Hochwasser

Hochwasser: Was Autofahrer wissen sollten

Hochwasser-Hilfe fürs Auto

Das aktuelle Hochwasser in Norddeutschland stellt Autofahrer vor viele Fragen: Wann ist ein überflutetes Auto noch zu retten? Zahlt die Versicherung? Wie tief darf ein Auto durchs Wasser fahren? AUTO BILD gibt die Antworten!
Schwere Unwetter haben am Donnerstagnachmittag (10. Mai 2018) in Hamburg und mehreren umliegenden Gemeinden für ein Chaos gesorgt: Großflächige Überschwemmungen und erhebliche Sachschäden waren die Folge. Straßen standen teilweise bis zu einem Meter unter Wasser, Häuser wurden unterspült und sind einsturzgefährdet. Auch zahlreiche Autos liefen mit Wasser voll. Kein Wunder, denn es fielen Regenmengen von bis zu 60 Litern pro Quadratmeter. AUTO BILD zeigt, was zu tun ist, wenn das eigene Auto vom Hochwasser betroffen ist!

Auto voll mit Wasser – was tun?

Die gute Nachricht: Einem überschwemmten Auto droht nicht unweigerlich der Schrottplatz. So rät der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) in Bonn Betroffenen dazu, in jedem Fall den Rat einer Werkstatt einzuholen. Nur die kann wirklich klären, ob man es mit einem Totalschaden oder einer Sanierung zu tun hat. Die wichtigste Regel: Niemals einen Motor starten, der zuvor überschwemmt war! Wasser in den Zylindern oder der Ölwanne könnte für nachhaltigen Schaden sorgen. Auch wenn der Motor anspringt, ist die Gefahr noch nicht gebannt. Gelangt Wasser in den Ölkreislauf, drohen Kolbenfresser und Kurbelwellenschaden.

Ist eine Trockenlegung des Autos sinnvoll?

Wichtig: Ein Motor, der unter Wasser stand, darf nicht gestartet werden.

Schon das Einschalten der Zündung oder anderer Verbraucher kann einen Kurzschluss verursachen. Die Batterie muss daher möglichst rasch abgeklemmt werden. Am besten schickt man den gefluteten Wagen also per Schlepper in die Werkstatt. Zeitwert des Autos, der Schweregrad der Überflutung und die Menge des Schmutzes, den das Hochwasser ins Auto gespült hat, entscheiden darüber, ob eine Trockenlegung sinnvoll ist. Auch Wasserschäden im Innenraum können erfolgreich beseitigt werden.

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Was gilt in Hochwassergebieten?

Ist man in Hochwassergebieten mit dem Auto unterwegs, gilt: Überschwemmte Straßen nur im Notfall und nicht zu schnell befahren. Reicht das Wasser bis zur Radnabe, ist meist noch alles im grünen Bereich. Bei größerer Wassertiefe wird es schnell kritisch. Gerät der Motor ganz oder teilweise unter die Wasseroberfläche, drohen Risse im Motorblock oder Zylinderkopf. Zudem könnte Wasser angesaugt werden. Wasser im Motorraum kann den Motor schnell zum Schweigen bringen. Dann gilt auch hier: Finger weg von der Zündung und den Abschleppdienst rufen. 

Hochwasser: Zahlt die Versicherung?

Die Teilkaskoversicherung deckt Schäden durch Hochwasser zwar grundsätzlich ab, dennoch ist Vorsicht geboten. Schnell kann dem Fahrer nämlich grobe Fahrlässigkeit vorgeworfen werden. Etwa, wenn er das Auto auf einem Hochwasser-gefährdeten Parkplatz abgestellt hat. Zudem übernimmt die Versicherung nur den Schaden, wenn das Wasser zum Auto gekommen ist - und nicht umgekehrt. Ein Hinweis: Versicherte müssen nur die vereinbarte Selbstbeteiligung zahlen und werden nicht zurückgestuft. Allerdings müssen die Betroffenen die Bergungs- und Abschleppkosten selbst zahlen, wenn sie keinen separaten Schutzbrief abgeschlossen haben. Autofahrer melden den Schaden am besten umgehen ihrer Versicherung. 
✔ Tipp: Das Dokumentieren des Schadens ist sinnvoll. Also viele Fotos machen!

Autoren: Stephanie Kriebel, Isabella Sauer

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