Ratgeber Hauptuntersuchung

TÜV-Kosten: Preise für die Hauptuntersuchung

Was kostet die Plakette?

Egal ob TÜV, DEKRA, GTÜ oder KÜS – sie alle dürfen die Hauptuntersuchung (HU) abnehmen. Doch die Tarife sind unterschiedlich. Seit dem 1. Januar 2018 ist zudem die Endrohrmessung verpflichtend, dadurch steigen die Kosten.
Alle zwei Jahre, bei Neuwagen sind es drei: TÜV, DEKRA und Co laden zur Hauptuntersuchung (HU). Bei dieser Pflichtveranstaltung werden von der Abgasanlage bis zur Zugvorrichtung alle Fahrzeuge auf ihre Verkehrssicherheit überprüft. Aber was kostet die Prüfung? Und wer darf die Plakette vergeben? Neben TÜV und der DEKRA dürfen auch GTÜ und KÜS prüfen – zu unterschiedlichen Tarifen. Seit Jahresbeginn 2018 gibt es bei der Hauptuntersuchung jedoch eine wichtige Änderung, die auch die Kosten für den Besuch beim TÜV in die Höhe treibt. 

TÜV-Kosten durch Endrohrmessung höher

Seit dem 1. Januar 2018 wird die Abgasuntersuchung (AU) direkt am Endrohr durchgeführt. Und das bei allen Fahrzeugen. Bisher waren Fahrzeuge ab dem Baujahr 2006 von der Endrohrmessung befreit. Sie mussten zwar bei der HU eine Abgasuntersuchung durchlaufen, diese wurde jedoch lediglich über ein Diagnosegerät durchgeführt. Jetzt müssen alle Fahrzeuge zusätzlich eine Endrohrmessung bestehen. Dabei wird eine Messsonde in den Auspuff gehalten, um die Abgase zu überprüfen. Dadurch sollen Defekte oder manipulierte Abgasanlagen noch einfacher entdeckt werden.
Durch die neue, aufwändige Art der Abgasuntersuchung steigen die Kosten für die HU. Abhängig vom jeweiligen Prüfort und der gewählten Organisation beträgt der Aufpreis im Vergleich zum Vorjahr bis zu 12 Euro. Beim TÜV sind es durchschnittlich 4,85 Euro, die mehr gezahlt werden müssen. Insgesamt liegen die Prüfgebühren für die Haupt- und Abgasuntersuchung samt Endrohrmessung zwischen 95 und 105 Euro. Alle aktuellen Preise für die HU finden Sie in der Tabelle unten.

TÜV-Kosten im Überblick
Prüforganisation Bundesland HU für Pkw (inkl. AU mit Endrohrmessung) HU für Kraftrad (inkl. AU)
TÜV Hanse Hamburg 104 Euro 68 Euro
TÜV Nord Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen 101,15 Euro 70,90 Euro
TÜV Nord Hessen, Saarland 96 Euro 67,20 Euro
TÜV Nord Berlin, Brandenburg 99,50 Euro 66 Euro
TÜV Nord Sachsen 99 Euro 66 Euro
TÜV Nord Bayern 101,90 Euro 67 Euro
TÜV Nord Baden-Württemberg 95 Euro 65,90 Euro
TÜV Süd Baden-Württemberg, Bayern 102,10 Euro 66,70 Euro
TÜV Süd Sachsen 101,90 Euro 67,50 Euro
TÜV Hessen Hessen 109 Euro 67,20 Euro
TÜV Rheinland Rheinland Pfalz 101 Euro 65,50 Euro
TÜV Thüringen Berlin, Thüringen 99 Euro 64 Euro
KÜS alle Bundesländer 97 bis 105 Euro 62 bis 69 Euro
DEKRA alle Bundesländer keine Angaben keine Angaben
GTÜ alle Bundesländer 98 bis 105 Euro 64 bis 71 Euro
Stand Dezember 2017

TÜV überzogen: So hoch ist das Bußgeld

Wer den TÜV überzieht, muss mit weiteren Kosten rechnen. Denn wird der Wagen mehr als zwei Monate verspätet vorgefahren, sind die Prüfer angehalten, eine sogenannte erweiterte HU durchzuführen. Diese ist gleich etwa 20 Prozent teurer als die normale HU. Doch damit nicht genug: Wer bei einer Verkehrskontrolle mit abgelaufener Plakette erwischt wird, muss mit einem Bußgeld rechnen. Ist der Vorführtermin zur HU beispielsweise mehr als zwei Monate überschritten, werden 15 Euro Bußgeld fällig. Bei bis zu acht Monaten sind es 25 Euro. Und einen Punkt in Flensburg sowie 60 Euro Bußgeld gibts, wenn der Vorführtermin mehr als acht Monate überschritten wird.

