Hartz-Kommission

Hartz-Kommission

— 07.08.2002

Ärger bei VW

Der Konzern übernimmt die Kosten der Hartz-Kommision – trotz gravierender Sparmaßnahmen im eigenen Haus.

Bei Volkswagen in Wolfsburg murren die Mitarbeiter: Der Grund für die Verärgerung ist die Hartz-Kommission. Zu einer Zeit, da gravierende Sparmaßnahmen durch Vorstandschef Bernd Pischetsrieder angekündigt und die Kosten um mehrere hundert Millionen Euro gesenkt werden sollen, übernimmt der Konzern den Aufwand, der durch die Hartz-Kommision in den Bereichen Personalaufwand, Bewirtung und Umfragen entsteht.

Während Pischetsrieder damit kein Problem hat – er sieht darin eine akzeptable Leistung für den Staat – bewerten andere Manager, die sich öffentlich noch zurückhalten, den Aufwand. Empört weisen sie darauf hin, dass VW auf diese Weise die Wahlkampf-Kampagne für Rot-Grün finanziere. "Es rumort gewaltig unter der Oberfläche", kommentiert ein leitender Angestellter "und wir müssen aufpassen, dass die Stimmung nicht vollends umschlägt." Dazu trage auch "Pischetsrieders Fehlstart" bei, der einige unglückliche Entscheidungen getroffen habe und nach Branchenmeinung bei der Besetzung des obersten Kommunikationschefs einen Flop gelandet habe. Überlegungen, die VW-Palette im unteren Teil zu beschneiden und auf die Kleinsten wie den Lupo zu verzichten, treffe ebenfalls auf Unverständnis.

Nachdem Ferdinand Piëch, der erfolgreiche frühere Konzernchef im Frühjahr in den Ruhestand ging und zukünftig den Aufsichtsrat führt, ist Peter Hartz in Wolfsburg der angesehenste und akzeptierteste Vorstand. So richtet sich auch der Unmut der Kollegen nicht gegen ihn, sondern gegen "ungleiches Denken", wenn die Kosten bewertet und reduziert werden sollen. Hartz wird in jedem Fall dem Konzernvorstand erhalten bleiben, ein Angebot des Kanzlers als "Super-Minister für Wirtschaft und Arbeit" ins Kabinett zu gehen, hatte er abgelehnt. "Zumal ich einen tollen Job bei der Volkswagen AG habe", wie der Personalvorstand betonte.

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