Hitliste Autodiebstähle 2007

Platz 2 der Klaustatistik: BMW X5 3.0 D Platz 3 der Klaustatistik: Porsche Cayenne 4.5 Allrad

Hitliste Autodiebstähle 2007

— 22.10.2008

Kür der Geknackten

Diebe stehen auf betagte Fabrikate: Laut aktueller Statistik knacken sie bevorzugt Autos, die älter als zehn Jahre sind. Auf einer Hitliste der Versicherer sind elf von 15 Typen vor 1998 gebaut.

Seit den wilden Zeiten von Billy the Kid und Jesse James hat sich, so scheint's, nicht viel geändert in der Gaunerszene: Auch die Kriminellen von heute brauchen für ihre Raubzüge windschnelle Pferde, um dem Sheriff rasch zu entkommen. Und stark müssen sie sein, damit viel Beute gemacht werden kann. So jedenfalls liest sich die Klau-Statistik des Jahres 2007, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GdV) jetzt veröffentlicht hat: Die Lieblingsfahrzeuge der Autoknacker sind demnach geräumige, schnelle, starke Modelle wie VW Multivan, Porsche Cayenne und BMW X5. Allerdings trauen sich längst nicht alle Marder an frische Beute heran; die effizienten Wegfahrsperren neuerer Modelle schrecken zum Glück viele Kriminelle ab. So erklärt es sich auch, dass in der Hitliste der 15 beliebtesten Klau-Autos elf Typen auftauchen, die älter sind als zehn Jahre.

Weniger Autodiebstähle

Sein guter Ruf bei Autodieben hält an: Der BMW X5 belegte 2007 Rang zwei in der Klaustatistik.

Insgesamt jedoch sinkt die Knack-Rate erfreulich: 2007 wurden in Deutschland 13 Prozent weniger Autos gestohlen als im Vorjahr. Insgesamt gerieten laut GdV 16.502 Fahrzeuge auf Abwege.  Zum Vergleich: Vor zehn Jahren wurden mehr als drei mal so viele Autos geklaut, 1993 sogar mehr als sechs mal so viele. Noch mehr als die absolute Zahl ging die Entschädigungssumme zurück: Die Versicherungen überwiesen 2007 insgesamt rund 178,3 Millionen Euro für den Verlust durch Klau, das sind 15,7 Prozent weniger als 2006.

Auf Porsche folgt Trabi

Bei Luxusautos wie dem Porsche Cayenne wird vermutet, dass es sich um Auftrags-Diebstahl handelt.

Das größte Risiko, spontan zu Fuß gehen zu müssen, haben Fahrzeughalter in Berlin und Hamburg: In der Hauptstadt lag die Klaurate bei 2,5 Prozent, in Hamburg bei 1,4 Prozent. Sind sie dazu noch Porschefahrer, summiert sich die Gefahr: Der Sportwagen ist im Verhältnis zum Markenanteil am Gesamtbestand das beliebteste Opfer von Automardern, 1,6 Prozent wurden 2007 geknackt. Die Statistik ist immer für Überraschungen gut, und so folgt auf Porsche gleich mit 1,4 Prozent Klauhäufigkeit der Trabant.

Am gefährlichsten: Berlin

Des Rätsels Lösung: Der Bestand ist mit derzeit nur 2800 kaskoversicherten Trabis äußerst gering, sodass die gemeldeten vier Fahrzeuge ausreichten, um den zweiten Platz zu belegen. Am geringsten ist das Diebstahlrisiko übrigens in Bayern und Baden-Württemberg mit einer Klaurate von unter 0,2 Prozent. Mit Abstand am Knackträchtigsten im Verhältnis zur Fläche ist Berlin, wo 2007 ganze 2065 Autos verschwanden. Selbst in Nordrhein-Westfalen, dem bevölkerungsreichsten Bundesland, waren es im selben Zeitraum nur knapp doppelt so viel (4192 Autos).

Shooting Star auf Platz vier

Der alte Mercedes W124 stahl sich vermutlich auf Position vier, weil er als Ersatzteilspender attraktiv ist.

Auf den Medaillenrängen sind Fahrzeuge platziert, die schon im Vorjahr gern geknackt wurden: Den Sieg, gewissermaßen den "Goldenen Dietrich", erreichte 2007 der Volkswagen T4, Modell Caravelle TDI – 2006 hatte es nur für die Bronzemedaille gereicht. Auch Silber erhielt kein Unbekannter: Erfreulich beharrlich der BMW X5, schon 2006 war er auf Rang 2. Für den dritten Platz kürten die Knacker den Porsche Cayenne Allrad, der im Vorjahr noch knapp unter Bronze lag. Rang vier belegt ein Shooting Star, der Mercedes E 250 D, als W124 Vorgänger der E-Klasse. Von 1000 Fahrzeugen dieses Typs wurden rein rechnerisch 5,4 gestohlen. Der GdV vermutet, dass dieser Typ wie viele andere ältere Modelle gern als Ersatzteillager dient. 

Basis der Erhebung waren sämtliche Pkw mit einer Kaskoversicherung. Da mit 33 Millionen die überwiegende Mehrheit der deutschen Autos eine solche Police haben, erlaubt die Statistik einen gewissen Rückschluss auf die Gesamtsituation. Nicht erfasst wurden hingegen die Flotten von Unternehmen und Mietwagenfirmen.

Autor: Roland Wildberg

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