VW-Chef auf der IAA Nutzfahrzeuge 2014

Herbert Diess wechselt zu VW

— 27.02.2015

BMW-Vorstand wird VW-Markenchef

BMW-Entwicklungschef Herbert Diess wechselt im Juli 2015 zu Volkswagen. Dort wird er die Leitung der Kernmarke VW-Pkw übernehmen.

Bislang hat Volkswagen-Boss Martin Winterkorn die Kernmarke VW einfach mitregiert.

(dpa) Volkswagen-Chef Martin Winterkorn gibt seine Verantwortung für die Kernmarke VW-Pkw schon zum Juli 2015 an den früheren BMW-Manager Herbert Diess ab. Das teilte Volkswagen am 27. Februar 2015 nach einer Aufsichtsratssitzung in Wolfsburg mit. Diess' Wechsel war bereits bekannt, jedoch sollte der ehemalige Entwicklungsvorstand der Münchner nach dem ursprünglichen Plan erst drei Monate später zum Oktober bei Volkswagen anfangen und dort die Leitung der dort wichtigsten Pkw-Marke übernehmen. Zuvor hatte Winterkorn Kernmarke und Konzern in Personalunion geführt. Diess erhält für seine Aufgabe nun einen neuen Vorstandsposten im Konzern. Sein schnellerer Start werde dank einer "Einigung zwischen Diess und der BMW AG" möglich, teilte VW mit.
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Der Volkswagen-Konzern hatte im Frühjahr 2014 bereits dem Wettbewerber Daimler einen Vorstand abgeworben: Damals verpflichteten die Wolfsburger den Nutzfahrzeugexperten Andreas Renschler, um mit ihm ihre Lkw- und Bus-Allianz der Marken MAN und Scania zu stärken. Renschler wird im VW-Vorstand im Februar 2015 beginnen. Die langen Wartezeiten vor einem Wechsel zur Konkurrenz – so wie nun auch bei Diess – haben vertragliche Gründe.
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So wie schon bei den Nutzfahrzeugen, deren Allianz Renschler führen wird, geht VW nun auch mit dem BMW-Mann Diess eine akute Baustelle im Konzern an: die renditeschwache Kernmarke VW-Pkw. Ihre Führung liegt bisher in Personalunion bei Konzernchef Martin Winterkorn. Für Diess' Aufgabe wird ein zusätzliches Vorstandsressort namens "Vorsitzender des Markenvorstands Volkswagen-Pkw" neu geschaffen.

VW-Kernmarke muss sparen

Die Pkw-Kernmarke, die im Volkswagen-Konzern etwa für die Hälfte der Umsätze sorgt, hinkte zuletzt mit einer Renditekraft von rund zwei Prozent merklich den Zielen hinterher. Winterkorn hatte im Sommer 2014 ein milliardenschweres Spar- und Effizienzprogramm für die Pkw-Marke mit dem VW-Logo aufgelegt und tiefgreifende Verbesserungen angemahnt – unter anderem bei Entwicklung, Produktion und Vertrieb. Mitte Oktober 2014 hatte Winterkorn im "Spiegel" erste konkrete Ansätze für die Rosskur benannt. So werde die Marke mit Modellen wie Golf und Passat künftig etwa kaum nachgefragte Extraausstattungen streichen. Auch die hohe VW-interne Leistung bei der Zulieferung stehe auf dem Prüfstand. Mit Ansätzen wie diesen will der Autobauer die Komplexität in der zuletzt rasant wachsenden Marke verringern.

VW-Chef auf der IAA Nutzfahrzeuge 2014

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