Ratgeber Hauptuntersuchung

TÜV-Kosten: Preise für die Hauptuntersuchung

Was kostet die Plakette?

Egal ob TÜV, DEKRA, GTÜ oder KÜS - sie alle dürfen die Hauptuntersuchung (HU) abnehmen. Welche Kosten anfallen, und wie Sie trotz hoher Gebühren Geld sparen können.
Alle zwei Jahre, bei Neuwagen sind es drei: TÜV, DEKRA und Co. laden zur Hauptuntersuchung (HU). Bei dieser Pflichtveranstaltung werden alle Fahrzeuge auf ihre Verkehrssicherheit überprüft. Mit welchen Kosten man rechnen muss, wer die Plakette vergibt und was einem droht, wenn der TÜV überzogen wird, erfahren Sie hier.

TÜV-Kosten: Das hat sich seit 2018 geändert

Da seit Anfang 2018 bei der Abgasuntersuchung für alle Fahrzeuge eine Endrohrmessung verpflichtend ist, sind die Kosten für die HU leicht gestiegen. Bisher waren Fahrzeuge ab dem Baujahr 2006 von der Endrohrmessung befreit. Sie mussten zwar bei der HU eine Abgasuntersuchung durchlaufen, diese wurde jedoch lediglich über das On-Board-Diagnosesystem durchgeführt. Jetzt müssen alle Fahrzeuge zusätzlich eine Endrohrmessung bestehen. Bei dieser Endrohrmessung werden über eine Messsonde die Abgase im Auspuff überprüft um dadurch Defekte oder Manipulationen zu entdecken. Durch den marginalen Mehraufwand liegen die Prüfgebühren für die Haupt- und Abgasuntersuchung jetzt bei durchschnittlich 105 Euro.

Kosten im Überblick
Organisation HU + AU für Pkw HU + AU für Kraftrad
KÜS 100 - 108 Euro  66 - 70 Euro
Dekra 102 - 109,50 Euro 66 - 74 Euro
GTÜ 109 Euro 71 Euro
TÜV Süd 103 Euro 68 Euro
TÜV Nord 104 Euro 69 Euro
(Stand Juli 2018)
Die Abgasuntersuchung kann übrigens unabhängig von der Hauptuntersuchung durchgeführt werden. Auch in diesem Fall sind Prüforganisationen wie der TÜV, Dekra, KÜS aber auch zertifizierte Werkstätte die richtigen Ansprechpartner. Der HU-Termin muss dann innerhalb von zwei Monaten nach der (bestandenen) AU stattfinden. Die AU-Bescheinigung wird einfach bei der Hauptuntersuchung vorgelegt. Wird die Frist zwischen AU und HU überschritten, ist die AU ungültig und muss im Zusammenhang mit der HU wiederholt werden.

Kosten für die Nachuntersuchung 

Gibt es bei der Hauptuntersuchung aufgrund erheblicher Mängel keine Plakette, hat der Besitzer einen Monat Zeit, die Defekte beheben zu lassen und das reparierte Fahrzeug bei der Nachuntersuchung vorzustellen. Diese kostet dann durchschnittlich 20 Euro, die Preise variieren auch hier je nach Bundesland und Prüforganisation. Empfehlenswert ist es, den Termin für die Nachuntersuchung rechtzeitig anzumelden. Denn wer sich mehr als einen Monat Zeit lässt, muss die gesamte Hauptuntersuchung erneut durchführen lassen und auch die gesamten Gebühren abermals zahlen. Eine Verlängerung der einmonatigen Frist zur Nachuntersuchung ist nicht möglich. 
Wo die Nachuntersuchung durchgeführt wird, lässt sich frei entscheiden. Es muss nicht an der Prüfstelle sein, wo Sie bei der Hauptuntersuchung waren. Und was passiert, wenn das Fahrzeug die Prüfer auch in der Nachprüfung nicht überzeugt? In diesem Fall kann die Nachuntersuchung innerhalb vier Wochen erneut wiederholt werden.