Zeitabstände für die Hauptuntersuchung
Fahrzeugart Erste Untersuchung Folgende Untersuchungen
Pkw nach 36 Monaten alle 24 Monate
Motorräder nach 24 Monaten alle 24 Monate
Wohnmobile bis 3,5 Tonnen* nach 36 Monaten alle 24 Monate
Anhänger bis 750 Kilogramm nach 36 Monaten alle 24 Monate
Anhänger über 750 Kilogramm bis 3,5 Tonnen* nach 24 Monaten alle 24 Monate
*zulässiges Gesamtgewicht

Geld sparen bei der HU

Um beim TÜV-Termin Geld zu sparen, ist es sinnvoll, vorab die regionalen Preise für die HU und die AU bei verschiedenen Organisationen zu vegleichen. Wer Defekte an seinem Wagen befürchtet, sollte das Auto vorher in der Werkstatt seines Vertrauens überprüfen lassen. So können die Gebühren für die Nachprüfung vermieden werden. Stellt der TÜV trotzdem Mängel fest, ist es hilfreich, wenn Sie sich von mehreren Werkstätten Kostenvoranschläge einholen. Wer Sondereintragungen benötigt, der sollte sich im Vorfeld von den TÜV-Spezialisten beraten lassen. Außerdem sollte der TÜV-Termin nicht überschritten werden, da sonst eine erweiterte HU gefordert wird. Oben drauf kommt ein mögliches Bußgeld.

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Kosten für Änderungsabnahmen oder Einzelabnahmen

Sie wollen Ihr Fahrzeug nach eigenen Wünschen und Vorstellungen anpassen? Vom Anbau eines Spoilers über verbreiterte Kotflügel bis zum Chiptuning für mehr Motorleistung gibt es dafür viele Möglichkeiten. Dabei ist allerdings zu beachten, dass Änderungen nicht einfach so vorgenommen werden können. Je nach dem, ob für das verwendete Bauteil eine Änderungsabnahme vorgeschrieben ist oder nicht, muss das Fahrzeug nach dem Umbau einer Prüforganisation vorgeführt werden. Ob eine Änderungsabnahme vorgeschrieben ist, geht aus den Prüfzeugnissen der Teile (z.B. Allgemeine Betriebserlaubnis, EG-Typgenehmigung) hervor. Die Kosten für eine Änderungsabnahme variieren stark und sind vom Einzelfall abhängig. Eine einheitliche Preisliste gibt es dafür nicht.
Sind für eine Modifikation am Fahrzeug keine ABE oder EG-Typgenehmigung vorhanden, ist eine Einzelabnahme erforderlich. Dafür nehmen TÜV oder DEKRA gesonderte Prüfungen vor oder fertigen spezielle Gutachten an. Für eine solche Einzelabnahme müssen mehrere hundert Euro eingeplant werden. Auch wenn verschiedene Tuningteile in Kombination eingesetzt werden und die Zulässigkeit der Teilekombination in den Prüfzeugnissen nicht ausdrücklich erwähnt wird, kann eine Einzelabnahme erforderlich sein. Ein Tipp: Informieren Sie sich vorab darüber, welche Prüfungsorganisation in Ihrer Nähe überhaupt Einzelabnahmen anbietet. Zudem sollte vorher in Erfahrung gebracht werden, ob der geplante Umbau am Auto überhaupt den TÜV-Segen bekommen könnte.
Nach einer Einzelabnahme muss unverzüglich bei der jeweiligen Zulassungsstelle eine Eintragung in die Fahrzeugpapiere vorgenommen werden, wofür wiederum ein kleiner zweistelliger Betrag fällig wird. Bei Änderungsabnahmen enthält die Abnahmebescheinigung einen Vermerk, ob eine Änderung der Fahrzeugpapiere unverzüglich oder erst beim nächsten Besuch der Zulassungsstelle erforderlich ist.
Mehr zum Thema: HU und AU – Diese Dinge werden geprüft
In der Bildergalerie geben wir Tipps, wie Sie mit der richtigen Vorbereitung auf die HU Kosten, Zeit und Nerven sparen.

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Stichworte:

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