekauft wurde
Die wichtigsten Stärken und Schwächen der getesteten Handyhalterungen hat AUTO BILD in der Bildergalerie zusammengefasst.

Handyhalterungen im Test

Was man beim Kauf der Handyhalterung beachten sollte

Welche Halterung für wen geeignet ist, hängt nicht zuletzt vom Auto und der Nutzungsabsicht ab. Hier sollte man genau schauen, wo das Telefon am sinnvollsten platziert wäre (etwa an der Windschutzscheibe über dem Cockpit) bzw. welche Möglichkeiten das Auto dafür bietet – und daran das Konzept der Befestigung orientieren. Wer das Handy gerne im direkten Blickfeld hat, der wählt eine Halterung für Windschutzscheibe oder Armaturen. Wer nur Musik abspielen will und nicht permanent aufs Navi schaut, kann das Handy in der Mittelkonsole befestigen, zum Beispiel an den Lüftungsschlitzen. Auch das Handy selbst ist ausschlaggebend: Soll immer das gleiche Telefon befestigt werden, eignet sich beispielsweise ein Magnethalter, dessen Gegenstück aufs Handy geklebt wird. Sollen unterschiedliche Handys in den Halter passen, eignet sich ein Klemmmechanismus. Wer ein Smartphone jenseits der fünf Zoll bevorzugt, sollte unbedingt auf ausreichend Stabilität achten und gegebenenfalls vorab testen, ob das Handy auch bei holpriger Fahrt festsitzt.

Warum überhaupt eine Handyhalterung im Auto?

Die Nutzung von elektronischen Geräten im Auto ist nur erlaubt, wenn sie entweder fest eingebaut sind, per Sprache bedient werden oder in einer Halterung stecken. Wer sein Handy also als Navigationssystem benutzen will, kann das nur legal tun, wenn es in einer Kfz-Halterung platziert ist. Dann dürfen auch Adressen oder Telefonnummern eingegeben werden. Das Handy darf während der Fahrt (genauer: bei eingeschaltetem Motor) jedoch nicht in der Hand gehalten werden. Doch auch wenn es in einer Halterung steckt, ist und bleibt es im Auto ein Sicherheitsrisiko. Deswegen lieber gleich: Finger weg vom Handy!
Strafen für Handy am Steuer: Im Herbst 2017 wurden die Bußgelder für Handynutzung am Steuer angehoben. Seitdem drohen mindestens 100 Euro Strafe und ein Punkt in Flensburg. Wer mit dem Handy in der Hand fährt und dabei andere gefährdet, zahlt 150 Euro. Kommt es im Zuge dessen zu Sachbeschädigung, werden 200 Euro fällig. Obendrauf gibt es zwei Punkte und einen Monat Fahrverbot.

Lena Trautermann

Fazit

Den perfekten Halter gibt es nicht, kleine Abstriche müssen gemacht werden – sei es beim Handling oder beim Preis. Im Zweifelsfall auf die Lösung für die Windschutzscheibe zurückgreifen, sie hält am besten.

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