Kosten für die Änderungs- oder Einzelabnahme

Wird das Fahrzeug nach eigenen Wünschen und Vorstellungen angepasst oder umgebaut, und es geht über die vom Fahrzeughersteller angebotenen Extras hinaus, erfordert jede Änderung eine Genehmigung. Andernfalls erlischt die Betriebserlaubnis und das Fahrzeug ist nicht mehr für den Straßenverkehr zugelassen. Für diese Eintragung gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder die Änderung- oder die Einzelabnahme. Die Änderungsabnahme ist die leichtere und günstigere Variante. Allerdings benötigt man dafür immer ein Prüfzeugnis, also ein Teilegutachten, eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) oder eine EG-Typgenehmigung. Wer beispielsweise eine Sportauspuffanlage einbaut, erhält beim Kauf ein Teilegutachten. Dies wird bei der Abnahme in einer anerkannten Prüforganisation (Dekra, KÜS, GTÜ) oder dem TÜV vorgelegt. Dadurch erhält man das für die Zulassungsstelle benötigte Dokument. Nur so wird die Änderung in die Papiere eingetragen. Die Kosten sind vom Einzelfall abhängig, in der Regel werden für eine Änderungsabnahme 30 bis 50 Euro fällig.
Die zweite Variante ist umgangssprachlich als Einzelabnahme, Sonderabnahme oder Vollabnahme bekannt. Die amtliche Bezeichnung lautet "Begutachtung nach Paragraph 21". Diese Abnahme darf nur ein amtlich anerkannter Sachverständiger durchführen, in den meisten Fällen führt der Weg zum TÜV, manchmal auch zur Dekra. Eine Begutachtung ist dann nötig, wenn kein gültiges Prüfzeugnis vorliegt. Dann wird vom Sachverständigen ein Gutachten erstellt, mit dem man anschließend bei der Zulassungsstelle eine neue Betriebserlaubnis für das gesamte Fahrzeug erhält. Weil das Fahrzeug komplett auf geltendes Recht geprüft wird, ist der Umfang und somit letztlich auch die Rechnung deutlich höher. Nicht selten beträgt diese mehrere hundert Euro.

TÜV in der Werkstatt 

Die Hauptuntersuchung muss nicht zwingend vor Ort beim TÜV erfolgen. Auch nicht bei anderen Überwachungsorganisationen wie der KÜS, GTÜ oder Dekra. Akkreditierte Werkstätten bieten die HU und AU ebenfalls an. Ein Vorteil der zertifizierten Werkstätten ist, dass festgestellte kleinere Schäden sich vor Ort noch vor der Abnahme beheben lassen. Um die Schäden kümmern sich die Mechaniker der Werkstatt, die Abnahme erfolgt dann ebendort, wird jedoch von einem amtlich anerkannten Prüfer vorgenommen. Wer dagegen direkt zur Prüforganisation fährt, hat im Zweifel das Risiko des höheren Kosten- und Zeitaufwandes, wenn die Plakette doch nicht erteilt wird.

TÜV überziehen: Was kann passieren?

Auch wer den Termin beim TÜV überzieht, muss mit zusätzlichen Kosten rechnen. Gerät man in eine Verkehrskontrolle droht ein Bußgeld und ein Punkt in Flensburg.

Bußgeld TÜV überziehen
Bußgeld Punkt
HU um 2 - 4 Monate überzogen 15 Euro -
HU um 4 - 8 Monate überzogen 25 Euro -
HU um mehr als 8 Monate überzogen 60 Euro 1
Auch wenn der Verzug bei der HU von der Polizei unbemerkt bleiben sollte, fallen spätestens beim HU-Termin zusätzliche Kosten an. Denn die Prüforganisationen sind verpflichtet, bei einem Verzug von mehr als zwei Monaten eine "erweiterete Prüfung" durchzuführen, wodurch sich TÜV-Kosten um 20 Prozent erhöhen.

