Heckboxen im ADAC-Test

Heckbox: Test & wichtige Tipps

— 07.12.2017

Sechs Heckboxen im ADAC-Test

Die Heckbox ist die optimale Alternative zur Dachbox. Der ADAC hat sechs Modelle getestet. Außerdem: Was man zu Montage und Nutzung der Heckbox wissen muss.

Ist der Kofferraum zu klein, lässt sich das Laderaumvolumen mit einer Heckbox erweitern. Als Alternative zur klassischen Dachbox bietet sie sich vor allem als Gepäckraumerweiterung für höhere Fahrzeuge (z.B. SUV) an. Sie ist leichter zugänglich als der Stauraum auf dem Dach und problemlos mit niedrigen Parkgaragen vereinbar. Ein weiterer Vorteil: Durch die bessere Aerodynamik sparen Heckboxen gegenüber Dachboxen etwa 13 Prozent Kraftstoff. Für den Transport länglicher Gegenstände (z.B. Skier oder Snowboards) eignen sich die meisten Heckboxen jedoch nicht, sie sind eher auf kompaktes Gepäck ausgelegt. Der Stauraum in Heckboxen variiert meist zwischen 200 und 400 Litern. Zur Montage wird eine Anhängerkupplung vorausgesetzt. Hier wird sie dann entweder mit einer eigenen Halterung auf dem Kugelkopf montiert oder als Zubehör auf einem bereits vorhandenen Fahrradträger angebracht.

ADAC testet sechs Heckboxen

Die Heckbox von Westfalia sichert sich den ersten Platz im ADAC-Test.

Heckboxen müssen natürlich einigen Sicherheitsstandards entsprechen. Der ADAC hat jetzt sechs verschiedene Modelle auf ihre Gestaltung (40 Prozent), Handhabung (40 Prozent), Fahrsicherheit (10 Prozent) und Crashsicherheit (10 Prozent) getestet. Darunter die Westfalia Transportbox, Thule Heckträgerbox Backspace 9171, mft BackBox, Alutrans BackBoxx Premium Box, Menabo Boxxy und TowBox V1. Obwohl sie mit 195 Litern das geringste Fassungsvermögen der getesteten Heckboxen bietet, kürt der ADAC die Westfalia Transportbox zum Testsieger mit der Gesamtnote 2,0. Während die Box in Sachen Crash- und Fahrsicherheit sehr gute Bewertungen erhält, muss sie einzig in Sachen Gestaltung ein paar Punkte lassen. Der Automobilclub lobt zwar die hochwertige und stabile Konstruktion, gibt jedoch Abzüge aufgrund ihres geringen Volumens. Die zweitplatzierte Heckbox von Thule (Gesamtnote 2,1) bietet mit 310 Litern wesentlich mehr Platz und ist das größte Exemplar im Test. Kritik gibt es lediglich in Sachen Handhabung und aufgrund des leicht reduzierten Sichtfelds durch die Heckscheibe. Auf Platz drei landet die mft BackBox (Gesamtnote 2,5), die mit einem Preis von 789 Euro das teuerste Modell im Test ist. Die Besonderheit: Durch optionale Seitentaschen lassen sich auch Skier transportieren. Gleichzeitig ist dieses Extra aber die größte Schwäche der Heckbox, denn dadurch wird sie den Testern zufolge sperrig, ist schwierig zu beladen und lässt sich nur zu zweit montieren.

Testsieger Westfalia Transportbox, Schlusslicht TowBox V1

Die Alutrans BackBoxx liegt mit einer Gesamtnote von 3,5 auf Platz vier im ADAC-Test. Die Heckbox verrutschte beim Ausweichen, zeigte Schwächen bei der Kältebeständigkeit und hatte ein geringeres Ladevolumen als vom Hersteller angegeben. Anstelle der angegebenen 330 Liter, ließen sich nur 305 Liter nutzen. Ähnliche Kritik gab es bei dem Modell Menabo Boxxy, mit 185 Euro die günstigste Heckbox im Test. Auch hier war das Volumen rund acht Prozent geringer sowie Ausweichtest und Kältesicherheit unbefriedigend. Zudem bemängeln die Tester das Fehlen eines Diebstahlschutzes und die Notwendigkeit von speziellem Werkzeug zum Anbringen. Schlusslicht ist die TowBox V1 (Gesamtnote 4,5). Hauptgrund für das schlechte Ergebnis: Die Befestigung der Box am Träger brach im City-Crash. Außerdem fehlt bei dem Modell eine Kennzeichenhalterung. Der ADAC-Test zeigt: Auch wenn es bei Heckboxen einheitliche Sicherheitsstandards gibt, sind nicht alle Modelle den Belastungen im Straßenverkehr gewachsen. Auch im Handling, dem Ladevolumen und den Preisen gibt es deutliche Unterschiede. Wer also eine Heckbox kaufen möchte, sollte sich vorab über die Modelle informieren und nach seinen individuellen Bedürfnissen entscheiden. Die detaillierten Testergebnisse des ADAC sind in der Bildergalerie zu finden.
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Das ist beim Anbau einer Heckbox zu beachten

Wer eine Heckbox auf seiner Anhängerkupplung montieren möchte, sollte die maximale Stützlast im Blick behalten – das Höchstgewicht, mit dem die Anhängerkupplung belastet werden darf. Meistens lässt sich der Wert auf einem kleinen Schild neben der Steckerbuchse ablesen, ansonsten ist er in der Gebrauchsanweisung zu finden. Um den maximalen Kugeldruck der Anhängerkupplung nicht zu übersteigen, sollten das Gewicht des Grundträgers, Leergewicht der Heckbox und Gewicht der Zuladung (= Max. Stützlast) bekannt sein. Meist liegt das Maximal-Gewicht je nach Größe des Autos zwischen 45 und 75 Kilo. Wird die maximale Stützlast überschritten, werden die Anhängerkupplung und die Federung des Wagens sehr stark belastet, wenn nicht gar überlastet. Außerdem hat die Überschreitung der zulässigen Stützlast Auswirkungen auf das Fahrverhalten und gegebenenfalls die Servolenkung. Wer möglichst viel Freude mit seiner Heckbox haben möchte, denkt am besten schon beim Kauf an die maximale Stützlast und entscheidet sich für ein besonders leichtes Modell.

Gefahren beim Fahren mit Heckbox

Für Autofahrer ist es wichtig zu beachten, dass sich durch eine Heckbox auch die Eigenschaften des Wagens verändern. Zunächst betrifft das die gewachsene Fahrzeuglänge. Dabei ist es hilfreich sich die neuen Ausmaße im Cockpit zu notieren, um sich den Längenzuwachs durch die Heckbox in Erinnerung zu rufen. Gerade bei vollgeladener Heckbox, verlagert sich möglicherweise der Schwerpunkt des Fahrzeugs, wodurch sich das Fahrverhalten verändern kann. Außerdem wichtig: Ist die Transportbox gerade frisch montiert, sollte nach ein paar Kilometern nochmal ihre Befestigung überprüft werden.

Heckboxen im ADAC-Test

Autor: Lena Reuß

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