Chicago Auto Show 2009

Chicago Auto Show 2009 Chicago Auto Show 2009

Highlights der Chicago Auto Show 2009

— 20.02.2009

Altbekanntes und ein bisschen Innovation

2009 steigt die Chicago Auto Show zum 101. Mal. Bis zum 22. Februar gibt es im McCormick Place überwiegend einheimische Modelle zu sehen. Dodge Ram trifft Ford Transit Connect.

Die Wirtschaftskrise trifft die amerikanische Autoindustrie hart. Der Markt ist am Boden, die Stimmung auf dem Tiefpunkt. Wie soll es weitergehen mit den abgewrackten Big Three? Sogar die Gewerkschaften rücken langsam von ihren kruden Rentenforderungen ab, weil sie fürchten, dass die gesamte Branche den Bach runtergeht. General Motors und Chrysler betteln weiter um eine Aufstockung ihrer Milliardenkredite. GM schreckte nicht einmal davor zurück, das eigene Firmenmuseum auszuverkaufen. Nach der ziemlich verhaltenen NAIAS in Detroit muss die Frage erlaubt sein: Was wollen die US-Hersteller sechs Wochen später Neues zeigen auf einer der größten und publikumsstärksten US-Automessen? Traurige Antwort: Nach wie vor thronen an den Ständen die fetten SUV. Cadillac Escalade, Chevrolet Avalanche, Dodge Durango, Ford Expedition und GMC Yukon sollen die amerikanischen Käuferherzen erfreuen. Aber auch Nissan und Hyundai, Audi und VW, Mercedes-Benz und BMW stellen von Murano über Sorento, Q7, Touareg, GL-Klasse und X5 alle ihre SUV in Chicago aus. Au weia.

Protz und Prunk im Land der unbeschränkten Ressourcenvergeudung

Meine Fresse, ist der dick: Der Alton XUV ist ein wahres Monster-SUV. Basis: Ford F-650.

Doch es geht noch immer noch fetter im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Die Firma Alton hat sich einen Ford F-650 vorgenommen und zum XXXXXXL-SUV transformiert, mit zwei zusätzlichen Sitzreihen, einer Entertainment-Anlage, mit deren Hilfe man den gesamten Truck kontrollieren kann, und mit Nitro-Motortuning. Schon beim ersten Messerundgang wird klar, Leistung zählt noch was auf der anderen Seite des Atlantiks. CO2-Emissionen? Och bitte, drüben in Europa, aber doch nicht im Land der unbeschränkten Ressourcenvergeudung. Auch die schweren Heavy-Duty-Serien der Pickups stehen hier nach wie vor in vorderster Front: die neuen Dodge Ram 3500 bis 5500 debüttieren in Chicago, in den anderen Hallen Ford F-250 bis F-450, inklusive Harley-Davidson-Edition des F-150, und Chevrolet Kodiak. Bei uns würde der als Lkw an den Start gehen, in den USA steht er als Pick-up beim Händler.

Jenseits des Atlantiks punkten die Hersteller weiter mit Sportwagen

Hut ab: Im August 2008 fuhr das SRT-Team von Dodge mit dieser Viper Rundenrekord auf dem Nürburgring (7:22:1).

Bei den Sportwagen sind erstaunlich viele europäische Hersteller vertreten. Sei es Jaguar mit dem facegelifteten XK und der Sportlimousine XFR, Bentley mit Azure, GT und GT Speed oder BMW mit M3 und Z4 oder Lamborghini mit Gallardo und Murcielago . Ford hat seinen Mustang mitgebracht, speziell in der Sonderausstattung Bullit eine Schönheit. Am Stand von Dodge steht die Viper ACR, mit der das SRT-Team August 2008 auf dem Nürburgring einen Geschwindigkeitsrekord eingefahren hat. "Mr. Norms Grand Spaulding Dodge" ist ein bekannter Autohändler aus Chicago, bei dem rennverrückte Dodge-Fans schon in den 1960er Jahren brutal getunte Sportwagen kaufen konnten. Das Autohaus präsentiert seinen Super Challenger in Chicago. Den gibt es in verschiedenen Ausstattungsvarianten und mit Motoren zwischen 600 und über 900 PS. Besonders der serienreife Camaro zieht am Stand von Chevrolet die Blicke auf sich. Daneben steht ein Stingray-Konzept der aktuellen Corvette, die dieses Jahr im Kino im neuen "Transformers"-Film zu sehen ist. Leider wird es von der Corvette Stingray keine Serienversion geben. Chevy Volt, Chevy Trax und Chevy Beat sind drei weitere Filmhelden aus dem Hause Chevrolet. Und natürlich auch am Stand zu sehen.

