Highlights: GPEC 2014

Highlights: Polizeimesse GPEC 2014

— 10.06.2014

Blaulicht-Flitzer und Hightech-Blitzer

Sauschnell, stark gepanzert und voll vernetzt: Neue Autos von Audi, BMW, Mercedes, Opel, Seat, Skoda, Smart und VW für die Gangster-Jagd.

Tatütata – das war einmal. Die Polizei von heute kommt entweder mit einem schrillen "Yelp" nach amerikanischen Vorbild oder lautlos und unerkannt. Wie in Zukunft Verbrecherjagd auf deutschen Straßen aussieht, davon kann man sich auf der GPEC (General Police Equipment Exhibition & Conference) in Leipzig bis 11. September 2014 ein Bild machen. Oder auch nicht: Denn Europas größte Spezialmesse für öffentliche Sicherheit ist nur für Fachbesucher. AUTO BILD hatte exklusiven Zugang, um die neuesten Blaulicht-Flitzer und Hightech-Blitzer vorzustellen.

Blaulicht-Stromer für Undercover-Einsätze

Lautlos und unauffällig: Der VW e-Golf eignet sich am besten für Observationen.

Zu den fortschrittlichsten Polizeifahrzeugen gehört der neue VW e-Golf, neben dem Opel Ampera der zweite Blaulicht-Stromer. Das komplett emissionsfreie Einsatzfahrzeug kann sich bei Bedarf lautlos an die Schurken anpirschen. Zwei Schalter in der neuen Bedieneinheit der Mittelkonsole verdunkeln das Tagfahrlicht und die gesamte Innenbeleuchtung. Der dritte Knopf ist für die Funkanlage, digital natürlich: Die Zeit der langen Antennen auf dem Dach ist schon seit 2006 passé. Griffbereit liegt die Maschinenpistole samt Munition in der Beifahrertür. Verbrecher nehmen im Fond am besten auf Kunstleder Platz, das leichter zu reinigen ist. Angetrieben wird der e-Golf von einem 115 PS starken Elektromotor mit einem maximalen Drehmoment von bis zu 270 Newtonmetern. In 4,2 Sekunden geht's auf Tempo 60, gute sechs Sekunden später sind es 100 km/h. Länger als 130 bis 190 Kilometer sollte eine Verfolgungsjagd aber nicht dauern: Dann ist der Akku leer. Daher eignet sich der elektrische Golf am ehesten für den städtischen Bereich und Observationen. Um Passanten nicht durch das lautlose Fahrzeug zu gefährden, bietet VW künstlichen Motorsound zum Nachrüsten an. Der erste Käufer ist das Land Niedersachen, das zwölf e-Golf orderte. Erfahrungen mit einem kleineren elektrischen Polizeifahrzeug konnte seit Ende 2013 bereits die Sächsische Bürgerpolizei mit dem Smart fortwo electric drive sammeln. In spätestens zwei Jahren könnte ihn der neue fortwo ersetzen. Er wird in Leipzig erstmals in Polizei-Optik gezeigt.

Digitale Helfer für den Freund und Helfer

Stopp, Polizei: Alle wichtigen Daten liefert der Sonderfahrzeugassistent (SFA).