Zeitabstände für die Hauptuntersuchung
Fahrzeugart Erste Untersuchung Folgende Untersuchungen
Pkw nach 36 Monaten alle 24 Monate
Motorräder nach 24 Monaten alle 24 Monate
Wohnmobile bis 3,5 Tonnen* nach 36 Monaten alle 24 Monate
Anhänger bis 750 Kilogramm nach 36 Monaten alle 24 Monate
Anhänger über 750 Kilogramm bis 3,5 Tonnen* nach 24 Monaten alle 24 Monate
*zulässiges Gesamtgewicht

Tipps: Geld sparen bei den TÜV-Kosten

Um beim TÜV-Termin Geld zu sparen, ist es sinnvoll, vorab die regionalen Preise für die HU und die AU bei verschiedenen Organisationen zu vergleichen. Wer Defekte an seinem Wagen befürchtet, kann sein Auto vorher in der Werkstatt seines Vertrauens überprüfen lassen. So können die Gebühren für die Nachprüfung vermieden werden. Neben dem Preisvergleich lässt sich aber auch mit etwas Vorarbeit Zeit sparen. So kann jeder beispielsweise die Profiltiefe der Autoreifen oder auch den Zustand der Frontscheibe selbst kontrollieren.

Diese Dinge können Sie selbst schon vor dem TÜV-Termin überprüfen:

Allgemein

- Fahrzeugschein und ggf. weitere Unterlagen einpacken (Nachweis einer Änderungsabnahme, Allgemeine Betriebserlaubnis)
- Autokennzeichen ist gut lesbar und befestigt
- Fahrzeug-Identifikationsnummer stimmt mit denen in den Papieren überein
- Tachometer funktioniert 
- Verbandskasten ist vorhanden und das Haltbarkeitsdatum gilt
- Warndreieck und Warnweste sind an Bord

Scheiben und Spiegel

- Frontscheibe ist unbeschädigt
- Zustand der Scheibenwaschanlage und Scheibenwischern ist gut
- Rückspiegel sind intakt

Beleuchtung und elektrische Ausrüstung

- Leuchten und Kontroll-Leuchten funktionieren
- Keine Fehlermeldungen zu elektronischen Fahrdynamik-Systemen
- Reflektoren und Scheinwerfer sind in Ordnung 
- Leuchtweitenregelung funktioniert
- Alle Lampen leuchten 
- Batterie ist fest verankert und in einem guten Zustand
- Hupe und Heizgebläse funktionieren

Lenkung

- Lenkung funktioniert geräuschlos und das Lenkspiel ist gering
- Lenkung ist beim Einschlag leichtgängig und zielgenau

Bremsen

- Bremsen sind freigängig
- Handbremse rastet sicher ein und lässt sich leicht wieder lösen
- Bremsanlage ist dicht
- Bremsflüssigkeitsstand stimmt

Räder und Reifen

- Mindestprofiltiefe beträgt mindestens 1,6 Millimetern 
- Reifen sind gleichmäßig abgefahren
- Reifen weisen keine Schäden wie Beulen oder Risse auf
- Vorgegebene Laufrichtung des Reifen stimmt
- Felgen ohne Schäden und sicher befestigt

Antrieb, Fahrgestell und Aufbau

- Rahmen oder tragende Teile sind nicht durchgerostet
- Kraftstoffleitungen und -schläuche sind dicht

Abgas und Geräuschverhalten

- Auspuff ist dicht und richtig befestigt
- Es blinken keine Warn- oder Kontrollleuchten
- Es kommt kein blauer Rauch oder Ruß aus dem Auspuff
Quelle: TÜV Süd

TÜV-Kosten für Anhänger

Wie das Auto muss auch der Anhänger in regelmäßigen Abständen zum TÜV. So muss ein Anhänger bis 0,75 Tonnen oder ohne eigene Bremsleistung 36 Monate nach der ersten Zulassung und anschließend in zweijährlichen Abständen zur HU. Geprüft werden auch hier die Profiltiefe, das Alter sowie der Zustand der Reifen. Das Licht, Blinker, Rückscheinwerfer und die Kennzeichenbeleuchtung muss funktionieren, es darf kein Rost am Rahmen oder Löcher im Ladeboden sein. Ist eine Plane vorhanden, muss diese frei von Löchern und Rissen sein.
Mehr zum Thema: HU und AU – Diese Dinge werden geprüft
In der Bildergalerie geben wir Tipps, wie Sie mit der richtigen Vorbereitung auf die HU Kosten, Zeit und Nerven sparen.

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Stichworte:

DEKRA TÜV GTÜ

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