Schicke Autos für junge Leute

Scion präsentiert mit dem 5.0 eine Sonderserie des tc, aufgebrezelt in schwarz für junges männliches Klientel. Hyundai bringt das Genesis Coupé als R-Spec-Version. Weniger Gewicht für bessere Leistungsentfaltung, Preis 24.000 Dollar. Mazda hat das Facelift des 2009er MX-5 nach Chicago mitgebracht, der jetzt auch in den USA MX-5 anstelle von Miata heißt. Weil der beliebte Sportler dieses Jahr zwanzig Jahre alt wird, warten am Stand von Mazda zwanzig Exemplare aus 20 Jahren MX-5. Nissan stellt in Chicago die Sonderserie "Krom" des kleinen Cube vor. Der Cube ist ein hipper Kleinwagen für junge Leute, 1.8 Liter Vierzylinder, Preis etwa 14.000 Dollar. Der Cube "Krom" kommt ab Werk mit einer großen Auswahl an Felgen, Lackfarben, Spoilern und Innenausstattung. Kia präsentiert mit dem Forte-Viertürer einen weiteren, für amerikanische Verhältnisse kleinen, dafür aber sehr attraktiven Familienwagen. Ford lässt beim 2010er Taurus die SHO-Modelle wieder aufleben, schöne Fahrmaschinen mit richtig Bums. Mit V6-Maschine, Doppelturbolader und über 300 PS sowie umfangreicher Luxusausstattung soll der Taurus ab Sommer 2009 in den USA BMWs M-Serie angreifen.

Hybride und ein kleiner deutscher Transporter

Ausgesetzt im Mutterland: Den kleinen Ford Transit Connect aus Köln bietet Ford ab Sommer 2009 auch in den USA an.

Greencars? Gibt es auch auf der Chicago Auto Show, keine Bange. Amerika zeigt sich in der Heimatstadt von Präsident Obama natürlich auch von seiner grünen Seite. Mehr als 60 Fahrzeuge mit alternativen Antriebssystemen sind zu sehen, darunter 24 echte Hybride. Da ist zwar nichts wirklich Neues dabei. Der Honda Insight stand in Detroit , der Lexus RX 450h war schon in Los Angeles, und der 2010er Toyota Prius ist auch hinlänglich bekannt. Der nagelneue Ford Taurus geht 2010 als Hybrid -Pacecar an den Start. Bei Ford gibt es übrigens noch ein Highlight: den Transit Connect! Ford bietet den kleinen Transit als wirtschaftlichen Transporter für mittelständische Unternehmer an. Mal sehen, was draus wird: Mitte 2009 steht er vorraussichtlich ab 21.475 Dollar beim amerikanischen Ford-Händler, mit 2,0-Liter Vierzylinder Benziner und Automatik. Laut Ford transportiert der Kleine mit knapp 1600 Pfund mehr Gewicht als ein Standard Dodge Ram. So gesehen macht Ford dem Chevy HHR die Kunden streitig. Den hat Chevrolet bereits seit einiger Zeit auch als Lieferwagen im Programm, mit vergleichsweise sparsamem Vierzylinder-Turbomotoren. Der HHR fasst aber deutlich weniger Ladung als ein Transit Connect. Der eine große Zukunft vor sich haben könnte: Bis 2012 plant Ford eine Erweiterung der Transportflotte, unter anderem mit einen Transit, der komplett elektrisch läuft.

Noch ein Tipp für alle, die im Bundesstaat Illinois wohnen: Kennzeichen mit dem Konterfei von Barack Obama gibt es auf der Messe auch. Für 50 Dollar begleitet der neue Präsident Autofahrer, wohin sie wollen.

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