Dank zunehmend wachsender Displays in den Serienfahrzeugen kann die Polizei auf Extra-Bildschirme verzichten. Im VW Golf Variant ist das Multimedia-System mit dem sogenannten Sonderfahrzeugassistenten (SFA) gekoppelt. So lassen sich alle Sondereinbauten über das Touchpad steuern. Blaulicht, Sirene, Yelp-Signalton und Überwachungskameras vorne wie hinten sind über das Menü erreichbar. Wichtige Funktionen sind zusätzlich noch einmal im Tastenbedienfeld in der Mittelkonsole, damit sie von der ersten Sekunde zur Verfügung stehen, falls das System noch hochfahren muss. Ganz ähnlich funktioniert das in der neuen Mercedes C-Klasse. Auch hier ist sämtliches Zubehör mit dem Comand verbunden, wird in großen Feldern übersichtlich auf dem freistehenden Display dargestellt. Analoge Schalter wurden ebenfalls gefordert. Ansonsten profitieren Polizisten genau wie Privatkunden vom Kofferraumvolumen von 490 Litern. Reserverad und Stauplatz unter der Kofferraumabdeckung mussten allerdings wie beim Variant der Funkanlage weichen. Für längere Verfolgungen ist der große 66-Liter-Kraftstoffbehälter an Bord. Außerdem zeigt Mercedes in Leipzig den Citan mit Ausstattung für die Verkehrspolizei. Sein Innenraum kann als Arbeitsplatz genutzt werden. Dazu ist der Kastenwagen mit einem Klapptisch, zwei Zwölf-Volt-Steckdosen und einer Innenbeleuchtung mit Nachtfunktion ausgestattet.

Der Autobahn-Scheriff

Mobiler Blitzer für Tag und Nacht: der BMW 530d.

Audi ist zurück im Dienst. Die Ingolstädter hatten sich in den letzten Jahren eine Pause gegönnt, mehr auf Sanitäts- und Feuerwehrfahrzeuge gesetzt. Das soll sich wieder ändern. Der aktuelle Q5 zeigt sich in Uniform, wird mit dem Nachfolger 2016 nicht nur eine Umrüstung, sondern eine eigene Polizei-Ausstattung bekommen. Bereits im Sommer 2015 geht der überarbeitete Audi A6 bei der Gesetzeshütern an den Start. Sein Revier: die Autobahn. Dort ist der BMW 530d momentan der Platzhirsch. Mit seinen 258 PS jagt er Temposünder und Verkehrsrowdys. Zur Überführung hilft ihm ein geeichtes Videosystem, das bei Tag und Nacht funktioniert. Von außen ist der Bayer nicht von seinen zivilen Brüdern zu unterscheiden. Erst die Anzeige "Bitte folgen" vor dem Heckfenster gibt ihn als Polizeifahrzeug zu erkennen.

Harte Hülle, weiches Heck

Dick gepanzert: Die Zusatzausstattung Guard für den ML 500 kostet gut 70.000 Euro.

Der X5 Security Plus ist ebenfalls undercover unterwegs. Sein Auftrag: Schutz von wichtigen Personen. Dazu wurde das SUV gegen Schusswaffen wie die Kalaschnikow gepanzert. Fahrwerk und Bremsen wurden dem nicht genauer genannten Mehrgewicht angepasst. BMW verspricht gegenüber der Konkurrenz mit einem Beschleunigungswert von 5,8 Sekunden auf Tempo 100 die Agilität des Fahrzeugs erhalten zu haben. Zur Sonderausstattung gehören eine Wechselsprechanlage mit Überfallalarm, ein auslaufhemmender Kraftstofftank, Notlaufbereifung, LED-Blaulicht und Splitterschutz. Alle Zusatzfunktionen sind über die Schaltkulisse in den Cupholdern zu bedienen. Der Hinterwagen ist nicht gepanzert und von der sicheren Fahrgastzelle abgetrennt. Das spart Gewicht und schränkt die Funktion der Heckklappe nicht ein. "Weiches Heck" nennen die Fachleute das. So etwas kommt auch beim Mercedes ML 500 Guard zum Einsatz. Auch dieser rollende Panzerschrank mit seinen knapp dreieinhalb Tonnen ist von außen kaum als Sonderfahrzeug zu erkennen. Nur beim Öffnen der gut 100 Kilogramm schweren Türen merkt man den Unterschied zur zivilen Variante. Dennoch lassen sich die Schotten weit öffnen, fast 90 Grad. Komfort darf dem Schutz eben nur gering zum Opfer fallen. Die Panzerung kostet beim ML mindestens 70.000 Euro Aufpreis. Weitere Blaulicht-Flitzer und Hightech-Blitzer zeigen wir in der Bildergalerie.

Die neuesten Blaulicht-Flitzer und Hightech-Blitzer

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