Bentley Brooklands

Historisches Verbot vor 50 Jahren

— 02.04.2009

Dienstschluss für die Kühlerfigur

Kühlerfiguren waren in den 20er- und 30er-Jahren ein Muss. Fast jeder Autofahrer leistete sich den nicht immer ungefährlichen weil scharfkantigen Kühlerschmuck. Das vorläufige Ende kam im April 1959.

Die Goldenen Zwanziger bescherten den Damen und Herren der feinen Gesellschaft nicht nur Federboas, Stirnbänder und Knickerbocker-Hosen – sondern dem noch jungen Automobil auch extravagante Kühlerfiguren. Kaum ein Auto, egal ob groß oder klein, tuckerte ohne individuell gestalteten Kühlerschmuck durch die Gassen. Kämpfender Boxer, tanzender Elefant oder mystische Gottheit – beim Design der Kühlerfiguren setzten weder guter Geschmack noch Gesetze Grenzen. Das änderte sich erst lange nach dem zweiten Weltkrieg.

Verbot der Kühlerfigur zum Schutz der Fußgänger

Klick und weg: Moderne Kühlerfiguren, hier das Bentley-B, verschwinden bei Berührung im Kühler.

Ende der 50er stellten Polizei, Beamtentum und Experten fest, dass die Kühlerfiguren nicht so harmlos waren, wie sie schienen. Vor allem Fußgänger zogen im Duell mit den meist scharfkantigen Kunstwerken grundsätzlich den Kürzeren. Die Folge: Im April 1959 wurden alle Kühlerfiguren grundsätzlich verboten. Ein Gesetz ohne lange Haltbarkeit. Entsprechend "entschärft" sind auch heute noch Kühlerfiguren im Dienst. Klein, wie der klassische Mercedes-Stern oder glamourös, wie die "Spirit of Ecstasy", die jeder Rolls Royce auf dem Kühler trägt. Allerdings nur, bis jemand der Dame zu nahe kommt. Bei der kleinsten Berührung verschwindet die Rolls-Royce-Lady blitzartig im Kühler. Verletzungen und Diebstahl sind damit fast ausgeschlossen.

Autor: Nicole Schönfelder

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