Opel-Händler

Hilfe für Opel

— 20.03.2009

Händler geben 150 Euro

Nun greifen auch die Opel-Händler ihrem angeschlagenen Mutterkonzern unter die Arme. Sie zahlen 150 Euro von jedem verkauften Fahrzeug in einen Fonds ein. Helfen soll auch ein prominenter Unternehmensberater.

(dpa) Die deutschen Opel-Händler wollen sich mit einem Millionenbeitrag an der Rettung des angeschlagenen Autobauers beteiligen. Bei einer Versammlung des Verbands Deutscher Opel-Händler (VDOH) beschlossen sie einstimmig, in den kommenden drei Jahren 150 Euro pro verkauften Neuwagen in einen Rettungsfonds einzuzahlen. Damit sollen die Händler europaweit 400 bis 500 Millionen Euro zusammenbringen, wie der VDOH am Donnerstag (19. März 2009) in Darmstadt berichtete. Das Geld soll helfen, die Tochter des Insolvenz gefährdeten US-Riesen General Motors (GM) aus der Krise zu führen und 35.000 Arbeitsplätze allein im deutschen Handel zu sichern.

Demant: "Wesentliches Signal an die Politik"

"Dieser Verzicht tut uns weh, aber wir haben eine Verantwortung für die Mitarbeiter in den Händlerbetrieben", sagte VDOH-Sprecher Thomas Bieling. Er gehe davon aus, dass die Händler die Fahrzeuge trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage und des harten Wettbewerbs mit niedrigeren Margen verkaufen müssen. Zum Teil könne dies auch durch geringere Nachlässe ausgeglichen werden. Opel-Chef Hans Demant begrüßte die einstimmige Entscheidung: "Das ist ein wesentliches Signal an die Politik, dass wir bereit sind, für das Unternehmen zu kämpfen."

Unternehmensberater Berger soll unentgeltlich vermitteln

Die Bundesregierung hofft bei den Rettungsbemühungen auf Unternehmensberater Roland Berger. Das Bundeswirtschaftsministerium stellte am Donnerstag klar, dass Berger kein Geld für seinen Einsatz erhält. "Herr Berger wurde vom Bundeswirtschaftsministerium empfohlen, den Unternehmen General Motors Europa und weltweit bei der Suche nach privaten Investoren zu unterstützen. Er wird die Bundesregierung über den Stand der Bemühungen informieren", sagte Ministeriumssprecher Steffen Moritz. "Dafür kriegt er kein Geld."

Kritik an Berger-Engagement

Das Wirtschaftsressort sieht keinen Interessenkonflikt des Beraters. Die "Süddeutsche Zeitung" verwies in ihrer Online-Ausgabe darauf, dass die Consultant-Firma Roland Berger GM Europe berate. Aus dem Ministerium hieß es, Berger sei im Aufsichtsrat und nicht im Unternehmen, und gerade seine Verbindungen mit GM könnten hilfreich sein. Die "Financial Times Deutschland" (Freitag) wies darauf hin, dass der Berater Mitglied im 15-köpfigen Führungsgremium des Opel-Konkurrenten Fiat sei. SPD-Haushaltspolitiker Carsten Schneider fordere Berger daher auf, den Posten bei Fiat niederzulegen.

Auch von der Opposition im Bundestag kam Kritik: "Man fragt sich, für welches Team der Testfahrer Roland Berger denn jetzt fahren soll – für den Opel-Mutterkonzern General Motors oder für die Bundesregierung", sagt der stellvertretende FDP-Vorsitzende Rainer Brüderle der "Süddeutschen Zeitung". Auch die parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen, Thea Dückert, lehnte Bergers Engagement ab: "Die Bundesregierung schiebt die Verantwortung für eine weitere wichtige politische Entscheidung auf einen Unternehmensberater."

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